Entlassung des Trainers
Schwierig für den EVZ, schlimm für Liniger

Blick-Reporterin Nicole Vandenbrouck beurteilt die Entlassung von EVZ-Trainer Michael Liniger. Für den Emmentaler wird es schwierig, den Stempel «nicht krisenresistent» wieder loszuwerden.
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Nach nur neun Monaten als Headcoach muss Michael Liniger beim EVZ schon wieder gehen.
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Der EV Zug hat entgegen seiner Philosophie, in der Krise nicht sofort den Trainer-Schleudersitz zu betätigen, Michael Liniger gefeuert. Seit 2003 und Sean Simpson (für 5 Jahre), Doug Shedden (6), Harold Kreis (4) und Dan Tangnes (7) wirkten die Headcoaches über mehrere Saisons in Zug. Der Emmentaler bloss neun Monate.

Beim EVZ hat man sich gewunden und darum gedrückt – um eine Entlassung, aber zuletzt auch um ein klares Bekenntnis zum Cheftrainer. Der Entscheid war ein schwieriger für die sportliche Führung. Die Zuger glaubten an das «Projekt Liniger», statteten den 46-Jährigen mit einem Vertrag bis 2027 aus.

Er hätte an der EVZ-Bande als Schweizer Headcoach wachsen und eine Zukunft haben sollen. Deshalb stützte der Klub Liniger so lange wie möglich – und das zu Recht. Schliesslich wurde seine Beförderung vom Assistenten zum Chef vom zweifachen Meistertrainer Dan Tangnes protegiert. Er befand ihn für fähig.

Doch die pickelharte Rookie-Saison wurde eine Nummer zu gross für den neuen Cheftrainer, der lange mit souveränem Auftreten überzeugte. Doch mangels Erfahrung in Krisengebieten gingen ihm die Lösungen aus und bröckelte wohl sein Selbstvertrauen. Im beklemmenden Interview nach der Ajoie-Pleite hinterliess Liniger einen ratlosen Eindruck.

«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»
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EVZ-Coach Liniger ratlos:«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»

Trotz lehrreicher Erfahrungen in den fast drei Jahren in Zug: Dass er beim sonst so unaufgeregten EVZ bereits so zeitig gescheitert ist, ist schlimm für Linigers Ruf. Den Stempel «nicht krisenresistent» wäscht niemand so leicht ab.

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