«Der brutale Entscheid verletzt mich!»
Jetzt spricht die Köchin vom Beau-Rivage über die Schock-Entlassung

Anne-Sophie Pic (56) ist eine der besten Köchinnen der Welt. Nach 17 Jahren muss sie die Küche im noblen Beau-Rivage Palace in Lausanne räumen. In einem emotionalen Interview erzählt sie, über ihren Enttäuschung und den Ärger über den Rausschmiss am Genfersee.
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Anne-Sophie Pic (56) muss nach 17 Jahren die Küche des Beau-Rivage Palace in Lausanne räumen.
Foto: Mike Wolf

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Starchefin Anne-Sophie Pic verlässt Beau-Rivage Palace in Lausanne nach 17 Jahren
  • Hotel will keinen ausländischen Starchef mehr, sucht internen Küchenchef
  • Das Restaurant mit 18 Gault-Millau-Punkten bleibt bis Ende 2026 rentabel
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Schweizer Gastro-Szene reibt sich verwundert die Augen: Das noble Beau-Rivage Palace in Lausanne schmeisst Starchefin Anne-Sophie Pic (56) raus. Pic ist eine der besten Köchinnen der Welt – keine Frau holte mehr Michelin-Sterne als sie. Das Restaurant im Luxushotel am Genfersee ist eines der besten der Schweiz und mit 18 Gault-Millau-Punkten dekoriert.

Eine Verlängerung ihres Vertrages schien nur noch Formsache, wie das Gastro-Magazin «Gault-Millau» zuerst berichtet hat. Die Sandoz-Familie um den verstorbenen Bildhauer Édouard-Marcel Sandoz (1881 bis 1971), Eigentümer des Beau-Rivage Palace, hatte das Lokal im Hotel erst gerade im Herbst 2024 extra nach den Wünschen von Anne-Sophie Pic umgebaut. Dann der Knall: Der auslaufende Vertrag mit der Spitzenköchin wurde nicht verlängert – nach 17 Jahren.

«Das gehört sich nicht!»

Das Aus kam auch für Pic überraschend. «Das habe ich wirklich nicht erwartet», sagt sie in einem Interview mit «Gault Millau». «Ich habe die Entscheidung erst erfahren, kurz bevor die Mitarbeiter orientiert wurden. Das gehört sich eigentlich nicht bei einer so langjährigen Beziehung.» Von Ermüdungserscheinungen nach 17 Jahren könne keine Rede sein. «Im Gegenteil. Wir waren voller positiver Energie, dynamisch unterwegs. Wir wollten den dritten Stern», sagt die Küchenchefin.

Das Fünf-Sterne-Hotel im Lausanner Quartier Ouchy mit 168 Zimmern und 34 Suiten ist jetzt auf der Suche nach einem neuen Küchenchef. Gemäss «Gault-Millau» will der Betrieb sein Top-Lokal nicht mehr an einen Starchef aus dem Ausland abgeben, sondern einen Koch, der fix zum Hotel gehört. «Das kann man so entscheiden. Aber ob das wirklich besser ist? Ein Chef auf diesem Niveau ist immer unter Druck, kann sich nie für einen Moment zurücklehnen und beobachten, welche Trends gerade wichtig sind in unserem Metier. Wir konnten diese Unterstützung bieten», sagt die Französin.

«Das Restaurant ist rentabel»

Dann wird sie im «Gault-Millau»-Interview so richtig emotional. «Wir haben in Lausanne unser Herz, unsere Seele gelassen und uns auch beim Umbau des Restaurants voll engagiert. Auch deshalb ist die Entscheidung brutal.»

Dass ihr schlechte Zahlen zum Verhängnis wurden, bestreitet sie. Man habe zwar drei schlechte Monate hinter sich. «Wie immer, wenn Krieg ist auf der Welt», sagt sie. Betont aber eindringlich: «Das Restaurant ist rentabel!» Das könnten nur wenige Fine-Dining-Restaurants von sich behaupten. «Wer viel Geld verdienen will in der Gastronomie, sollte ein Bistro eröffnen», schliesst Pic frustriert. Ende 2026 steht sie zum letzten Mal in Lausanne in der Küche.

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