Darum gehts
- Im Muotathal strömt eiskalte Luft aus natürlichen Blaslöchern im Berg
- Niedrige Temperaturen kühlen Menschen und rund 30 Siberian Huskys
- Blaslöcher entstanden durch einen Bergsturz vor 13'000 bis 14'000 Jahren
Nicht nur Baden hilft gegen die Hitze: In Muotathal SZ gibt es eine etwas ungewöhnlichere Möglichkeit, sich abzukühlen. Direkt neben der Husky Lodge strömt aus sogenannten Blaslöchern eiskalte Luft aus dem Berg – wie aus einer natürlichen Klimaanlage.
Die kalten Luftströme stammen aus einem gewaltigen Bergsturz, der sich vor rund 13'000 bis 14'000 Jahren nach dem Rückzug der Gletscher ereignete. Zwischen den riesigen Felsblöcken entstanden Hohlräume, in denen sich die Luft abkühlt. Weil kalte Luft schwerer ist als warme, sinkt sie ab und tritt an tiefer gelegenen Stellen wieder aus dem Berg aus.
Achtung beim Abkühlen
«Kalte Luft sinkt, warme Luft steigt – das ist eigentlich die ganze Erklärung», sagt der Muotathaler Lokalhistoriker Walter Imhof. Die Temperaturen der austretenden Luft bleiben dabei das ganze Jahr über erstaunlich konstant. An einzelnen Blaslöchern mass Imhof Werte von nur gerade 3,2 Grad, in einer Höhle sogar 2,2 Grad.
Wer sich an diesen Hitzetagen eine Erfrischung gönnen will, muss deshalb nicht zwingend ins Wasser springen. Zwar rät Imhof davon ab, sich direkt vor ein Blasloch zu legen – die kalte Luft und der Luftzug seien dafür zu intensiv. Doch schon wenige Meter daneben lässt sich die natürliche Kühlung geniessen.
Von den tiefen Temperaturen profitieren auch die rund 30 Siberian Huskys der Erlebniswelt Muotathal. Den nordischen Schlittenhunden machen die hohen Temperaturen besonders zu schaffen. Rund um die Blaslöcher bildet sich jedoch ein regelrechter «Kaltluftsee», in dem die kalte Luft liegen bleibt. Ein willkommener Rückzugsort für Mensch und Tier, wenn das Thermometer im Tal auf Höchstwerte klettert.