Chronologie des Inferno-Horrors
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Chronologie der Inferno-Nacht:In diesem Moment fängt die Decke Feuer

Tragödie von Crans-Montana
Walliser Rettungskräfte werden für ihren Einsatz ausgezeichnet

Im Walliser Skiort Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
13:58 Uhr

Walliser Rettungskräfte werden für ihren Einsatz ausgezeichnet

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Die Brandkatastrophe im Wallis sorgte international für viel Betroffenheit und ging um die ganze Welt. Nun wurden die Walliser Rettungskräfte für ihren Einsatz in der Brandnacht am 1. Januar mit einem internationalen Preis ausgezeichnet. Die Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) nahm am 15. Mai im Rahmen der Global Search & Rescue Excellence Awards in London den Fachpreis «Search and Rescue Mission of the Year» entgegen.

Mitglieder der Feuerwehr während einer Schweigeminute nach der Brandnacht.
Foto: keystone-sda.ch

In dieser Kategorie, betont die KWRO in einer Mitteilung, werden besonders effektive, strukturierte und koordinierte Rettungsaktionen in einer Ausnahmesituation ausgezeichnet. In der Silvesternacht im Le Constellation in Crans-Montana habe das kantonale Rettungsteam vor einem ungewöhnlich grossen Einsatz gestanden.

Knapp 250 medizinische Einsatzkräfte, darunter 42 Krankenwagen und 15 Rettungshelikopter, wurden mobilisiert, um die Opfer zu versorgen und die Rettungsdienste im gesamten Kanton aufrechtzuerhalten.

Für die Walliser Rettungskräfte gab es in den vergangenen Monaten aber nicht nur Lob. Zuletzt machte Opferanwalt Fabrizio Ventimiglia, der die Familie eines 15-jährigen Brandopfers vertritt, den Rettungskräften schwere Vorwürfe. Zu wenig Tragbahren, zu wenig Rettungsdecken – es habe an grundlegender Ausrüstung gefehlt, so Ventimiglia. Teilweise hätten sogar sofort verfügbare Sauerstoffflaschen gefehlt. Zudem habe es Fehler bei der Beurteilung der Verletzungen der Opfer gegeben, so der Opferanwalt weiter.

19.05.2026, 14:38 Uhr

Beamter des technischen Amtes von Crans-Montana beschuldigt

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana sind in vollem Gange. Aktuell laufen in Sitten Vernehmungen von verschiedenen angeklagten Personen.

Bei einer solchen Vernehmung ist es nun zu einer überraschenden Wendung gekommen. Wie RTS berichtet, wurde am Dienstag ein weiterer Gemeindemitarbeiter von Crans-Montana beschuldigt. Der Mitarbeiter war eigentlich als Auskunftsperson zur Vernehmung vorgeladen worden. Ein Status, der zwischen Zeuge und Beschuldigtem liegt. Während der Vernehmung wurde ihm die Beschuldigung mitgeteilt, heisst es im Beitrag von RTS weiter.

Laut Blick-Recherchen soll es sich bei dem Gemeindemitarbeiter um einen Beamten des technischen Amtes handeln. Die Ermittler werfen ihm vor, unmittelbar an den Renovierungsarbeiten der Bar Le Constellation beteiligt gewesen zu sein. Bei diesen wurde der Schaumstoff eingebaut, der in der Silvesternacht die Brandkatastrophe auslöste.

Der Beschuldigte war im Jahr 2015 im Bauamt der Gemeinde Chermignon VS tätig, zu deren Gebiet vor der Fusion, aus der 2017 Crans-Montana hervorging, auch die Bar Le Constellation gehörte.

Gemäss einem Opferanwalt soll der Beamte zuerst versucht haben, seine Rolle bei der Renovation herunterzuspielen. Er habe erklärt, sich ausschliesslich mit den Bewilligungen für die Veranda des Constellation befasst und niemals Kontrollen im Untergeschoss des Lokals durchgeführt zu haben.

