Darum gehts
- Krebsrisiko senken durch gesunde Ernährung, Bewegung, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen
- Radioaktive Gase in Gebäuden und Alkohol- sowie Tabakkonsum als Haupt-Risikofaktoren
- WHO empfiehlt wöchentlich 150-300 Minuten Aktivität, 30g Ballaststoffe täglich
Die Krebszahlen steigen weltweit an. Gleichzeitig sind sich Expertinnen und Experten einig: Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für einzelne Krebsarten senken. Blick zeigt dir, welche Aktivitäten du in deinen Alltag integrieren kannst, um dein persönliches Krebsrisiko zu minimieren.
Gesundes Körpergewicht halten
Übergewicht begünstigt chronische Entzündungen im Körper und beeinflusst den Hormonhaushalt. Beides gilt als möglicher Risikofaktor für verschiedene Krebsarten, darunter Brust-, Darm-, Gebärmutter-, Nieren- und Speiseröhrenkrebs. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann sich deshalb positiv auf die Gesundheit auswirken und langfristig helfen, das persönliche Risiko zu senken.
Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate körperliche Aktivität oder 75 bis 150 Minuten intensive Bewegung pro Woche. Regelmässige Bewegung hilft nicht nur dabei, das Körpergewicht zu halten, sondern kann auch das Risiko für Darmkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs senken. Bewegung fördert unter anderem die Darmtätigkeit, verbessert den Stoffwechsel und wirkt entzündungshemmend.
Pflanzlich und ballaststoffreich essen
Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Der Facharzt für innere Medizin Howard E. LeWine von Harvard Health weist zudem darauf hin, dass eine ausreichende Folatzufuhr bei Frauen möglicherweise dazu beitragen kann, ein durch Alkoholkonsum erhöhtes Brustkrebsrisiko teilweise auszugleichen.
Weniger rotes und verarbeitetes Fleisch essen
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Speck oder Salami als krebserregend ein. Ein häufiger Konsum steht mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung. Auch viel rotes Fleisch wie Rind, Schwein oder Lamm kann das Risiko erhöhen. Deshalb raten Fachleute, verarbeitetes Fleisch nur selten und rotes Fleisch in moderaten Mengen zu essen.
Abklärungen bei familiärer Belastung
Bei einigen Krebsarten spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Wer mehrere Fälle von Krebs in der Familie hat, sollte sich ärztlich beraten lassen und abklären, ob eine genetische Untersuchung sinnvoll ist. In der Schweiz setzt sich unter anderem Pink Cube für mehr Aufklärung und Früherkennung ein. Die Initiative tourt durch verschiedene Schweizer Städte und informiert Frauen kostenlos über Brustgesundheit und die Bedeutung der Früherkennung.
Radon in Wohnräumen überprüfen
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das aus dem Boden in Gebäude eindringen kann. Besonders in Kellern und Erdgeschossräumen kann sich das Gas ansammeln. Nach dem Rauchen ist Radon die häufigste Ursache für Lungenkrebs. Mit einer Radonmessung lässt sich die Belastung einfach überprüfen. Regelmässiges Lüften sowie bauliche Massnahmen können die Radonkonzentration deutlich senken.
Alkohol möglichst meiden und nicht rauchen
Bereits geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Brustkrebs, Darmkrebs, Leberkrebs, Mundhöhlenkrebs und Speiseröhrenkrebs. Tabakkonsum ist weltweit der grösste vermeidbare Risikofaktor für Krebs. Rauchen und Passivrauchen erhöhen unter anderem das Risiko für Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Blasenkrebs, Nierenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Vor UV-Strahlung schützen
UV-Strahlung ist die wichtigste Ursache für Hautkrebs. Schütze deine Haut deshalb mit Kleidung, Sonnencrème und einer Sonnenbrille. Meide die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr und verzichte möglichst auf Solarien.
Impfungen nutzen
Bestimmte Viren können Krebs begünstigen. Impfungen gegen HPV schützen unter anderem vor Gebärmutterhalskrebs sowie weiteren Krebsarten im Mund, Rachen und im Genitalbereich. Auch die Impfung gegen Hepatitis B kann das Risiko für Leberkrebs deutlich senken.