Darum gehts
- Starkoch Franz Faeh geht nach Sommersaison 2026 im Gstaad Palace in Pension
- Faehs Hundekoch-Anekdote: 1000 CHF für Keniabohnen, Reis und Tournedos
- 700 Gerichte täglich, Nachfolger Luca Gatti arbeitet seit 20 Jahren vor Ort
Franz Faeh (64) ist der heimliche Star der vierteiligen SRF-Dok «Inside Palace Gstaad». Mit seiner herzlichen Art und seiner stoischen Ruhe hat er sich in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer gekocht. Legendär die Szene, als er erzählt, dass der Hund eines Gastes zehn Tage lang Keniabohnen mit Reis und ein Tournedos de bœuf medium gebraten verspeist hat. «Der Hund hat 1000 Stutz verfressen», sagt Faeh und zieht die Augenbrauen hoch. Grosses Kino!
Jetzt kommt es im legendären Luxushotel Gstaad Palace zum Generationenwechsel in der Küche, wie das Gourmetmagazin «Gault Millau» berichtet. Der Culinary Director, so die offizielle Berufsbezeichnung des Starkochs, geht nach Jahrzehnten im Haus in Pension. Noch bestreitet er die kommende Sommersaison – danach ist Schluss. Faeh ist in Gstaad aufgewachsen, hat im «Palace» schon die Lehre gemacht, kennt die Küche also seit rund 50 Jahren. Später führte er jahrelang grosse Hotelküchen in Asien und kehrte 2016 als Küchenchef zurück. Diese Stelle war sein Bubentraum.
700 Gerichte am Tag
Faeh prägte die Küche des Luxus-Hotels in den letzten zehn Jahren wie kaum ein anderer. In der Hochsaison verlassen bis zu 700 Bestellungen pro Tag die «Palace»-Küche, über 140 Gerichte stehen auf der Karte. Und: Die Gäste bestellen oft nicht von der Karte, sondern wollen dies und das – und dann noch etwas von jenem dazu. Für Faeh war der Job immer eine Mischung aus Leidenschaft und Hochleistungssport, wie er zu sagen pflegt.
Sein Nachfolger steht bereits fest: Luca Gatti (56) steigt zum neuen Küchenchef auf. Der Italiener ist kein Unbekannter – im Gegenteil. Seit 20 Jahren arbeitet er im Gstaad Palace, zuletzt als Executive Souschef und rechte Hand von Faeh. Die beiden verbindet eine lange berufliche Partnerschaft und grosses Vertrauen. «Von Franz habe ich gelernt, wie man die Küche eines traditionsreichen Hauses in die Zukunft führt», sagt Gatti.
Besitzer Andrea Scherz setzt bewusst auf eine interne Lösung, wie er «Gault Millau» verrät. Denn: Ein externer Starchef hätte es im «Palace» schwer gehabt: Die vielen Stammgäste haben ihre ganz eigenen kulinarischen Wünsche – und die sind sogar in einem geheimen Buch festgehalten. Für die Gäste bedeutet das: Die «Palace»-Klassiker bleiben, nur der Chef am Herd wechselt.