Die Pride entstand wegen einer Polizei-Razzia
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Hast du es gewusst?Die Pride entstand wegen einer Polizei-Razzia

Weitere Vorwürfe gegen Zurich Pride
Setzte Vorstandsmitglied Dragqueens unter Druck?

Die Zurich Pride gerät vor dem Demonstrationsumzug in Zürich in Turbulenzen. Partykönig Reto Hanselmann und Dragqueen Gossipa werfen dem Vorstand Ignoranz und Erpressung vor – ein Auftragsverbot für Dragqueens sorgt für Wirbel.
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Dragqueen Gossipa konnte laut eigenen Angaben eine Dragqueen für ihre Party nicht buchen, weil ein Vorstandsmitglied der Zurich Pride ein Auftrittsverbot ausgesprochen hatte.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Streit um Zurich Pride: Auftragsverbot für Dragqueens sorgt für Spannungen
  • Vorstandsmitglied verweigerte Dragqueens die Teilnahme an Hanselmanns Pride-Party
  • Demozug startet morgen 13 Uhr, keine Festival-Events, Fokus auf Afterparty

Bei der Zurich Pride kriselt es. Das Festival wurde im Februar wegen eines Finanzlochs abgesagt, dem Verein nahestehende Personen packten im Blick über Misswirtschaft, Grössenwahn und leere Versprechungen aus. Auch der Zürcher Partykönig Reto Hanselmann (44) machte keine guten Erfahrungen mit dem Vorstand. Dies verrät er gemeinsam mit seinen Mit-Organisatoren im Podcast «Hanselmann & Heller».

In Kontakt kam er mit dem Pride-Vorstand während der Vorbereitungsphase seiner eigenen Pride-Party Ride, die unabhängig vom offiziellen Programm des Vereins Zurich Pride durchgeführt und gemeinsam mit Dragqueen Gossipa (40) und Michael Epiney (33) organisiert wird. Das Team berichtet von Ignoranz, Beleidigungen und Erpressungen bei der Zurich Pride.

Auftragsverbot für Dragqueens

Härtester Vorwurf: Ein Vorstandsmitglied habe den Dragqueens ein Auftragsverbot für die Pride-Party von Hanselmann, Epiney und Gossipa erteilt. «Die Kolleginnen, die wir angefragt haben, mussten mir einen Korb geben. Sie bekamen die Erlaubnis nicht», erzählt Gossipa. Da sie selbst auch eine Dragqueen sei, sei es selbstverständlich für sie, Kolleginnen für ihre Party zu buchen. «Und die haben dann zu spüren bekommen, dass es nicht gut ankommt, wenn sie für uns arbeiten», so Gossipa.

Das sei so im Namen der Zurich Pride kommuniziert worden. «Die Nachricht habe ich gesehen», so Gossipa. Auch Blick hat Kenntnis von einer Aussage einer betroffenen Dragqueen und hat beim entsprechenden Vorstandsmitglied nachgefragt – ohne eine Antwort zu erhalten.

«Wir nehmen das zur Kenntnis»

Blick hat zudem die Zurich Pride mit den im Podcast gemachten Aussagen konfrontiert. «Wir nehmen diese zur Kenntnis und werden nach der Pride alles in Ruhe aufarbeiten», schreibt Geschäftsleiterin Julia A. Müller (37). «Jetzt möchten wir uns aber dem Pride-Wochenende und vor allem unserem Motto ‹Protect Queer Youth› widmen.» Morgen Samstag startet der Demonstrationsumzug mit Reden um 13 Uhr in der Bahnhofstrasse beim HB und führt bis zum Hafen Enge. Ein Festival danach gibt es nicht.

Stattdessen setzt die Zurich Pride in diesem Jahr auf eine offizielle Afterparty. Auch Reto Hanselmann und Gossipa waren nach der Ankündigung einer Pride-Party im Februar in Gesprächen mit den Verantwortlichen. «Wir haben ein Konzept geschickt und dann nichts mehr gehört», sagen sie. Trotz Nachfrage habe man keine klare Rückmeldung erhalten. «Es hiess, man müsse es noch prüfen und passiert ist wieder nichts. Und dann? Ja, dann sind die bösen Gerüchte gekommen ...» Gossipa sei hinter ihrem Rücken als Persona non grata und Reto Hanselmann als Opportunist bezeichnet worden.

«Es fehlen Ressourcen, um mit allen zu arbeiten»

Julia A. Müller wiegelt ab. Man sei nach dem Blick-Bericht im Februar auf die Verantwortlichen zugegangen, «da im Text gross verkündet wurde: ‹Hanselmann rettet die Pride›. Das war offenbar gar nicht so gemeint», sagt sie. «Wir waren immer wieder im Austausch, aber es kam keine Zusammenarbeit zustande. Es gibt viele Pride-Partys am 20. Juni, und es ist unmöglich für einen ehrenamtlich tätigen Verein im Umbruch, mit allen eine Kooperation einzugehen. Dazu fehlen uns einfach die Ressourcen.»

Aber: Auch jetzt bekräftigt Reto Hanselmann gegenüber Blick, dass die Pride bei einer Zusammenarbeit ebenso profitiert hätte. «Von dem eingenommenen Geld hätten wir einen Teil abgegeben», hält er fest. «Wir sicherten ihnen einen Prozentsatz der Einnahmen zu.»  

Hanselmann wünscht sich ein Miteinander

Über den Umgang bei der Pride ist Hanselmann noch immer schockiert. «Dass Drohungen ausgesprochen werden, zeigt mir, dass da etwas hinter den Kulissen grundfalsch läuft. Da geht es nicht um die oft geforderte Toleranz, sondern um Machtspiele», meint er. Michael Epiney ergänzt: «Wir wünschen uns, dass in der Szene und bei der Zurich Pride das Miteinander im Fokus steht und Missgunst keinen Platz hat.» 

Mit den Enthüllungen wollen weder Hanselmann noch Epiney oder Gossipa der Pride schaden. Gossipa: «Es ist ein sehr wichtiger Anlass, den es leider auch heute noch dringend braucht.»

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