Die Ermittler hätten ihn bei der Vernehmung jedoch unter anderem mit mehreren E-Mails konfrontiert, in denen er auf Kontrollen auch in den Kellerräumlichkeiten Bezug nahm. Der Beamte sei während der Befragung sichtbar in Schwierigkeiten geraten, so der Opferanwalt zu Blick.

Die Anzahl Beschuldigter im Rahmen der Ermittlungen steigt damit auf 14. Neben dem Ehepaar Moretti, den Betreibern der Inferno-Bar, wird gegen fünf amtierende oder ehemalige Mandatsträger und sieben Gemeindemitarbeiter ermittelt.

In einer ersten Version dieses Eintrages wurde der Beamte als Angeklagter bezeichnet. Er gilt bisher jedoch nur als Beschuldigter. Eine formelle Anklage gegen die Person wurde noch nicht erhoben.

18.05.2026, 08:27 Uhr

«Systemversagen»: Vater von Brandopfer zieht vors Bundesgericht

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Es war das erste Mal, dass Alice K.* (†15) im Ausgang war. Mit ihren Freundinnen fuhr sie an Silvester nach Crans-Montana, um zu feiern und gemeinsam ins neue Jahr zu tanzen. Doch Alice kehrte nie mehr nach Hause zurück. Die Jugendliche starb in der Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation.

Alice K. war zum ersten Mal im Ausgang.

Nun zieht ihr Vater Antonis K.* als erster Hinterbliebener vors Bundesgericht. Der Unternehmer aus Pully VD hat Beschwerde gegen die Walliser Staatsanwaltschaft eingereicht. Er fordert den Ausstand der zuständigen Staatsanwältinnen. Der Vorwurf: Die Ermittlerinnen hätten bei der Aufarbeitung der Katastrophe nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

K. kritisiert unter anderem, dass mögliche Beweise nicht rechtzeitig gesichert worden seien. Er bemängelt verspätete Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen sowie den Umgang mit Überwachungsvideos. Viele Aufnahmen seien gelöscht worden. Zudem wirft er den Behörden vor, bei den Ermittlungen rund um die Betreiber der Bar zu zögerlich gehandelt zu haben.

Das Walliser Kantonsgericht hatte das Ausstandsgesuch zuvor abgewiesen. Jetzt landet der Fall erstmals vor dem Bundesgericht in Lausanne, wie die «NZZ» berichtet. Wann entschieden wird, ist noch offen.

Für K. geht es nicht um Vergeltung. «Wir können unsere Kinder nicht zurückbringen. Das Zweitbeste ist, ihre Wahrheit zu bewahren», sagt er. Die Katastrophe sei für ihn kein Unglück gewesen, sondern ein «Systemversagen».

Mehr zu den Opfern von Crans-Montana findest du hier.

* Name bekannt

17.05.2026, 18:55 Uhr

«Einer der schwersten Momente meines Politikerlebens»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat in einem Interview mit dem «Spiegel» über die Brandkatastrophe von Crans-Montana gesprochen. Er gibt einen Einblick, wie er die Katastrophe am 1. Januar erlebte.

«Um 6.50 Uhr klingelte das Handy und ich wurde über die Brandkatastrophe informiert», so Parmelin. «Ich war schockiert. So viele tote junge Menschen, weit über 100 Verletzte – viele von ihnen schwer.»

Parmelin betont die emotionale Belastung und den gleichzeitigen politischen Handlungsdruck, die in dem Moment geherrscht haben. «Der Atem stockt, die Stimme ebenso. Als Politiker müssen sie in einer solchen Situation einfach funktionieren.» Und: «Persönlich war es einer der schwersten Momente meines bisherigen Politikerlebens.»

Foto: keystone-sda.ch

Sein Vorgehen beschreibt er als Mischung aus Anteilnahme und institutioneller Pflicht:
«Mir war wichtig, dass ich mir ein Bild der Unglücksnacht vor Ort machen konnte.»

