Darum gehts
- Elefantenbaby im Zoo Zürich kurz nach Geburt eingeschläfert.
- Seit Februar 2020 sind im Kaeng Krachan Elefantenpark zehn Elefanten gestorben.
- Letztes Elefanten-Jungtier starb im September 2025 infolge eines Spielunfalls.
Nach dem Tod eines Elefantenbabys im Zoo Zürich ist die Trauer gross. Am Montag brachte die 40-jährige Elefantenkuh Indi im Kaeng Krachan Elefantenpark komplikationslos ein männliches Jungtier zur Welt. Doch dem Elefantenbaby gelang es nach der Geburt trotz wiederholter Versuche und grossem Einsatz der Tierpfleger und Tierärzte nicht, selbständig aufzustehen, da es seine Hinterbeine nicht belasten konnte. Die Prognose liess zudem keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zu, weshalb das Team im Sinne des Tierwohls entschied, das Kalb einzuschläfern.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Elefant im Zoo Zürich verstirbt. Seit Februar 2020 haben einschliesslich des kürzlich geborenen Elefantenbabys bereits zehn Elefanten im Kaeng Krachan Elefantenpark ihr Leben verloren. Auch Zoodirektor Severin Dressen bedauert, dass die Elefantengruppe «nach den frustrierenden Verlusten in den vergangenen Jahren» wieder nicht weiter vergrössert werden konnte. Blick schaut zurück auf die traurigen Todesfälle in den vergangenen Jahren.
Februar 2020: Elefantenbulle Maxi wird eingeschläfert
Im Alter von 50 Jahren wurde der Elefantenbulle Maxi am 10. Februar 2020 im Zoo Zürich eingeschläfert. Das Alter hatte dem sanften Riesen zu schaffen gemacht. Wie der Zoo damals in einer Mitteilung schrieb, hatte Maxi zunehmend Mühe beim Hinlegen und Aufstehen wie auch beim Fressen durch die altersbedingt abgenutzten Zähne. Trotz spezieller Zusatznahrung und Schmerzmitteln verschlimmerte sich sein Zustand. Der Zoo musste das Tier schliesslich einschläfern.
April 2020: Neugeborenes stirbt an Kopfverletzung
In der Nacht auf den 5. April 2020 hatte die damals 15-jährige Elefantenkuh Farha ihr zweites Kalb zur Welt gebracht. Doch das Jungtier wurde am nächsten Morgen leblos aufgefunden. Untersuchungen zeigten, dass das Kalb infolge von Kopfverletzungen verstarb. Wie das Elefantenbaby sich genau verletzte, konnte der Zoo Zürich nicht rekonstruieren. Die Verletzungen dürften jedoch innerhalb der Familiengruppe, die bei der Geburt dabei war, entstanden sein, schrieb der Zoo damals in einer Mitteilung.
August 2020: Elefantenbaby nach Geburt totgetreten
Am 19. August 2020 gebar die Elefantenkuh Omysha ihr erstes Kalb. Wie der Zoo damals mitteilte, fand die Geburt wie alle Geburten in den 15 Jahren zuvor in natürlicher Form im Sozialverband der Herde statt. Doch als die Herde das Neugeborene begutachtete, entstand «eine Dynamik, die dazu führte, dass das Neugeborene von der Gruppe zu Tode getreten wurde», hiess es in einer Medienmitteilung. Was genau zu dieser Reaktion führte, blieb unklar. Der Zoo schrieb, dass bei Erstgeburten ein gewisses Risiko bestehe, man jedoch generell auf eine natürliche Geburt ohne menschlichen Zugriff setze.
