Darum gehts
- Muotathaler Wetterschmöcker liegen mit Hitzewellenprognose für Juni daneben
- Aktueller Juni ist gemessen der zweitheisseste seit 270 Jahren
- Prognose: Keine Abkühlung, weiterhin schöne Tage nächste Woche erwartet
Supernasen? Was ist denn mit den springenden Mäusen, fliegenden Bienen, dem Moos an den Bäumen und den Tieren im Wald los? Genau aus solchen Naturbeobachtungen lesen die sechs legendären Muotathaler Wetterschmöcker seit Jahren ihre Wetterprognosen heraus. Zweimal jährlich legen sie ihre Vorhersagen fest – und verweisen stolz auf eine Trefferquote von rund 80 Prozent. Also weit mehr als bloss Zufall.
Doch der Blick auf die aktuelle Lage zeigt: Die Hitzewelle, die uns seit Tagen ins Schwitzen bringt, hat keiner der Wetterpropheten kommen sehen. Dabei reden wir nicht von ein paar netten Sommertagen, sondern von einer regelrechten Monster-Hitze. Selbst SRF-Wetterchef Thomas Bucheli (65) zeigte sich erstaunt. Historische Messdaten würden klar zeigen: «Niemand kann sagen, er habe das schon erlebt.» Es ist vom zweitheissesten Juni seit 270 Jahren die Rede.
Heiss wird es erst im Juli
Und die kultigen Muotathaler? Die nehmen ihren Fehlgriff erstaunlich locker. Bergbauer Roman «Jöri» Ulrich (54), der auf Bauernregeln und seinen Bauernverstand setzt, schrieb für den Juni: «Die erste Woche schön und warm. Ab dann viel Regen. Vom 21. an wieder viele schöne Tage.» So richtig heiss wird es in seiner Prognose erst im Juli. Dass er danebenlag, will er so aber nicht stehen lassen.
«Ich habe ja schon vor Monaten gesagt, es wird schön. Und das haben wir ja jetzt. Wenn es nicht regnet, ist es schön, ganz einfach», sagt er lachend zu Blick. Sorgen macht ihm weniger die Hitze als das Wasser. Wegen des fehlenden Schnees könne es in den Bergen langsam knapp werden. Eine baldige Abkühlung erwartet er aber nicht: «Es wird noch nächste Woche viele schöne Tage geben.»
Mäuse trifft keine Schuld
Auch Martin «Musers» Holdener (63), der Mäusespuren und ihre Aktivitäten am Boden deutet, hatte die aktuelle Hitzewelle nicht auf dem Zettel. Seine Prognose lautete: Ab dem 21. Juni teilen sich Sonnen- und Regentage auf. Richtiges Hitzewetter sieht er erst zwischen dem 9. und 19. Juli. Sein Kommentar dazu? Herrlich trocken: «Das Wetter ist schuld, nicht die Mäuse.»
Holdener schickt gleich noch einen Seitenhieb Richtung Stadt. Für ihn ist die Lage auf 1200 Metern beim Mythen nämlich ziemlich entspannt. «Schöner kann man es nicht haben. Bei uns sind es am Tag 29 Grad, morgens etwa 15.» Dank fehlender Berggewitter könne man schön heuen – «ganz ohne Stress».
Nur mit dem Jammern aus der Stadt hat er wenig Mitleid. «Logisch finden es die unerträglich heiss, die in engen Betonblöcken leben und auf heissen Teerstrassen unterwegs sind. Aber die sind ja selber schuld.»