Darum gehts
- Christbaum-Bauer Philipp G. verpasste Fachreise nach Budapest wegen Flugüberbuchung
- Swiss liess ihn trotz angeblich acht leerer Plätze nicht mitfliegen
- Swiss: Überbuchungen betreffen nur 0,02 Prozent der Passagiere
Diesen Ferienstart hätte sich Philipp G.* anders vorgestellt. Der 65-Jährige hätte am Samstagmittag eigentlich zu einer ganz speziellen Fachreise aufbrechen sollen. «Ich habe mit 44 Christbaum-Bauern eine Gruppenreise nach Budapest geplant», erzählte er Blick. Zusammen mit den speziellen Landwirten plante Philipp G. Besuche bei drei Christbaumproduzenten in Ungarn.
Der Start der Fachreise lief allerdings alles andere als geplant. Der Reiseführer musste sein Swiss-Flugzeug nämlich schon vor dem Start der Maschine wieder verlassen. «Ich wurde per Zufall herausgepickt, weil der Flug überbucht war.» Sein Ersatzflug startete erst über fünf Stunden später Richtung Ungarn. «Nun sind die 44 Bauern alleine in Budapest», schilderte Philipp G. kurz nach der Landung seines eigentlichen Fluges.
Was den 65-Jährigen dabei besonders nervt: «Im Flugzeug hätte es vor dem Start sicher acht leere Plätze gegeben.» Das zeigt ein Foto aus dem Innern der Maschine, das ein Mitglied der Reisegruppe Philipp G. zuschickte. Ohne ihren Reiseführer hatte die Gruppe zum Beispiel den gecharterten Bus zum Hotel in Budapest nicht gefunden.
Leere Plätze in Business-Class
Die Swiss bestätigt auf Anfrage von Blick, dass es beim Flug von Zürich nach Budapest zu einer Überbuchung kam. «Ein Passagier konnte deshalb leider nicht wie geplant mitfliegen.»
Die freien Plätze auf dem Foto sind laut der Fluggesellschaft Teil der Business-Class dieses Flugzeugs. «Diese reicht auf diesem Flug bis einschliesslich Reihe sieben.» Erst dahinter beginne die Economy-Class. «In der Business-Class bleibt auf diesem Flugzeugtyp jeweils der benachbarte Sitz frei», erklärt eine Swiss-Sprecherin Anja Beeler. «So kann auf Bildern der Eindruck entstehen, dass noch Plätze verfügbar sind, obwohl der Flug tatsächlich vollständig ausgebucht ist.»
Überbuchung weil Passagiere nicht auftauchen
Solche Überbuchungen betreffen laut der Fluggesellschaft nur rund 0,02 Prozent der Passagiere. «Wir erleben bei einer überwiegenden Mehrheit unserer Flüge, dass einzelne Passagiere ihre gebuchte Reise nicht antreten», begründet Beeler. «Durch eine vorsichtige Überbuchung versuchen wir zu vermeiden, dass Sitzplätze deshalb ungenutzt bleiben.»
Wenn sich keine Freiwilligen finden lassen, würde ein Algorithmus entscheiden, welche Passagiere das Flugzeug verlassen müssen. «Betroffene Passagiere buchen wir auf die schnellstmögliche alternative Verbindung um. Zudem haben sie im Rahmen der geltenden Fluggastrechte Anspruch auf eine entsprechende Kompensation.»
* Name bekannt