«Er hat uns auch vor dem Vorfall aufgeregt»
1:05
Laura C. (18) wurde belästigt:«Kollegin nahm Stein – er kam trotzdem wieder»

Grabsch-Asylbewerber belästigte in Badestelle «Nordpol» mehrere Frauen – jetzt spricht Opfer Laura C. (18)
«Er hat mir an den Po gefasst!»

Jetzt zeigen Blick-Recherchen: Laura C. (18) aus Luzern wurde am 28. Juni beim Nordpol an der Reuss sexuell belästigt. Der Täter, ein 18-jähriger Asylbewerber, wurde von der Polizei vorübergehend festgehalten und später vom Areal weggewiesen.
1/12
Laura C. zeigt, wo sie im Wasser begrapscht wurde.
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Polizei Luzern musste zweimal zum «Nordpol» wegen eines 18-Jährigen ausrücken
  • Mann belästigte Frauen und stahl ein Velo von kleinem Bub
  • Polizei nahm Anzeige auf; Täter nach Spitalaufenthalt erneut auffällig
RMS_Portrait_AUTOR_940.JPG
Ralph DonghiReporter News

Gleich zweimal musste die Luzerner Polizei am Sonntag zum Nordpol, einer Badestelle an der Reuss in Luzern, ausrücken. Der Grund, wie sie später mitteilte: Ein 18-jähriger Asylbewerber aus Guinea soll mehrere Personen angepöbelt und mehrere Frauen belästigt haben.

Eine von ihnen ist, wie Recherchen von Blick nun zeigen, Laura C.* (18) aus Luzern. Die Spanien-Schweizerin ist vor Ort sofort bereit, über das Erlebte zu sprechen. Es sei kurz nach 14.30 Uhr gewesen, als der Mann beim Nordpol zu ihr und ihren Kolleginnen an den Platz gekommen sei. «Er hat blöd getan und uns hässig gemacht», erzählt Laura C. «Es war mir unwohl, und ich habe ihm gesagt, dass er weggehen soll.» Sie sei dann mit einer Kollegin ins Wasser gegangen.

«Geh weg!»

Doch der unbekannte Mann sei auch in die Reuss gekommen. «Als ich meine Kollegin hielt, hat er gefragt, ob er zwischendurch schwimmen dürfe», sagt Laura C. «Da habe ich ihm Platz gemacht. Doch dann ist er meganahe zu mir gekommen und hat mir mit der Hand an den Po gefasst!» Sie habe ihn angeschrien, dass er aufhören soll. Und: Ihre Kollegin habe dann einen Stein genommen und ihm gesagt: «Geh weg!»

Der Mann habe dies kurzzeitig getan. «Aber dann kam er wieder zu uns ins Wasser und hat wieder dumm getan», sagt Laura C. Da seien sie an ihren Platz gegangen. Nur: «Er kam auch und pöbelte weiter rum. Er hat ein Velo von einem kleinen Buben gestohlen und ein Bier eines Kollegen.» Der Mann habe gesagt, er müsse Alkohol haben und habe wieder «dumm getan» und rumgefuchtelt. Laura C.: «Da haben wir ihn zusammen mit anderen gehalten, bis um circa 15.15 Uhr die Polizei kam.»

Sie hofft, dass er bestraft wird

Der Mann, der Hochdeutsch gesprochen habe, sei dann offenbar zusammengebrochen, sagt Laura C. weiter. «Er war jedenfalls betrunken und hatte wohl auch Drogen dabei.» Deshalb sei er mit der Ambulanz in ein Spital gebracht worden. Nach der Untersuchung und der Anzeigenaufnahme durfte der Mann wieder gehen. «Ich musste auch bei der Polizei aussagen», sagt Laura C. Sie habe eine Anzeige wegen sexueller Belästigung gemacht und hoffe, dass er bestraft werde.

Doch nur Stunden später taucht der Mann wieder beim Nordpol auf. Wieder gibt es Stress. «Ärger hatte er mit einem Kollegen eines Kollegen von mir. Offenbar ging es um ein Handy», sagt Laura C. Wieder kommt die Polizei. Nun wird der Asylbewerber vom Areal weggewiesen.

Alleine zu unsicher und ängstlich

«Ich hatte den Mann zum ersten Mal gesehen», sagt Laura C. Sie findet es respektlos, was er getan hat. Sie sei froh gewesen, als er weg gewesen sei und ihr nicht mehr habe hinterherlaufen können. Aber: «Die Polizei hätte ihn nicht wieder rauslassen dürfen.»

Laura C. fühlt sich alleine am Nordpol «nun sehr unsicher und auch etwas ängstlich». Deshalb ist sie mit Kolleginnen unterwegs. «Ich möchte mit gutem Gewissen raus und nicht an solche Sachen denken», sagt sie. «Es ist ein freier Platz, und man sollte Respekt gegenüber anderen Menschen haben.»

Trotz allem wird sie sich auch bei der Opferhilfestelle melden. Denn, so Laura C.: «So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei.» Und: Sie möchte anderen jungen Frauen ans Herz legen: «Passt gut auf euch auf und lasst euch von einem solchen Menschen nicht unter Druck setzen.»

* Name bekannt 


Heiss diskutiert
    Meistgelesen