Gewinner und Verlierer der Woche
Hoffnungsschimmer für Bern, düstere Aussichten in Ambri

Vor einer Woche trumpfte Davos-Stürmer Brendan Lemieux gross auf jetzt. Jetzt feiern zwei andere Ausländer, die man schon abgeschrieben hat, ihre Auferstehung.
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Der künftige Ambri-Sportchef Lars Weibel kündigt an einer Medienkonferenz einen «Rebuild» (Wiederaufbau) an.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Verlierer: Ambri

Nach einem Zwischenhoch mit drei Siegen in Folge hat Ambri zwei Niederlagen gegen direkte Konkurrenten kassiert: Erst in Biel (2:3 n.V.), dann daheim gegen Kloten (2:5 nach 2:0-Führung). Dazwischen sagten CEO Andreas Fischer und der künftige Sportchef Lars Weibel an einer Medienkonferenz nicht nur, dass sich die klammen Biancoblù als Ausbildungsklub positionieren wollen, was vernünftig klingt. Sondern sie kündigen auch einen Wiederaufbau an, der erst 2029/30 wieder ein Team auf Playoff-Niveau vorsieht. Düstere Aussichten. In der NHL sind «Rebuild»-Saisons verbreitet. Doch dort wird man für schlechte Resultate mit hochkarätigen Draft-Rechten entschädigt, welche eine Talent-Infusion ermöglichen. In der Schweiz gibts bei Pleiten hingegen meist schnell üble Stimmung bei den Fans.

Gewinner: Tyler Morley

Gemäss schwedischen Medienberichten stand im November ein Wechsel des Kanadiers nach Örebro im Raum. Doch der 34-Jährige ist immer noch bei Kloten. Und der Stürmer, dessen Vertrag der damalige Sportchef Larry Mitchell im Dezember 2023 überraschend gleich um zwei Jahre verlängert hatte, erlebt eine Auferstehung. Im kapitalen Spiel in Ambri orchestrierte er mit zwei Toren die Wende und steht nun bei neun Saisontreffern.

Morley stellt Ambri den Motor ab
3:01
Ambri-Piotta – Kloten 2:5:Morley stellt Ambri den Motor ab

Gewinner: Mike Sgarbossa

Bei Lugano war der Kanadier nicht mehr erwünscht und wurde aufs Abstellgleis gestellt. Trainer Tomas Mitell spielte zuletzt lieber nur mit fünf Ausländern als mit dem 33-Jährigen. Beim SCB empfing man den Center mit offenen Armen. Beim Debüt in Zürich (4:3 n.V.) kam er mit über 20 Minuten auf so viel Eiszeit wie nie in Lugano. Das Gefühl, gebraucht zu werden, war wohl genau das, was ihm fehlte. Sgarbossa bedankte er sich mit zwei Assists und einem Tor. Das macht Hoffnung.

Neuling Sgarbossa orchestriert nächsten SCB-Auswärtssieg
5:48
ZSC Lions – SC Bern 3:4 n.V.Neuling Sgarbossa orchestriert nächsten SCB-Auswärtssieg
«Jetzt fühle ich mich als Teil des Teams.»
0:50
SCB-Sgarbossa nach Debüt:«Jetzt fühle ich mich als Teil des Teams.»

Verlierer: Die SCB-Fans

Auswärts hat der SCB nun fünf Spiele in Folge gewonnen. Doch die Heim-Fans sehen in die Röhre. Erst ein spätes Ejdsell-Tor gegen Lugano (1:4) beendete die Torflaute von 187 Minuten vor eigenem Anhang. Ein Zumutung für die Fans, die das erstaunlich gelassen hinnehmen.

Verlierer: Zug

Weit wütender waren die EVZ-Anhänger bei der Heimpleite gegen Ajoie, nachdem sie davor bei einem Gegentor schon höhnisch applaudiert hatten. Sie haben auch nicht den Trost von Auswärtssiegen. Am Samstag kassierte der EVZ in Genf wettbewerbsübergreifend die neunte Pleite in Serie. In der Fremde ist das Liniger-Team seit dem 30. Oktober (1:0 gegen Servette) sieglos.

Honkas Kracher verschärft Zuger Elend
3:33
EV Zug – HC Ajoie 2:4:Honkas Kracher verschärft Zuger Elend

Gewinner: Simas Ignatavicius

Der 18-jährige US-Litauer, der bei den Junioren von Servette gross wurde und dank einer Schweizer Lizenz das Ausländerkontingent nicht mehr belastet, lockt die NHL-Scouts an. Im Derby gegen Lausanne erzielte der 1,90 Meter grosse Stürmer beim 3:0-Sieg der Genfer bereits sein fünftes Tor. Dazu hat er ebenso viele Assists verbucht. Central Scouting stuft ihn im Hinblick auf den nächsten Draft als Nummer 10 der Feldspieler in Europa ein. Beste Schweizer im Ranking sind die Lions-Talente Fabrice Bouvard (70. Rang), Daniil Ustinkov (76.) und Kimi Sutter (117.). Bessere Draft-Aussichten als das Trio hat Lars Steiner (Rouyn-Noranda, nächste Saison zurück bei Davos), der die Nummer 61 in Nordamerika ist. Erst 2027 gedraftet werden kann Biels Juwel Jonah Neuenschwander (16), der schon acht Punkte verbucht hat.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
41
50
87
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
41
39
77
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
43
10
76
4
HC Lugano
HC Lugano
41
31
74
5
Lausanne HC
Lausanne HC
43
19
71
6
ZSC Lions
ZSC Lions
41
22
70
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
41
-9
64
8
SCL Tigers
SCL Tigers
42
5
59
9
EV Zug
EV Zug
41
-15
58
10
SC Bern
SC Bern
41
-13
53
11
EHC Biel
EHC Biel
41
-20
51
12
EHC Kloten
EHC Kloten
41
-18
50
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
41
-40
46
14
HC Ajoie
HC Ajoie
42
-61
34
Playoffs
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