Wetter oder doch Klimawandel?
Darum schmort die Schweiz immer öfter – ETH-Experte erklärt

Rekordtemperaturen und 12 Tage Hitze: Die Schweiz schwitzte diesen Juni wie nie zuvor. Ist das jetzt das neue Normal? ETH-Klimaforscher Reto Knutti erklärt unsere Hitzewellen – und ob es noch schlimmer wird.
Kommentieren
1/7
Ein stabiles Hochdruckgebiet setzte sich in der zweiten Junihälfte über Europa fest.
Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz erlebte im Juni eine 12-tägige, historische Hitzewelle
  • Temperaturen stiegen um fast 3 Grad wegen des Klimawandels
  • 19 Wetterstationen registrierten Allzeit-Höchstwerte während der Hitzewelle
Wiebke_Köhne_Praktikantin News Desk_Ringier Blick_1.jpg
Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

In der zweiten Junihälfte schmorte die Schweiz unter einem stabilen Hoch. Die historische Hitzewelle hielt im Norden zwölf Tage an. An 19 Messstationen fielen Allzeit-Höchstwerte. 

Von einem Hitzetag spricht man, wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt. Sobald das drei Tage am Stück der Fall ist, nennt man das eine Hitzewelle. 

«Dadurch wird die Schwelle öfters übertreten»

Ein Hochdruckgebiet ist normales Wetter. Doch dass uns Hitzewellen schon im Juni derart ins Schwitzen bringen, ist eine Folge des Klimawandels. 

Fakt ist: Hitzetage und Hitzewellen sind kein neues Phänomen. «Diese gab es schon immer», sagt Klimaphysiker Reto Knutti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) zu Blick. Durch den Klimawandel hat sich jedoch die Ausgangslage so verändert, dass in der Schweiz die Temperaturen um fast 3 Grad angestiegen sind. «Dadurch wird die Hitzeschwelle öfter übertreten und weniger häufig unterbrochen.»

Wie entsteht ein Sonnenbrand?
2:09
Schmerzhaft und gefährlich:So schnell entsteht ein Sonnenbrand

«Jede Hitzewelle ist wetterbedingt»

Einfach gesagt bedeutet das laut Knutti: «Etwa 80 Prozent der Geschichte lässt sich damit erklären, dass wir dem gleichen Wetter in einer wärmeren Welt ausgesetzt sind.» Für die Zukunft heisst das: Die Juni-Hitzewelle bleibt keine Ausnahme. Sie ist ein Beispiel für unser neues Normal.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Und die restlichen 20 Prozent? Die liegen am Wetter. Denn auch in einer wärmeren Welt braucht es konkrete Voraussetzungen für eine Hitzewelle. «Jede Hitzewelle ist wetterbedingt», stellt Knutti klar. «Dazu benötigt es ein Hochdruckgebiet.»

Unser Wetter hängt am Atlantik

Aber auch beim Wetter gibt es einen Wandel. Tendenziell häufiger zeigen sich sogenannte blockierte Hochdruckgebiete. «Diese setzen sich besonders lange fest, und aus zwei bis drei Tagen werden auf einmal zehn Tage Schönwetterphase», sagt Knutti.

Warum sich diese Hochs so hartnäckig über uns festsetzen, erforschen die Experten derzeit noch. Man geht jedoch stark davon aus, dass die grosse Hitze bei uns oft mit schlechtem Wetter über dem östlichen Atlantik einhergeht.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen