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Er ist dement und schuldunfähig – wird er jetzt verwahrt?
Ivan T. massakriert Ehefrau und Tochter mit über 210 Messerstichen

Sein Verteidiger spricht von einem «aussergewöhnlichen Mordfall». 2025 tötet Ivan T. (74) in Bülach ZH Ehefrau und Tochter mit Hunderten Messerstichen – so die Anklage. Laut Gutachten ist T. schuldunfähig – und soll verwahrt werden. Am Mittwoch steht er vor Gericht.
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Ivan T.* (74) ist angeklagt, 2025 in Bülach ZH seine Ehefrau Vesna T.* (†68) ermordet zu haben.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ivan T. tötete Frau und Tochter 2025 in Bülach ZH
  • Über 210 Messerstiche, davon 129 auf die Tochter
  • Psychiatrisches Gutachten bescheinigt Schuldunfähigkeit
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Nicolas LuratiReporter News

Ivan T.* ist zu Hause in Bülach ZH. Er greift zum Küchenmesser mit einer Gesamtlänge von 33,5 cm, allein die Klinge misst 20,5 cm und ist 4,8 cm breit. Damit geht er auf seine Ehefrau Vesna T.* (†68) und seine Tochter Sanja M.* (†49) los – und massakriert sie. Über 210-mal sticht er auf die beiden Frauen ein. So beschreibt die Zürcher Staatsanwaltschaft das Blutbad, das am 17. Februar 2025 stattfand.

Anderthalb Jahre sind seit dem grausamen Verbrechen vergangen. Am Mittwoch steht der mittlerweile 74-jährige Ivan T. vor dem Bezirksgericht Bülach. Die Staatsanwältin wirft dem Mann mit Wurzeln auf dem Balkan mehrfachen Mord vor.

Die geschilderten Vorgänge in der Anklageschrift sind brutal und lassen erschaudern. So heisst es etwa, dass T. an besagtem Februartag um 7.10 Uhr morgens mit der Stichwaffe ins oberste Stockwerk des Hauses marschierte. Dort stach er mit dem Messer «mehrmals bewusst und gewollt» auf seine Tochter und seine Frau ein. Ehefrau Vesna T. flüchtete ins Badezimmer im Erdgeschoss. Ivan T. folgte ihr. Und stach weiter zu.

129-mal auf eigene Tochter eingestochen

Mit 84 Stichen metzelte er seine Frau nieder, so die Anklage. Die aufgelisteten Verletzungen der beiden Frauen füllen fast zehn Seiten. «Zwei Stichverletzungen am Hinterhaupt linksseitig mit Verletzung des linken Gefäss-Nerven-Bündels sowie zweimaliger Durchstich der Speiseröhre», heisst es unter anderem bei Vesna T. Auch ihre linke Halsseite und zwei Halswirbel werden getroffen. Mehrere innere Organe kommen zu Schaden: Milz, Niere, Bauchspeicheldrüse.

Auf seine Tochter Sanja M. sticht der Beschuldigte sogar 129-mal ein, so die Staatsanwaltschaft. Sie erleidet Verletzungen an Kopf, Hals, Nacken, Rumpf, Armen, Händen, Beinen. Diese und unzählige weitere Verletzungen führen dazu, dass die beiden Frauen sterben. Unter anderem an einer Kombination aus akutem Herzversagen und extremem Blutverlust.

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Sanja M. soll aber nicht als massakriertes Opfer einer brutalen Tat in Erinnerung bleiben. Sondern als Frau, die für fast 50 Jahre ihren Mitmenschen Freude bereitet hat. Auf einem US-Todesanzeigen-Portal sind schöne Worte an die Frau gerichtet. Dem Leser wird ein Einblick in ihr Leben gewährt: Sanja M. wuchs als ältestes von fünf Kindern im Kanton Zürich auf. 1997 – da war sie Anfang 20 – zog sie in die USA, um als Au-pair zu arbeiten. Dann lernte sie die «Liebe ihres Lebens» kennen – ihren Ehemann. Die beiden heirateten, haben drei Töchter.

«Sie hatte ein Herz aus Gold»

Charakterlich wird Sanja M. als «liebenswerte Persönlichkeit» beschrieben. «Menschen fühlten sich zu ihr hingezogen.» Oder: «Sanja hatte ein Herz aus Gold.» Die Frau sei fromme Katholikin und ein absoluter Familienmensch gewesen. Und: «Sanja wird uns wegen ihres wunderschönen Lächelns und ihrer Bereitschaft, jedem in Not zu helfen, in Erinnerung bleiben.» 

In der Aufzählung ihrer Familie wird Sanja M. als «geliebte Tochter» ihrer getöteten Mutter Vesna T. beschrieben. Wer in der Liste fehlt: ihr Vater und mutmasslicher Mörder Ivan T.

Dessen Realität wird in der schwer verdaulichen Anklageschrift der Zürcher Staatsanwaltschaft beschrieben. Dort heisst es, er habe bei seinem Blutrausch im Februar 2025 «besonders skrupellos» gehandelt. Mit den über 200 Messerstichen habe er Tochter und Ehefrau «übermässig viele Qualen und Leiden» zugefügt. Dies sei «zur blossen Tötung nicht notwendig gewesen». Fazit: Ivan T. habe sich des mehrfachen Mordes schuldig gemacht.

Doch wie kommt ein Mensch dazu, eine solch ungeheuerliche Tat zu begehen? Eine mögliche Erklärung liefert das 125 Seiten lange psychiatrische Gutachten, das der «Tages-Anzeiger» erwähnt. Seinem Handeln sei der Familienvater komplett ausgeliefert gewesen. Er habe nicht gemerkt, dass er etwas Fatales, Unrechtes tue. Fazit: Ivan T. ist gemäss Gutachten schuldunfähig.

«Voraussichtlich nicht verhandlungsfähig»

Verteidiger Ueli Vogel-Etienne erklärt gegenüber Blick über seinen Klienten: «Er ist voraussichtlich nicht verhandlungsfähig und kann sich infolge fortgeschrittener Demenz nicht zur Tat äussern.»

Vogel-Etienne spricht von einem «aussergewöhnlichen Mordfall». Er stellt klar: «Ich werde meinen Mandanten nicht nur gegen den Vorwurf des mehrfachen Mordes, sondern auch gegen sehr hohe Schadenersatzforderungen der Angehörigen (im hohen sechsstelligen Bereich) verteidigen müssen.»

Die Staatsanwältin ihrerseits will Ivan T. verwahren, heisst es in der Anklageschrift. Aktuell sitzt der Senior in der Sicherheitsstation einer forensischen Psychiatrie. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Der Mordprozess am Bezirksgericht Bülach startet am Mittwoch um 8.30 Uhr. Blick berichtet live aus dem Gerichtssaal.

* Namen geändert 

19:32 Uhr

Doppelmord von Bülach ZH – Verhandlung startet um 8.30 Uhr

Ab Mittwoch steht Ivan T.* (74) am Bezirksgericht Bülach wegen Doppelmords vor Gericht. Im Februar 2025 soll er im Quartier Mettmenriet seine Ehefrau Vesna T.* (†68) und die gemeinsame Tochter Sanja M.* (†49) mit zahlreichen Messerstichen getötet haben. Ein Gutachten attestiert ihm wegen fortgeschrittener Demenz vollständige Schuldunfähigkeit. Statt einer Strafe beantragt die Staatsanwaltschaft die Verwahrung. Start der Verhandlung ist um 8.30 Uhr.

Ende des Livetickers
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