Darum gehts
- Basel warnt vor abbrechenden Ästen wegen Trockenheit in Parks und Strassenzügen
- Rund 4500 Bäume werden regelmässig bewässert, um Schäden zu minimieren
- Schäden durch Trockenheit: Auswirkungen erst im Frühjahr 2027 vollständig sichtbar
An einem heissen Tag in der Stadt laden schattige Parks und Grünanlagen normalerweise zum Verweilen ein. Aktuell warnt die Stadtgärtnerei Basel ihre Parkbesucher jedoch davor, sich unter grossen Bäumen niederzulassen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit können jederzeit Äste abbrechen und herunterfallen.
Als Blick-Leserreporter Martin Graf (70) am Montagnachmittag mit seinem Hund im Quartier Bruderholz spazieren ging, empfand er die Warnhinweise als besorgniserregend. «Ich war sehr irritiert, als ich beim Schlangenweglein plötzlich einen Warnhinweis entdeckt habe», erzählt Graf im Gespräch mit Blick.
«Müssen nun ganze Parkareale gesperrt werden?»
Er selbst spazierte bei schönem Wetter unter den instabilen Baumkronen durch, aber fragte sich sofort, wie die Situation bei einem Gewitter oder starkem Wind aussehen würde. «Das wäre dann wirklich gefährlich und könnte auch die Infrastruktur der Stadt beschädigen.»
Der ehemalige Tramchauffeur macht schon seit Jahren immer denselben Spaziergang und meint, dass solche Warnschilder definitiv aussergewöhnlich sind. Er ist froh darüber, dass die Stadtgärtnerei die Besucher informiert. «Ich wusste gar nicht, dass so etwas durch Trockenheit passieren kann», und weiter: «Ich hoffe einfach, dass es bald regnet und die Bäume sich wieder erholen werden.»
Graf macht sich Sorgen, dass die Stadt ansonsten aus Sicherheitsgründen bestimmte Bereiche in Grünanlagen oder belaubte Strassenzüge sperren könnte.
Die Stadtgärtnerei betreibt Schadensbegrenzung
So weit ist es laut der Stadtgärtnerei aktuell noch nicht. Gemäss Simon Leuenberger (60), Leiter der Abteilung für Grünflächenunterhalt, wird derzeit alles daran gesetzt, dass die Grünflächen weiterhin als Erholungsraum von der Bevölkerung genutzt werden können. Aber auch er rät davon ab, sich unter schattigen Bäumen auszuruhen. «Die Gefahr, dass Äste abbrechen, besteht derzeit überall und unter jeder Baumart», stellt er im Gespräch mit Blick klar.
«Als Massnahme gegen die Trockenheit werden derzeit ungefähr 4500 Jungbäume sowie alte breitausladende Bäume in Parks regelmässig bewässert.» Diese sind besonders anfällig auf Trockenheit und reagieren vermehrt mit Laubabwurf – auf diese Art werden die Verdunstungsflächen kleiner und der Baum kann seine Wasserreserven länger speichern.
Trotz der Bewässerung und der vermehrten Kontrolle durch die Stadtgärtnerei werden sich nicht alle Bäume vollständig von der extremen Trockenheit erholen können. «Das Ausmass der Schäden wird erst im Frühjahr bekannt werden, wenn einige der Bäume nicht mehr ausschlagen», erklärt der Experte.