Darum gehts
- Thomas Bucheli widerlegt Hitzewellen-Relativierungen mit historischen Daten aus Luzern
- Seit 2003 acht Jahre mit über 15 Hitzetagen, früher nur drei
- SRF-Dach in Zürich zeigte am Montagabend 32,9 Grad Celsius an
In den sozialen Medien und Kommentarspalten kursieren derzeit vermehrt Relativierungen bezüglich der anhaltenden Hitzewelle. SRF-«Meteo»-Moderator Thomas Bucheli (65) erklärte in der «Meteo»-Abendausgabe vom Montag, dass er dort immer wieder Sätze lese wie: «Das ist gar nichts Spezielles, das haben wir früher als Kind auch gehabt.» Mit dieser Behauptung räumte der Meteorologe nun mithilfe historischer Daten auf.
Bucheli analysierte dafür die Messdaten seiner Heimatstadt Luzern, wo seit 1886 lückenlos Temperaturaufzeichnungen vorliegen. Das Ergebnis zeigt eine deutliche klimatische Verschiebung: In den ersten 117 Jahren der Messungen – von 1886 bis 2002 – verzeichnete Luzern lediglich drei Jahre mit mehr als 15 Hitzetagen. Der historische Höchstwert stammte dabei aus dem Jahr 1947. In den vergangenen 22 Jahren seit 2003 gab es hingegen bereits acht solcher Jahre.
«Zumindest noch nicht tüppig»
Auch das laufende Jahr bricht Rekorde. Sollte es in Luzern bis und mit kommenden Montag weiterhin Hitzetage geben, stellt die Messstation einen neuen Juni-Rekord auf. Bucheli stellte dazu unmissverständlich klar: «Es gibt niemand, der sagen kann: Ich habe das schon einmal erlebt!»
Am Montagabend zeigte das Thermometer auf dem SRF-Dach in Zürich selbst am späten Abend noch 32,9 Grad an. Bucheli kommentierte die aktuelle Lage zu Beginn seiner Moderation pragmatisch: «Es ist zwar sehr heiss, aber zumindest nicht oder noch nicht tüppig.» Grund für das anhaltende Sommerwetter sei ein stabiles Hochdruckgebiet über der Nordsee. «Wir sind etwas am Südrand, aber wie gesagt, die Luft ist trocken», so Bucheli weiter.