Darum gehts
- Walliser Staatsanwaltschaft obduziert zwei der 41 Opfer von Crans-Montana
- Erstes Ergebnis zeigt: Ein Opfer starb durch Rauchvergiftung
- Bar-Betreiber Moretti testete Schaumstoff, bemerkte starken Rauch schon vorher
Rund um die Obduktion der Brandopfer von Crans-Montana herrschte einiges an Chaos. In einem Fall hatte die Walliser Staatsanwaltschaft beispielsweise die Obduktion von Trystan Pidoux (†17) aus Pully VD angeordnet, nachdem sie zwei Wochen lang davon abgesehen hatte. Die Kehrtwende führte zu grossem Frust bei seinen Angehörigen.
Nur zwei der 41 Leichen der Brandkatastrophe wurden von der Walliser Staatsanwaltschaft obduziert. Wie die «NZZ» berichtet, ist nun ein erstes Ergebnis bekannt. Eines der untersuchten Opfer starb definitiv an einer Rauchvergiftung. Ob es sich bei dem untersuchten Körper um den Leichnam von Trystan handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor.
«Es gab wirklich viel Rauch»
Das Ergebnis des Obduktionsberichtes wirkt zunächst trivial, könnte aber grosse Auswirkungen auf die Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe haben. Bar-Betreiber Jacques Moretti gab in seiner dritten Einvernahme am 20. Januar nämlich an, in der Vergangenheit einen Brandtest am Schaumstoff im Le Constellation durchgeführt zu haben. Das Material fing in der Silvesternacht durch Wunderkerzen Feuer und löste die Brandkatastrophe aus.
Moretti hatte demnach ein Stück des Schaumstoffs mit einem Bunsenbrenner getestet. Das Werkzeug habe sofort ein Loch in das Material gebrannt. Grössere Flammen hätten sich jedoch keine gebildet. Nur eine Sache sei dem Bar-Betreiber aufgefallen: «Es gab wirklich viel Rauch ohne grossen Grund.»
Moretti könnte also eine bessere Kenntnis von der Gefährlichkeit des Schaumstoffs gehabt haben als bisher angenommen. Der Vater des obduzierten Opfers beschuldigt Moretti laut der «NZZ», nicht nur fahrlässig gehandelt zu haben, sondern mit einer gewissen Absicht. Der Anwalt des Vaters fordere deshalb nun die Hochstufung der Vorwürfe gegen Jacques Moretti.