Darum gehts
- Rekordhitze in Europa: Frankreich, Spanien, Italien und Kroatien betroffen
- In Frankreich 54 Départements in Alarmbereitschaft, bis zu 44 Grad erwartet
- 213 britische Schulen geschlossen, 40 Grad in Teilen Englands gemessen
Europa brütet derzeit unter einer Hitze-Kuppel. Von der Iberischen Halbinsel bis nach Grossbritannien werden Rekordtemperaturen erwartet – in Frankreich wurde der nationale Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen von 1947 bereits in der Nacht auf Dienstag gebrochen. Blick zeigt, wie die europäischen Länder auf die Extremtemperaturen reagieren.
Frankreich
Frankreich gilt als eines der am stärksten betroffenen europäischen Länder. Am Mittwoch galt in 54 von 101 Départements die höchste Wetterwarnstufe Rot. Im Südwesten des Landes werden Temperaturen bis zu 44 Grad erwartet.
Der staatliche Stromkonzern EDF drosselt aktuell Atomkraftwerke. Dies aufgrund der steigenden Flusstemperaturen in Zusammenhang mit dem Kühlwasser.
Auch die Bevölkerung ist durch die anhaltende Hitze gefährdet. Laut BBC wurden seit vergangenem Donnerstag bereits 40 Badetote gemeldet, die sich in den Gewässern abkühlen wollten. Ein besonders tragischer Fall: In der Gemeinde Carpentras starben zwei Kinder, nachdem sie bei 38 Grad zu lange in einem Auto eingeschlossen waren.
Auch der Tourismus leidet unter der Hitze: Der Eiffelturm in Paris passt sich laut der offiziellen Website an und schliesst dementsprechend am Dienstag bereits um 16 Uhr. Der Louvre wird von Mittwoch bis Samstag ebenfalls bereits zwei Stunden früher, um 16 Uhr, schliessen.
Grossbritannien
Auch in Grossbritannien kratzten die Temperaturen am Dienstag an der 40-Grad-Marke. Als Folge dessen haben 213 Schulen in England und Wales den Betrieb entweder ganz oder teilweise eingestellt. Dies, um die Kinder vor den extremen Bedingungen zu schützen. In Frankreich wurden laut «Guardian» bereits 1800 Schulen geschlossen.
Auch die arbeitende Bevölkerung wird nicht verschont. Als Folge der Hitze ist das Pendlerangebot zwischen Birmingham und London von Dienstag bis Donnerstag um mehr als die Hälfte reduziert. Laut dem «Guardian» mussten Bahnreisende im ganzen Schienennetz Grossbritanniens mit weitreichenden Störungen rechnen. Passagiere werden zur eigenen Sicherheit gebeten, Züge zu meiden.
In der Hauptstadt London wurden am Dienstagnachmittag Temperaturen von 33 Grad gemessen. Dies nach einer Nacht voller Unwetter. Bei den heftigen Stürmen wurden laut BBC mehrere Teile der Stadt überflutet. Zudem haben Blitzeinschläge mindestens zwei Hausbrände verursacht. Insgesamt sollen 400 Anrufe bei der Feuerwehr eingegangen sein.
Italien und Spanien
Laut dem Nachrichtenportal «Watson» wurden auch in Italien und Spanien in weiten Teilen der Länder die höchsten Hitzewarnstufen ausgerufen. Während in Spanien etwa 57 Prozent der Bevölkerung betroffen ist, trifft es in Italien vor allem die Tiefebene in Norditalien. Auch die Mittelmeerinsel Sardinien ist stark betroffen.
Wie die «Kronen Zeitung» berichtet, wurde auf einem Campingplatz an der italienischen Adria-Küste ein Rettungseinsatz ausgelöst. Insgesamt erlitten 19 Jugendliche aus Österreich einen Hitzeschlag, nachdem sie den Tag am Strand verbracht hatten. Neun der Jugendlichen mussten daraufhin zur Beobachtung und Rehydrierung in die Erste-Hilfe-Station in Lignano gebracht werden.
Kroatien
In Kroatien gelten derzeit insbesondere in den Regionen Rijeka, Split und Dubrovnik Hitzewarnungen. Dort schwanken die Temperaturen aktuell zwischen 30 und 36 Grad. Die kroatischen Behörden haben die Warnstufe Orange ausgerufen und Verhaltensregeln herausgegeben. Diese gelten laut den Behörden explizit auch für Touristen.