Diese schrecklichen Szenen erlebten die Augenzeugen
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«Wie im Horror-Film»:Augenzeugen berichten von Inferno-Nacht in Crans-Montana

Inferno-Wirt warb Frauen für Genfer Erotik-Massagesalon an
Die Strafakte Jacques Moretti

Nach dem Brand in Crans-Montana kommen immer mehr Details über das Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti ans Licht. Der Inferno-Wirt war bereits wegen Zuhälterei polizeibekannt. Auch zur Schweiz gibt es Bezüge.
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Das Ehepaar Moretti befindet sich derzeit im Fokus der Öffentlichkeit.
Foto: Zvg

Darum gehts

  • Nach Brand in Crans-Montana wird Vergangenheit von Betreiber Jacques Moretti bekannt
  • Moretti 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution verurteilt, Berufsverbot erhalten
  • Moretti erhielt 12 Monate Haft, Ehefrau Jessica bisher nicht vorbestraft.
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Janine EnderliRedaktorin News

Nach der Katastrophe in Crans-Montana VS rücken nicht nur die Umstände des Brandes in den Fokus, auch über die Vergangenheit der Betreiber wird immer mehr bekannt. So soll Inferno-Wirt Jacques Moretti (49) den französischen Justizbehörden bereits zuvor bekannt gewesen sein. 

Mehrere französische Medien berichten unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen, dass der Gastronom bereits einmal wegen Zuhälterei im Gefängnis sass. 

«Anstiftung zur Prostitution»

Bereits 2005 wurde er demnach in Savoyen inhaftiert. Laut der Regionalzeitung «Le Dauphiné» verurteilte ihn das Strafgericht in Annecy im Jahr 2008 wegen «Anstiftung zur Prostitution».

Der Fall betraf offenbar die Anwerbung junger Frauen aus Frankreich, die anschliessend als Sexarbeiterinnen in einem Erotikmassagesalon in Genf arbeiten sollten.

Moretti bestritt Vorwürfe

Moretti wurde zu zwölf Monaten Haft verurteilt, acht davon wurden zur Bewährung ausgesetzt. Während der Ermittlungen bestritt der damals 32-Jährige die Anschuldigungen und gab lediglich zu, den Massagesalon drei Monate lang unter dem Namen eines Schweizer Betreibers geführt zu haben. 

Die französische Tageszeitung hat die Anwältin aus Annecy ausfindig gemacht, die Moretti damals verteidigt hatte. Die Frau gibt an, dass die Anschuldigungen weitgehend im Sande verlaufen seien. Aus diesem Grund plädierte sie auf Freispruch. 

Weitere Verurteilung wegen Sozialbetrugs

Wie «Le Matin» weiter schreibt, erhielt Moretti durch das Urteil ein Berufsverbot als Geschäftsführer eines französischen Betriebs. 

In Bastia auf der Insel Korsika kam es laut Franceinfo 2010 zu einer weiteren Verurteilung wegen Sozialbetrugs. Die genauen Umstände sind unklar. 

Ehepaar Moretti: «Wir sind am Boden zerstört»

Morettis Ehefrau Jessica (40) war bisher nicht vorbestraft. Nach dem Brand in der Neujahrsnacht hat die Walliser Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässigen Entfachens einer Feuersbrunst eröffnet. 

Fünf Tage nach dem Inferno hat sich am Dienstagabend das Betreiber-Paar Moretti erstmals öffentlich geäussert. «Wir sind am Boden zerstört», heisst es in dem Schreiben. «Aus Respekt vor der Zeit der Trauer und des Gedenkens, die diese Tragödie erfordert, und auch aufgrund des aktuellen Ermittlungsstands werden wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nur in diesem Kontext äussern und haben vollstes Vertrauen in die Ermittler, den Sachverhalt aufzuklären und alle Fragen zu beantworten», schreibt das Ehepaar Moretti in einer Stellungnahme.

Die Betreiber wollen «uneingeschränkt» mit den Behörden kooperieren und der Verantwortung «keinesfalls» ausweichen.

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