Darum gehts
- Barbesitzer Jacques Moretti war 2016 in der Schweiz vorbestraft
- Feuerpolizei übersah 2019 leicht entflammbaren Schaumstoff an der Decke
- 40 Tote in der Neujahrsnacht, Handys erst acht Tage später sichergestellt
Der sich in Untersuchungshaft befindende Betreiber der Inferno-Bar «Le Constellation», wo in der Neujahrsnacht 40 Menschen starben, war in der Schweiz schon wegen Schwarzarbeit verurteilt. Das berichtet die «NZZ am Sonntag» aufgrund von Ermittlungsunterlagen, die der Zeitung vorliegen.
Jacques Moretti (49) war demnach bereits 2016 in der Schweiz wegen Schwarzarbeit verurteilt worden – zusätzlich zu früheren Verurteilungen in Frankreich. Damit stellt sich die Frage, ob er nach Walliser Recht überhaupt eine Konzession für den Barbetrieb in Crans-Montana VS hätte erhalten dürfen. Vorbestrafte sind unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen.
Prüfer übersah Schaumstoff
Zudem kommt ans Licht, dass bei der letzten feuerpolizeilichen Kontrolle des Lokals im Jahr 2019 keine Hinweise auf den leicht entflammbaren Schaumstoff an der Decke dokumentiert wurden. Stattdessen bemängelten die Behörden nur kleinere Punkte wie eine Holzverkleidung und eine fehlende Beschilderung des Feuerlöschers.
Schliesslich wird nun auch das kantonale Amt für Feuerwesen kritisiert. Schon 2015 hatte es Baupläne der Bar angefordert, nachdem eine Glasveranda bewilligt werden sollte. Diese Pläne seien nie eingereicht worden. Das Amt forderte sie später auch nie an. Die zuständige Dienstchefin erklärt, man sei davon ausgegangen, dass der Bau nie begonnen habe. Dies, obwohl das Baugesetz vorschreibt, dass Pläne zwingend vor Baubeginn vorliegen müssen.
Weitere gravierende Versäumnisse in Strafuntersuchung
Die «NZZ am Sonntag» berichtet zudem über weitere gravierende Versäumnisse in der Strafuntersuchung. Laut Ermittlungsakten wurden die Handys der Barbetreiber Jacques und seiner Frau Jessica (40) Moretti erst acht Tage nach dem Brand sichergestellt – ein ungewöhnlich spätes Vorgehen, da solche Geräte zentrale Beweismittel sind.
Zudem behandelten die Staatsanwältinnen die beteiligten Behörden auffallend nachsichtig: Der Sicherheitschef der Gemeinde durfte selbst Dokumente einreichen, obwohl er potenziell mitschuldig sein könnte. Und der Kanton erhielt für verspätete Aktenübergaben von den Staatsanwältinnen lediglich eine freundliche Erinnerung.
Leichnam beschlagnahmt
Besonders schwer wiegt, dass die Staatsanwaltschaft offenbar die Anordnung von Autopsien versäumte. Erst zwei Wochen später stellten die Ermittlerinnen fest, dass kein Auftrag erteilt worden war, und beschlagnahmten daraufhin den Leichnam eines 18-jährigen Opfers kurz vor dessen Beerdigung.
Nach Angaben der Zeitung sollen Jacques und Jessica Moretti in der kommenden Woche erneut einvernommen werden.
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