Hier sind die Rettungskräfte im Einsatz
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Video aus Crans-Montana:Hier sind die Rettungskräfte im Einsatz

6 Monate nach Inferno von Crans-Montana – 14 Beschuldigte und 25 Opfer im Spital
Warum gibt es noch keine Anklage?

Ein halbes Jahr nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana kämpfen viele Überlebende noch um ihre Gesundheit, während die juristische Aufarbeitung Fahrt aufnimmt. Eine Zwischenbilanz sechs Monate nach der Katastrophe.
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Sechs Monate ist es her, dass die Bar Le Constellation in Flammen stand.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sechs Monate nach dem Brand in Crans-Montana kämpfen Opfer und Justiz noch immer
  • 25 Verletzte liegen noch in Spitälern, 9 davon in der Schweiz
  • Gegen 14 Personen wird ermittelt, aber keine Anklage liegt vor
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Daniel MacherRedaktor News

Sechs Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana werden die Medienberichte weniger, der Fokus verschiebt sich – aber für Verletzte, Angehörige und die Justiz hat der Kampf gerade erst begonnen. Eine Bilanz in sechs Punkten.

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Viele Schwerverletzte, lange Klinikaufenthalte

Noch immer liegen rund 25 Opfer des Brandes in Spitälern, 9 davon in der Schweiz. Viele haben schwere Verbrennungen, Atemwegs- und Rauchgasverletzungen und müssen weiterhin auf Intensivstationen behandelt werden. Ein Teil der Betroffenen absolviert eine spezialisierte Rehabilitation in Suva-Zentren wie Sitten VS und Bellikon AG, wo Pflege und Therapien auf Schwerbrandverletzte ausgerichtet sind, wie «Le Temps» berichtet. Parallel dazu wird eine grössere Gruppe ambulant weiterbehandelt – der Genesungsprozess wird sich für viele über Jahre hinziehen.

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Reha-Marathon und psychische Narben

Seit Januar wurden mehrere Dutzend Brandopfer in spezialisierten Reha-Zentren aufgenommen. Ein Teil hat den Aufenthalt bereits abgeschlossen, andere stehen erst am Anfang der Therapie, wie die Genfer Tageszeitung berichtet. Viele müssen mehrfach operiert werden, lernen alltägliche Bewegungen neu, kämpfen mit Schmerzen, Schlafstörungen und der Angst vor einem Rückfall. Hinzu kommt die enorme psychische Belastung: Schwerstverletzte liegen mitunter wochenlang im künstlichen Koma. Auch Pflegeteams berichten von einer anhaltenden Erschöpfung, weil die Extremsituation nicht einfach verschwindet, sobald die Kameras weg sind.

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Beschuldigte – aber noch keine Anklage

Gegen die Barbetreiber Jacques (49) und Jessica Moretti (40) wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandverursachung ermittelt. Fünf Monate nach der Katastrophe mussten sie erstmals gemeinsam zu einer Konfrontationsbefragung erscheinen, eine formelle Anklage liegt aber weiterhin nicht vor. Insgesamt ermittelt die Walliser Staatsanwaltschaft inzwischen gegen 14 Personen: Neben den Morettis sind auch aktuelle und ehemalige Gemeindevertreter sowie Sicherheitsverantwortliche im Fokus der Behörde. Für alle Beteiligten gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

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Entspannung zwischen Bern und Rom

Zu Beginn prägten heftige Vorwürfe aus Italien das politische Klima: Die Freilassung von Jacques Moretti durch das Zwangsmassnahmengericht hatte Regierung, Opposition und Angehörige in Italien schockiert. Der italienische Botschafter wurde vorübergehend nach Rom zurückbeordert. Inzwischen äussert sich Gian Lorenzo Cornado (67), der scheidende Botschafter, sanfter, wie Medien berichteten. Er lobt das Tempo der Walliser Justiz, die nach Einschätzung italienischer Anwälte in sechs Monaten gute Arbeit geleistet habe. Italien akzeptiert, dass die Verfahren strikt nach Schweizer Recht geführt werden, mahnt aber, dass zu milde Strafen in Rom als mangelnde Gerechtigkeit für die Opfer wahrgenommen würden.

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Vom Einzelfall zur Systemfrage

Die Brandkatastrophe hat eine Debatte über den Umgang mit Schwerbrandverletzten und über die Katastrophenmedizin in der Schweiz ausgelöst. Auf Bundesebene wird ein Bericht zur medizinischen Reaktion und zur internationalen Zusammenarbeit erarbeitet. Die Erkenntnisse fliessen in eine Überarbeitung des nationalen Konzepts für die Behandlung schwerer Verbrennungen ein. Das bisherige Konzept galt als veraltet, die Erfahrungen aus Crans-Montana und der Austausch mit europäischen Partnern sollen Standards und Abläufe modernisieren.

Gleichzeitig formiert sich die Opfervertretung: Unter anderem engagiert sich der italienische Botschafter als Stiftungsrat für die Brandopfer, während Opferanwälte den vom Bundesrat initiierten «runden Tisch» als unzureichend kritisieren. Für viele Betroffene ist klar: Sie erwarten nicht nur individuelle Hilfe, sondern auch strukturelle Änderungen.

«Ich entschuldige mich im Voraus»
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Präsident des runden Tisches:«Ich entschuldige mich im Voraus»
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Ein Jugendzentrum – und die Frage nach dem Erinnern

Die Bar Le Constellation wird nie wieder öffnen. Das Gebäude soll zu einem Jugendzentrum umgestaltet werden, wie der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay (55) angekündigt hat. Ziel ist, der jungen Bevölkerung einen neuen Treffpunkt zu bieten und gleichzeitig ein Zeichen des Gedenkens zu setzen. Wie genau die Erinnerung an die 41 Todesopfer und die mehr als 100 Verletzten dort verankert wird – etwa durch eine Gedenkstätte oder regelmässige Veranstaltungen –, bleibt abzuwarten.

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