Über die Rolle der Exekutive in einer solchen Situation sagt Parmelin: «Wir befanden uns in einem Dilemma. Wir mussten menschlich sein, aber dennoch unsere Regeln einhalten.»

Dann geht es in dem Interview auch um die Rolle der Behörden und ob diese in dem Fall versagt haben. Parmelin verweist auf die Justiz. «Das ist jetzt zuerst eine Frage der Justiz. Danach müssen die politischen Schlussfolgerungen gezogen werden.» Dies könne Jahre dauern. 

Schliesslich formuliert Parmelin eine Lehre aus der Katastrophe: «Der Fall Crans-Montana zeigt: Perfekt sind wir nicht. Aber wir können und müssen aus Fehlern lernen.»

17.05.2026, 09:40 Uhr

Jacques Moretti rasselte durch Gastroprüfung

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Wer einen Gastronomiebetrieb unterhalten will, muss beweisen, dass er oder sie dazu auch in der Lage ist. Das Wirtepatent muss her. Dazu besucht man Kurse, es wird gelernt und das daraus gewonnene Wissen anschliessend geprüft.

Zum Beispiel muss man sich Grundwissen über das Schweizer Rechtssystem aneignen, wissen, wie man Checklisten, Arbeitspläne und Arbeitstechniken anwendet und ein weiterer Teil der Ausbildung ist die Prävention. 

Damit Jacques Moretti Gastrobetriebe betreiben durfte, musste er zweimal zur Prüfung antreten.
Foto: AFP

Hierzu zählt der Gesundheitsschutz und das Erkennen von Gefährdungen. In der Beschreibung zu den Zielen steht: «Sie können Massnahmen zur Brandverhütung nennen und das richtige Verhalten im Brandfall beschreiben.»

Auch Jacques Moretti (49) legte diese Prüfung für das kantonale Fähigkeitszeugnis ab – und fiel durch. Und zwar, wie die «SonntagsZeitung» schreibt, ausgerechnet im Modul 1, welches das «Gastgewerberecht, Hygiene- und Sicherheitsvorschriften» umfasst.

Das Modul in dem es um das Bundesgesetz über Alkohol, die Brandverhütung und um Prävention geht. Bestanden hatte Moretti die Prüfung dann in einem zweiten Anlauf und erhielt im November 2011, ein halbes Jahr nach seiner ersten Schlappe, sein Wirtepatent.

Wie oft eine nicht bestandene Prüfung wiederholt werden darf, unterscheidet sich, wie könnte es anders sein, je nach Kanton. Eine kurze Recherche zeigt aber, dass die Wirteprüfung in der Regel zweimal wiederholt werden darf.

Die Erfolgsquote derer, die die Wirtepatent-Prüfung im Wallis im ersten Anlauf bestehen, liegt bei 80 Prozent.

Ausbildungen und nicht bestandene Prüfungen waren bei den Ermittlungen und der Berichterstattung rund um das Drama in der Inferno-Bar schon mehrfach Thema. So räumte der Sicherheitsverantwortliche von Crans-Montana gegenüber Anwälten ein, dass er die Prüfung zum Erwerb des eidgenössischen Fachausweises als Brandschutzfachmann nicht bestanden habe. 

Die Prüfung wird nach einer zweiwöchigen Schulung absolviert. Hierbei liege die Erfolgsquote lediglich bei 15 Prozent, heisst es aus Fachkreisen.

16.05.2026, 11:00 Uhr

Morettis wollten weiter wirten – Staatsanwaltschaft grätscht dazwischen

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

«Wie dreist kann man eigentlich sein?», fragt man sich, wenn man sich die Berichterstattung des italienischen Senders Rai 1 anschaut. In der Sendung «Porta Porta» wurde Ende April berichtet, dass das Ehepaar Moretti den Betrieb ihres Restaurants «Le Vieux Chalet» am Freitag, 1. Mai wieder aufnehmen wollten. 

