Darum gehts
- Aschaffenburg, Deutschland: Geständnis nach 42 Jahren im Mordfall Maria Köhler (†19).
- Bodenleger erwürgte sie 1984 aus Eifersucht.
- Festnahme 2025 nach Fahndung in der Türkei
42 Jahre hat es gedauert, nun könnte der Mordfall Maria Köhler (†19) bald endlich zu den Akten gelegt werden. Im Landgericht Aschaffenburg (D) steht ein Bodenleger (67) vor Gericht, der im Juli 1984 seine damalige Freundin erwürgt hat. «Ich hatte immer Angst, dass man mich fassen wird», sagte er bei Prozessbeginn gemäss «Bild».
Damals war die Beziehung des geständigen Mannes mit der angehenden Krankenschwester zerbrochen. Maria hatte sich in einen US-Soldaten verliebt und die Beziehung beendet. Am 30. Juli 1984 kam es zu einem Streit, bei dem der Bodenleger sie laut eigener Aussage «im Affekt» mit einem schwarzen Netzschal erwürgte. Danach floh er mit einem One-Way-Ticket in die Türkei. Zwei Tage später wurde Marias Leiche gefunden.
«Krasse, übersteigerte Eifersucht»
Die Polizei vermutete schon damals, dass der Handwerker der Täter sein könnte. Doch er lebte jahrelang unbehelligt in der Türkei weiter. Erst 1998 kehrte er nach Aschaffenburg zurück und führte dort 16 Jahre lang ein Leben unter falschem Namen. Ende 2024 nahmen sich Ermittler den Fall erneut vor und konnten ihn schliesslich in der Türkei ausfindig machen. Mit Fahndungsplakaten in Dönerläden und Hilfe eines verdeckten Ermittlers wurde er im Juli 2025 verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert.
Jetzt steht die Frage im Raum: Mord oder Totschlag? Bei Mord droht ihm lebenslange Haft, bei Totschlag wäre die Tat verjährt. «Er handelte aus einer krassen, übersteigerten Eifersucht, verletzter männlicher Ehre und aus der Weigerung heraus, die Trennung von Maria Köhler zu akzeptieren», so Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh.