Betrüger machen Jagd auf gutgläubige Schweizer – und fallen auf Supercedi rein
52:06
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Von Odermatt bis Keller-Sutter
Wie Betrüger mit Promi-Gesichtern ihre Opfer abzocken

Immer wieder werden Schweizerinnen und Schweizern zur Zielscheibe von Online-Betrügern. Eine besonders fiese Masche: Sie geben sich als Promis aus und bauen nach und nach Nähe zu ihren Opfern auf. Die dreistesten «Promi-Scams» im Überblick.
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Mit dieser Fake-ID versuchte ein Online-Betrüger zudem die Walliserin Corinne abzuzocken. Insgesamt 6500 Franken knöpfte der Gauner ihr ab.
Foto: DR

Darum gehts

  • Promi-Gesichter werden für Betrügereien wie Gewinnspiele und Krypto-Investments missbraucht
  • Eine Walliserin verlor 6500 Franken durch einen falschen Marco Odermatt
  • Ein Rentner investierte 32'000 Franken in einen Fake-Anlagebetrug mit SRF-Video
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Janine EnderliRedaktorin News

Sie lachen uns an, erscheinen auf Social Media – und plötzlich wird ihr Gesicht zum Werkzeug von Betrügern. Ob gefälschte Gewinnspiele, dubiose Krypto-Investments oder skrupellose Fan-Betrügereien: Promi-Gesichter werden immer öfter geklaut, kopiert und missbraucht, um ahnungslose Menschen um ihr Geld zu bringen.

In einem neuen Projekt widmet sich das Izzy-Team genau solchen Fällen. Das Online-Magazin sorgt immer wieder mit pointierten Dokumentationen für Aufsehen. So spürte das Team mehrere Enkeltrickbetrüger auf oder dokumentierte einen Casino-Betrug in Zürich. 

Jetzt stehen Promi-Betrüger im Fokus. Blick hat die perfidesten Promi-Scams der letzten Monate zusammengetragen.

1

Fake-Odermatt bringt Walliserin um ihre Ersparnisse

Nach einem Kommentar unter einem Instagram-Post von Skistar Marco Odermatt (28) geriet die Walliserin Corinne* ins Visier von Betrügern. Ein falscher Marco Odermatt kontaktierte die 50-Jährige und baute über Wochen Vertrauen zu ihr auf. Mittels Erklärungen, die ihr zunächst logisch erschienen, und einer ganzen Palette an Komplimenten geriet die Westschweizerin immer weiter in den Strudel der Lügen. 

«Der Täter sagte mir, ich sei schön.» Nach einiger Zeit wollte er sich sogar mit Corinne treffen. Schliesslich verlangte er Geld. Über Steam- und Apple-Geschenkkarten verlor die damals psychisch angeschlagene Frau rund 6500 Franken. 

2

Schweizerin verliert wegen falschem Brad Pitt 100'000 Franken

Ein ähnlicher Fall wurde im November 2025 bekannt. Eine Rentnerin aus dem Kanton Waadt wurde Opfer eines perfiden Online-Betrugs, bei dem sich der Täter als Hollywood-Star Brad Pitt (61) ausgab. Auch bei diesem Betrug baute der Betrüger über Wochen eine emotionale Bindung auf, gestand der Seniorin seine angebliche Liebe und forderte schliesslich Zahlungen für ein persönliches Treffen.

Die Frau überwies insgesamt fast 100'000 Franken an den Mann, reiste sogar nach Los Angeles – ohne aber jemals den Schauspieler zu treffen. Erst nach dem Bekanntwerden ähnlicher Fälle kam ihr die Sache verdächtig vor und sie erstattete Anzeige. Brad Pitts Sprecher betonte, dass der Schauspieler keine Social-Media-Konten auf Plattformen wie Instagram, Tiktok oder X hat, und verurteilte die Ausnutzung der Fan-Bindung. «Es ist schrecklich, dass Betrüger die starke Bindung der Fans zu Prominenten ausnutzen.»

3

«Blocher» gibt Finanztipps – Marco T. verliert Erspartes

«Ich wollte einmal in die Ferien oder im Restaurant essen gehen.» Diesen Satz sagte IV-Rentner Marco T.** (59) im Nachhinein zu Blick. Der Thurgauer wurde Opfer eines falschen Christoph Blocher. Der alt Bundesrat und SVP-Doyen (85) warb angeblich für eine Investitionsplattform – konkret für die Aktien- und Krypto-Plattform Suxxess FX. Sein Versprechen: angeblich todsichere Investments, die hohe Gewinne abwerfen. Dies schon ab einem Einsatz von 250 Franken – dank KI-gesteuertem Trading.

Weil Marco T. auf eine hohe Rendite hoffte, meldete er sich auf Suxxess FX an. Nach fünf Monaten hatte er insgesamt 20'000 Franken überwiesen, bekam jedoch nie etwas ausbezahlt. Der 59-Jährige verlor alles – sein ganzes Erspartes war weg. 

4

Rentner fällt auf falsches Keller-Sutter-Video herein

Robert N.** (70), ehemaliger Pflegeunternehmer, fiel auf einen Online-Anlagebetrug herein. Aufgrund eines gefälschten Videos, in dem vermeintlich Bundesrätin Karin Keller-Sutter (61) auftrat, investierte er auf einer gefälschten Plattform in Gold und Silber. Zunächst warf das Investment noch Gewinne ab, doch später verlor der Senior insgesamt 32'000 Franken an die Kriminellen.

Die Täter zu schnappen, ist schwierig. Sie arbeiten international – oft mit Kryptowährungen und Offshore-Strukturen, wodurch die Strafverfolgung schwierig ist. Robert N. erstattete Anzeige, wurde aber immer noch täglich von dubiosen Nachrichten bombardiert. 

5

Betrüger zocken mit Christa Rigozzi Blick-Leserinnen ab

Blick war auch schon von betrügerischen Fake-Artikeln und -Werbungen betroffen. Im Mai 2024 kursierten auf Facebook gefälschte Blick-Posts. Mit fingierten Storys über Christa Rigozzi (42) oder DJ Bobo (58) sollten Leserinnen und Leser abgezockt werden. «Diese Worte verwandelten ihr Leben in einen Albtraum», stand beispielsweise über einem Bild von Rigozzi, die via Photoshop mit blauen Flecken und Kratzern ausgestattet wurde. 

Das Blick-Logo und die Zeile: «Sie hat nicht bemerkt, dass ihr Mikrofon eingeschaltet war. Die sind ihre letzten Worte und das Ende ihrer Karriere» sollen den Eindruck erwecken, dass es sich bei dieser Facebook-Werbung um einen Artikel von Blick handelt. Weder das Zitat noch der Post sind echt. 

Zahllose Betroffene berichteten, wie sie telefonisch dazu gedrängt wurden, zu investieren, aber ihre vermeintlichen Gewinne nie erhielten. 

Im Juni 2025 hat Ringier, zu dem auch Blick gehört, bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen die Fake-Ads erstattet. 

* Name geändert 

** Name bekannt 

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