Dies habe eine Nachbarin der italienischen Reporterin erzählt, sagt sie in der Reportage. Filmaufnahmen zeigen auch das Innere des Restaurants. Alles steht auf Neubeginn. Abgedeckte Böden und gestapelte Weinkisten, die auf ihren Einsatz warten.

Das italienische Reporterteam beobachtete die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung.

Daraus wurde allerdings nichts. Die Staatsanwaltschaft stoppte die Wiedereröffnung einen Tag vorher.

Wir erinnern uns: Mitte April berichtete das Format darüber, dass Jacques Moretti seinen Gerichtstermin sausen liess. Grund dafür sei sein Gesundheitszustand. Jacques Moretti verpasste deshalb bereits mehrere Anhörungen. Bilder des TV-Senders zeigten den Gastronom stattdessen auf dem Dach des besagten Restaurants, wie er Renovierungsarbeiten durchführte.

Jacques Moretti ist Mitte April mit Handwerksarbeiten bei seinem Restaurant beschäftigt.

Eine Einvernahme war demnach aufgrund von Depressionen und starkem psychischen Stress nicht möglich, wie es auch aus den vorgelegten Attesten hervorging. Die Wiederaufnahme eines Gastrolokals hingegen, wie es scheint, schon.

15.05.2026, 07:27 Uhr

Belgier verliert Opferstatus nach Feuerrettung

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Während der Brandkatastrophe in Crans-Montana bewies ein junger Belgier unglaublichen Heldenmut. Zusammen mit seinem Bruder wollte er in der Inferno-Bar Le Constellation Silvester feiern. Als das Feuer im Lokal ausbrach, schaffte es der junge Belgier, aus dem Gedränge zu entkommen und aus dem Gebäude zu fliehen. 

Draussen merkte er jedoch, dass sich sein Bruder noch in der brennenden Bar befand. Allen Gefahren zum Trotz rannte der junge Belgier zurück ins Feuer und schaffte es, seinen Bruder zu retten. Dabei zog er sich Verbrennungen zweiten Grades zu.

Sein Heldenmut könnte dem jungen Belgier jetzt allerdings zum Verhängnis werden. Die Walliser Staatsanwaltschaft möchte ihm nun nämlich seinen Status als direktes Opfer entziehen. Das berichten mehrere belgische Medien unter Berufung auf einen Artikel von CH Media. Der junge Mann habe sich seine Verletzungen «freiwillig» zugezogen, als er in das brennende Gebäude zurückkehrte. Der Belgier ist nur einer von Dutzenden Betroffenen, die diesbezüglich Post von der Staatsanwaltschaft erhalten haben.

Die Umteilung vom Status eines direkten zu dem eines indirekten Opfers hat für die Betroffenen weitreichende Auswirkungen. So können direkte Opfer beispielsweise Einsicht in die Akten des Strafprozesses von Crans-Montana verlangen oder Entscheide anfechten.

Auch könnte es mit der finanziellen Entschädigung zu Problemen kommen. Indirekte Opfer können diese nicht direkt im Strafverfahren geltend machen. «Versicherungen können dann argumentieren, dass die Verletzten Opfer ihrer eigenen Handlungen sind und nicht Opfer des Brandes», erklärt ein belgischer Anwalt gegenüber dem Fernsehsender RTL Info. «Dies könnte dazu führen, dass ihnen jegliche Entschädigung verweigert wird.»

13.05.2026, 19:33 Uhr

Ex-Gemeindepräsident will nichts sagen – das ist der Grund

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Heute musste der ehemalige Gemeindepräsident von Chermignon VS, Jean-Claude Savoy, vor der Walliser Staatsanwaltschaft antraben. Er hatte 2015 die Betriebsgenehmigung für das Le Constellation in Crans-Montana unterschrieben. Chermignon fusionierte 2017 mit Montana, Mollens und Randogne zur Gemeinde Crans-Montana. 

