Elf Verletzte bei Fasnacht im Wallis – Umzugschef in Biel reagiert
«Wir kontrollierten unser Sicherheitskonzept bezüglich Konfettikanonen»

Eine Explosion bei einem Fasnachtsumzug in Le Châble VS hat elf Verletzte gefordert. Das Unglück zeigt nun Auswirkungen auf andere Fasnachts-Organisatoren.
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Am Samstag explodierte eine Konfettikanone an der Fasnacht in Le Chable VS, das zur Gemeinde Val de Bagne VS gehört.
Foto: Kantonspolizei Wallis

Darum gehts

  • In Le Châble VS explodierte am Samstag eine Konfettikanone beim Fasnachtsumzug
  • Elf Verletzte, darunter eine schwer, neun bereits aus Spitälern entlassen
  • Walliser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Explosion und Körperverletzung
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Pascal ScheiberReporter Gesellschaft

Es sollte der Höhepunkt der Fasnacht in Le Châble VS werden. Der Umzug endete im Albtraum. Am Samstag, kurz vor 15 Uhr, explodierte der Kompressor einer Konfettikanone, wie die Kantonspolizei Wallis mitteilte.

Elf Menschen wurden verletzt, darunter eine Person schwer. Sie wurde mit dem Helikopter ins Universitätsspital Lausanne (CHUV) geflogen. Weitere Verletzte kamen in regionale Spitäler. Zwei der Verletzten waren ausländische Staatsangehörige. Wie die Kantonspolizei Wallis am Sonntag mitteilte, konnten neun Verletzte das Krankenhaus bereits wieder verlassen, zwei waren weiterhin in Spitalpflege. 

Fasnachts-OK prüfen Sicherheitskonzept erneut

Laut der Zeitung «Le Nouvelliste» könnte ein technisches Problem einer Anlage auf einem Wagen die Ursache für die Explosion sein. Dies ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Explosion und fahrlässiger Körperverletzung eröffnet.

Dieser Unfall eröffnet ein weiteres Kapitel in der Überarbeitung von Sicherheitskonzepten bei Anlässen. Bereits nach dem Silvester-Inferno von Crans-Montana erliessen die Behörden und Fasnachts-OKs schweizweit eine Überprüfung des Brandschutzes. Aber was ist mit Konfettikanonen? Daniel Micka (29), Umzugschef der Bieler Fasnacht, sagt auf Blick-Anfrage: «Wir haben unser Sicherheitskonzept in Bezug auf Konfettikanonen kontrolliert.» 

Ende Woche, wenn die Bieler Fasnacht startet, werden zwei Konfettikanonen auf unterschiedlichen Wagen Biels Strassen mit Papierschnipseln eindecken. «Unsere Wagen ziehen Baustellenkompressoren zum Betrieb der Konfettikanonen mit sich», erklärt Micka. Diese seien geprüft und sicher. Nach Mickas Einschätzung stand im Wallis ein anderes System im Einsatz. Ein Restrisiko könne man jedoch auch in Biel nie ausschliessen, sagt er. 

«Es hallte im ganzen Tal»

Zurück im Wallis. «Eine Seite des betroffenen Wagens wurde durch die Detonation komplett aufgerissen», sagte ein Augenzeuge. Ein anderer berichtete: «Zuerst dachten wir, es sei ein Feuerwerk, aber wir haben schnell gemerkt, dass es etwas Stärkeres war. Ich glaube, es hallte im ganzen Tal wider.»

Das Fasnachtskomitee von Le Châble und die verantwortliche Gruppe nahm bisher keine Stellung zum Unfall. Sie verwiesen auf den Gemeindepräsidenten. Gegenüber RTS betonte Fabien Sauthier, Gemeindepräsident von Val de Bagne, jedoch, dass die Sicherheit des Umzuges nicht Sache der Gemeinde sei. 

Es sei «schrecklich», dass dieser Unfall passiert sei. Die Gemeinde habe aber ein Sicherheitskonzept der Veranstalter bekommen. Darin sei die Personenzahl in Zelten oder Notausgängen definiert, so Sauthier. «Das wird hier seit Jahren professionell umgesetzt», versichert der Gemeindepräsident und betont: «Seit der Tragödie in Crans-Montana sind alle sensibilisiert.» 

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