Ehemalige Konsum-Filialleiterin von der Riederalp erkämpft sich ausstehenden Lohn
«Jetzt kann ich mir endlich meine Hochzeit leisten»

Nach einem halben Jahr Kampf vor der Schlichtungsstelle hat Martina Schnarwiler (27) endlich einen Grossteil ihrer Forderungen gegenüber der Konsumgenossenschaft Riederalp VS durchgesetzt. Das Geld sichert ihre Zukunft und die geplante Hochzeit.
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Martina Schnarwiler hatte Ärger mit der Konsumgenossenschaft Riederalp VS.
Foto: Martin Meul

Darum gehts

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  • Martina Schnarwiler erzwingt Zahlung von Konsumgenossenschaft Riederalp nach langem Streit
  • Fast 20'000 Franken wegen angeblicher Schäden zurückgehalten, Streit vor Schlichtungsstelle
  • Geld erleichtert Hochzeit, neue Stelle auf Riederalp gefunden
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Martin MeulReporter News

Es ist ein Erfolg auf der ganzen Linie für Martina Schnarwiler (27). Über ein halbes Jahr lag sie mit der Konsumgenossenschaft Riederalp VS im Streit, es ging um fast 20'000 Franken an ausstehenden Zahlungen. 

Nun hat die junge Schweizerin vor der Schlichtungsstelle einen Erfolg erzielt. «Das Kämpfen hat sich gelohnt, ich bin so froh», sagt sie zu Blick. Blick berichtete im Februar über ihren Fall.

Freigestellt während Krankschreibung

Rückblick: Im Mai 2024 wird Schnarwiler Konsum-Filialleiterin auf der Riederalp. Zuvor hat sie schon längere Zeit als Verkäuferin im Laden gearbeitet. Mit der Zeit häufen sich die Probleme. Es fehlte an Personal. Schnarwiler ist «am Anschlag».

Ende August 2025 reicht Schnarwiler ihre Kündigung ein. Anfang September wird sie krank. «Ich hatte hohes Fieber, es ging mir richtig schlecht», sagt sie damals zu Blick. Sie wird krankgeschrieben.

Am 19. September 2025 erhält sie mitten in der Krankschreibung die Freistellung. Das Problem: Ab diesem Moment wird kein Lohn mehr überwiesen. «Das ist illegal», ärgerte sich Schnarwiler gegenüber Blick. Auch der Lohn für die kommenden Monate wird ihr von der Konsumgenossenschaft nicht gezahlt.

Lohn als Pfand einbehalten

Der Grund dafür: Die Konsumgenossenschaft behält den Lohn ein, um vermeintlich von Schnarwiler verursachte Schäden zu beheben.

Die Vorwürfe: Die Filialleiterin habe durch schlechtes Management Waren ablaufen lassen, sodass diese weggeworfen werden mussten. Der Laden sei dreckig und in einem «hygienisch nicht tragbaren Zustand» gewesen. Die entstandenen Kosten würden mit dem ausstehenden Lohn verrechnet, heisst es.

Dagegen wehrte sich die junge Frau mit einem Anwalt, zog den Fall vor die Schlichtungsstelle. «Als meine vermeintlichen Fehler passierten, war ich schon krankgeschrieben», sagte sie. 

Ein Erfolg für die Zukunft

Nun hat sich für Martina Schnarwiler die Sache zum Guten gewendet. «Die Konsumgenossenschaft Riederalp hat mir einen grossen Teil meiner Forderungen bezahlt», sagt sie. Über den genauen Betrag wurde Stillschweigen vereinbart, nur so viel: «Es ist viel mehr, als ich erwartet habe.» 

Die Sache ist damit für die ehemalige Filialleiterin vom Tisch und nicht nur das: «Das Ganze war auch wichtig für meine Zukunft. Jetzt kann ich mir endlich meine Hochzeit leisten», freut sich die 27-Jährige. Die Planungen laufen.

Sie ist froh, dass sie den Weg gegangen ist. «Auch wenn es manchmal unangenehm ist, muss man für sich einstehen, wenn man im Recht ist. Dazu gehört auch, dass man Missstände von Zeit zu Zeit öffentlich anprangern muss, so wie ich es im Blick getan habe.»

Neuen Job gefunden

Das Verhältnis zu ihren ehemaligen Chefs sei inzwischen wieder in Ordnung. «Wir können uns sogar wieder auf der Strasse grüssen», sagt Schnarwiler. 

Das ist gut so, denn sie arbeitet weiterhin auf der Riederalp. «Ich habe eine neue Stelle, die mir sehr gut gefällt. Mein Partner und ich fühlen uns hier sehr wohl», sagt sie. 

Die Konsumgenossenschaft Riederalp wollte sich gegenüber Blick nicht zur Einigung mit Martina Schnarwiler äussern.

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