Darum gehts
- Unwetter mit Überschwemmungen in Winterthur und anderen Schweizer Regionen in der Nacht
- Trotz starken Regens bleibt Trockenheit wegen versiegeltem Boden bestehen
- Gefahrenstufe vier in fast allen Kantonen, nur Tessin und südliches Graubünden bei Stufe zwei
Sturzflutartige Bäche, Überschwemmungen in Tiefgaragen und am Bahnhof Winterthur strömte das Wasser durch die Decke: In der Nacht auf Mittwoch war das Wetterchaos in weiten Teilen der Schweiz nicht zu übersehen. Es regnete wie aus Kübeln. Auch für Mittwoch stehen Gewitter und Niederschläge auf dem Programm. Nimmt die Trockenheitsperiode damit ein Ende? Nein.
Trotz des Regens scheint keine Besserung in Sicht zu sein. In fast allen Kantonen gilt auch am Mittwoch noch die zweithöchste Gefahrenstufe vier. Einzig im Tessin und im südlichen Graubünden wird die Gefahr durch Trockenheit mit Stufe zwei als mässig eingestuft.
Die Wassermenge ist nicht der einzige Einflussfaktor
Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, lässt sich durch die Beschaffenheit des Bodens erklären. Fehlt es dem Boden über längere Zeit an Feuchtigkeit, weicht er nicht mehr schnell auf. Wie Meteo Schweiz auf Anfrage von Blick mitteilt, führte die grosse Trockenheit der letzten Zeit dazu, dass die oberste Schicht sich quasi versiegelt hat. In diesem Zustand wird nur die oberste Bodenschicht befeuchtet – das meiste Wasser fliesst ab, bevor es versickern kann.
Weil der Regen lange ausblieb, hatten aber auch die tieferen Schichten zunehmend an Feuchtigkeit verloren. Diese sind laut Meteo Schweiz ebenfalls ausschlaggebend dafür, wie der Bund die Situation einschätzt.
Weil sich das Wasser in der Nacht auf Mittwoch vorerst durch die Oberfläche kämpfen musste, konnten die tieferen Schichten fast gar nicht befeuchtet werden. Weiter heisst es in der Mitteilung, dass die starken Niederschläge nur geringfügig und regional zu einer Linderung der Trockenheit beigetragen haben.
Es folgt eine weitere Trockenphase
Was der Boden jetzt eigentlich braucht, ist regelmässiger und flächendeckender Niederschlag über mehrere Wochen. Auch die Art des Regens hat einen Einfluss auf seine Wirksamkeit. Langanhaltender, schwacher Regen nützt mehr als ein intensiver Schauer. Dies, weil der Boden nicht die Kapazität hat, grosse Mengen an Wasser innert kurzer Zeit aufzunehmen.
Das ist derzeit jedoch nur Wunschdenken. Laut Meteo Schweiz schlägt das Wetter spätestens ab dem nächsten Wochenende wieder um. Erneut steht uns eine überwiegend trockene Phase mit hohen Temperaturen bevor. Wie lange diese anhalten wird, ist derzeit noch unklar.