Juni 2022: Elefantenbulle Umesh stirbt an Virus
Am 28. Juni 2022 verstarb der zweijährige Elefantenbulle Umesh, nachdem er an einem für Elefanten typischen Herpesvirus erkrankt war. Wie der Zoo Zürich damals schrieb, ist dieses Virus vor allem für Jungtiere gefährlich. Trotz andauernder Behandlung des Elephant Endotheliotropic Herpes Virus (EEHV) verstarb Umesh plötzlich. Der Zoo betonte: «Das EEHV ist unter Elefanten stark verbreitet, weshalb die meisten Tiere irgendwann in Kontakt mit ihm kommen und sich anstecken.» Dies gelte sowohl für Zoo-Elefanten als auch für wilde Populationen.
Juli 2022: Elefantenkuh Omysha erliegt Herpesvirus
Nur wenige Tage nach dem Tod ihres Bruders Umesh verstarb auch die achtjährige Elefantenkuh Omysha infolge einer schweren Herpesviruserkrankung am 10. Juli 2022. Die Behandlung mit antiviralen Medikamenten und Blutplasmatransfusionen hatte bei der Elefantenkuh leider keine Wirkung gezeigt.
Juli 2022: Zoo verliert Elefantenkuh Ruwani an Virus
Bereits in der Medienmitteilung zu Omyshas Tod hatte der Zoo Zürich vor dem Risiko einer Erkrankung der fünfjährigen Elefantenkuh Ruwani gewarnt. Die junge Elefantin wurde deshalb unter besondere Beobachtung genommen und regelmässig auf das Virus getestet. Doch am 23. Juli 2022 verstarb auch Ruwani an der Viruserkrankung.
«Einen dritten Elefanten in so kurzer Zeit an dieses gefürchtete Virus zu verlieren, ist ein tragischer Verlust für den Zoo Zürich», sagte Zoodirektor Severin Dressen damals. Er betonte: «Für uns als Zoo ist es besonders frustrierend, dass wir trotz bester veterinärmedizinischer Versorgung durch das Universitäre Tierspital Zürich machtlos gegen das Virus sind.»
Januar 2023: Neugeborenes verstirbt an Lebensschwäche
Am 14. Januar 2023 brachte die damals 17-jährige Elefantenkuh Farha einen Elefantenbullen zur Welt. Trotz der Fürsorge durch die Mutter und Grossmutter sowie medikamentöse Starthilfe durch die Tierärzte verstarb das Elefantenbaby kurz nach der Geburt an Lebensschwäche. Erste Ergebnisse aus der Pathologie zeigten, dass gewisse Organe wie Herz oder Lunge nicht richtig ausgebildet waren.
August 2024: Elefantenkuh Ceyla-Himali wird eingeschläfert
Die 49-jährige Elefantenkuh Ceyla-Himali litt bereits seit langem an gesundheitlichen Problemen, schrieb der Zoo Zürich im August 2024. Der Zoo hatte die betagte Elefantendame wegen abnehmender Nierenfunktion deshalb schon seit geraumer Zeit veterinärmedizinisch eng begleitet. Am 11. August entschied sich der Zoo schliesslich, Ceyla-Himali zu euthanasieren. Einen Tag zuvor hatte das Tier nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können. Der Zoo betonte, dass die Elefantenkuh ein für Asiatische Elefanten «stolzes Alter» erreicht hatte.
September 2025: Jungtier Zali stirbt nach Spielunfall
In der Nacht auf den 11. September 2025 verstarb das Elefanten-Jungtier Zali. Das knapp fünf Monate alte Kalb hatte sich zwei Tage zuvor beim Spielen an einem Asthaufen am linken Vorderbein verletzt. Das Jungtier humpelte daraufhin stark. Nach einer Untersuchung unter Narkose einen Tag später wurde eine vorsichtig optimistische Prognose gestellt, schrieb der Zoo Zürich damals.
Doch einige Stunden danach verstarb das Jungtier. Eine Obduktion zeigte, dass Zali an einer Verdrehung des Dünndarms verstarb. «So traurig es auch ist, eine solche Komplikation kann immer entstehen, wenn ein Tier Stress und Schmerzen erfährt, und war unter den gegebenen Umständen irreversibel und damit tödlich», sagte Zoodirektor Dressen damals.