Darum gehts
- 20'000 Personen feierten Zurich Pride bei 33 Grad
- Finanzprobleme: 106'000 Franken Defizit, Festival 2026 abgesagt
- Demonstration unter dem Motto «Protect Queer Youth»
Die Zurich Pride strahlte am Samstag in den unverkennbaren Farben des Regenbogens – das Symbol der queeren Bewegung. Unter dem Motto «Protect Queer Youth – Zugang schafft Zukunft» fand die diesjährige Pride in einem kleineren Rahmen statt als üblich. Das darauffolgende Festival fiel aus.
Grund sind finanzielle Probleme: Nach einem Defizit von 106'000 Franken in der Jahresbilanz wurde das Budget für 2026 einstimmig abgelehnt. Insider äusserten gegenüber Blick Vorwürfe über Misswirtschaft, Grössenwahn und leere Versprechungen. Ausserdem gab es mehrere Veränderungen im Vorstand. Aktuell steht Zurich Pride ohne Präsidium da. Der Verein blickt dennoch nach vorn und plant bereits das Festival für 2027.
20'000 Personen bei Höchsttemperaturen auf der Strasse
Bei 33 Grad startete die Demo am frühen Samstagnachmittag mit einer Einlage der Zürcher Gruppe Borumbaia. Die rhythmische Musik der Batucada-Trommelgruppe setzte die Stimmung für die Demo: laut, präsent, beisammen. Rund 20'000 Personen waren am Umzug dabei.
Julia Müller, Leiterin der Geschäftsstelle Zurich Pride Festival, erklärte SonntagsBlick das Motto: «Es ist wichtig, dass man die Gesellschaft darauf aufmerksam macht, vor welchen neuen Herausforderungen die queeren Jugendlichen leider stehen.»
Dies gelte beispielsweise im Gesundheitswesen oder im Schulalltag. Denn es gebe wieder einen Rückschlag, so Müller. «Darum wollen wir sagen: Achtung, jetzt muss man aufpassen, die queeren Jugendlichen müssen geschützt werden.» In drei Worten beschrieb Müller die Pride am Samstag als «heiss und bunt».
«Ihr gehört ins Herz von Zürich»
Der Zürcher Stadtpräsident Raphael Golta hiess die Demonstrierenden willkommen: «Ihr gehört ins Herz von Zürich!»
Golta, der auf dem ersten Wagen des Umzugs stand, sagte: «Ihr habt Grund, glücklich zu sein. Aber ihr habt auch allen Grund, wütend zu sein.» Er kritisierte den «Möchtegern-Autokraten und seine Entourage im Weissen Haus», die einen Kreuzzug gegen alle Personen in der Community führen würden.