«Verbrannte Menschen lagen auf mir»
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Überlebende von Crans-Montana:«Verbrannte Menschen lagen auf mir»

Inferno, Koma, Albträume – jetzt darf Brandopfer Roze (18) wieder nach Hause in die Schweiz
«Wann werden die Morettis zur Rechenschaft gezogen?»

Roze war in der Silvesternacht in der Bar Le Constellation und wurde schwer verletzt. Sie lag 18 Tage im künstliches Koma. Jetzt geht es ihr besser – und wie. Die junge Frau darf das Spital in Belgien verlassen.
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18 Tage lang lag Roze im Koma.
Foto: Joel Hoylaerts / Photonews

Darum gehts

  • Roze (18) kehrt nach einem Monat Klinikaufenthalt in die Schweiz zurück
  • Die junge Frau überlebte das Silvester-Inferno und lag 18 Tage im Koma
  • Sie wirft den Bar-Betreibern Jacques und Jessica Moretti schwere Vorwürfe vor
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Nach einem Monat in ärztlicher Behandlung darf Roze (18) aus Vevey VD wieder nach Hause in die Schweiz. Die junge Waadtländerin überlebte das Inferno von Crans-Montana in der Silvesternacht. Daraufhin lag sie 18 Tage lang im Koma – nachdem sie endlich zurückgeholt werden konnte, sprach sie erstmals über das Erlebte.

Am Flughafen im belgischen Zaventem wartete Roze auf ihren Flug, als sie mit der belgischen Zeitung «Het Laatste Nieuws» über ihre Rückkehr sprach. Sie sei glücklich, wieder in die Schweiz zu können, trotz dem Horror, den sie erleben musste. «Dieses Gefühl überwiegt jetzt trotz allem. Ich bin froh, dass ich hier entlassen werde, denn das bedeutet, dass es mir bessergeht. Ich bin auch froh, dass ich zurück in die Schweiz kann und meine Freunde und Familie wiedersehen kann.» Zwar muss Roze auch hierzulande noch für einige Zeit in ein Spital, die Freude auf die Heimat trübe diese Aussicht aber nicht.

«Viele liebe Menschen» in belgischen Spital

Ihren Aufenthalt im Verbrennungszentrum des Lütticher Unispitals werde sie immer in guter Erinnerung behalten. «Ich wurde hier hervorragend behandelt. Medizinisch, aber vor allem menschlich. So viele liebe Menschen!» Gerne würde sie irgendwann zurückkehren. «Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, aber dann für richtige Ferien.»

Während ihrer Zeit in Belgien wich ihr Vater Huseyin (42) nie von ihrer Seite. Roze hat noch immer Schmerzen an den Händen, kann kaum laufen und braucht Medikamente, um schlafen zu können – und wenn sie dann schlafen kann, verfolgen sie die Szenen der Inferno-Nacht in ihren Träumen.

Schwere Vorwürfe an die Morettis

Ihre beste Freundin, die bei dem Brand in der Silvesternacht ebenfalls verletzt wurde, wird momentan noch in einem Schweizer Spital behandelt. Roze arbeitete für das Bar-Betreiber-Paar Jacques und Jessica Moretti als Social-Media-Managerin. In der Brandnacht sollte sie einige Videos der Party aufnehmen.

«Ich habe dort erst einen Monat gearbeitet, aber trotzdem: Sie haben sich nicht gemeldet. Sie haben in keiner Weise Verantwortung übernommen, auch nicht an diesem Abend», so Roze. «Ich habe jetzt viele Fragen. Wie wird es mir ergehen? Wie wird es meiner besten Freundin ergehen, der es schlechter geht als mir? Aber auch: Wie wird es mit den Morettis weitergehen? Wann werden sie endlich zur Rechenschaft gezogen?»

Die Fragen bleiben offen – für Roze ist jedoch klar, dass sie wieder an den Ort des Geschehens zurückkehren will. «Sobald es möglich ist, werde ich in Crans-Montana Blumen für die Opfer niederlegen. Ich denke jeden Tag an sie.»

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