Foto: AFP

Savoy verweigerte vorerst die Aussage – weil er keine Akteneinsicht erhielt. «Herr Savoy wurde heute als Angeklagter vernommen. Er beabsichtigt, sich aktiv an den Ermittlungen zu beteiligen und zu kooperieren. Derzeit wird ihm jedoch leider der Zugang zur Akte verweigert, weshalb er die Fragen der Staatsanwaltschaft nicht beantworten konnte», erklärte Bryan Pitteloud, der Anwalt des ehemaligen Gemeindepräsidenten, laut ​«Le Matin»​ gegenüber der Presse.

«Ich bin in der Lage eines ehemaligen Gemeindepräsidenten, der sein Amt vor zehn Jahren niedergelegt hat, der zehn Jahre später von dieser Angelegenheit eingeholt wurde und der seine offensichtliche politische Verantwortung übernimmt», erklärte Savoy nach Verlassen des Gerichtssaals.

Inzwischen wird gegen 13 Personen ermittelt. Darunter befinden ​sich das Betreiberpaar Moretti sowie zahlreiche Angestellten von der Gemeinde​. 

12.05.2026, 11:29 Uhr

Alle Brandopfer sind zurück in der Schweiz

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Nach der verheerenden Brandkatastrophe von Crans-Montana sind alle in ausländische Spezialkliniken verlegten Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz in der Schweiz zurückgeholt worden. Das teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) am Dienstag mit.

Insgesamt waren ab dem 2. Januar 38 Schwerverletzte über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus UCPM in Spezialkliniken nach Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien gebracht worden. 22 Betroffene mit Lebensmittelpunkt in der Schweiz konnten inzwischen in Schweizer Spitäler und Reha-Kliniken rückverlegt werden.

Foto: KEYSTONE

Koordiniert wurden die Rücktransporte durch ein eigens eingesetztes Medical Board mit Expertinnen und Experten der Verbrennungszentren Lausanne und Zürich sowie der Suva-Kliniken in Sitten und Bellikon. Das Gremium wurde nun aufgelöst. Die behandelnden Kliniken bleiben aber weiterhin eng vernetzt.Die meisten Patientinnen und Patienten wurden zunächst in die Verbrennungszentren des CHUV in Lausanne oder des Universitätsspitals Zürich gebracht und danach in Rehabilitationskliniken weiterverlegt. Besonders stark beansprucht bleiben laut der Behörde die Intensivkapazitäten in Lausanne und Zürich.

Der Fokus liege nun auf der langfristigen Rehabilitation – inklusive psychologischer Betreuung. Vor allem in der Westschweiz sowie in der Suva-Klinik Sitten wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen, damit die Betroffenen möglichst nahe bei ihrem sozialen Umfeld behandelt werden können.

Die Katastrophe zeigte laut Bund zudem, wie wichtig internationale Zusammenarbeit bei Grossereignissen ist. Insgesamt hatten 24 europäische Staaten Hilfe angeboten. Die Schweiz strebt weiterhin einen Beitritt zum europäischen Katastrophenschutzmechanismus UCPM an.

12.05.2026, 10:44 Uhr

Opfer-Anwälte: «Leider wiederholt sich die Geschichte immer wieder»

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Am Montag hat die nächste Anhörungsrunde bei der Staatsanwaltschaft in Sitten VS begonnen: Den Auftakt machte Patrick Clivaz. Wie «RTS» berichtet, wurde der für die öffentliche Sicherheit zuständige Gemeinderat von Crans-Montana am Montag während zwölf Stunden im Rahmen der strafrechtlichen Untersuchung zur Crans-Montana-Tragödie befragt. Er bestritt dabei jegliche Kenntnis über Mängel bei den Sicherheitskontrollen in öffentlichen Einrichtungen des Ferienorts.

Die Anhörung dauerte von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends und ist Teil einer Reihe von sogenannten Marathon-Befragungen, die von drei Staatsanwälten geführt werden. Die Anwälte der Opfer zeigten sich nach dem Verlassen des Gebäudes erneut frustriert. Christophe de Galembert, der mehrere Familien vertritt, sprach gegenüber RTS von einer «kleinen Clique», die ihre Machtpositionen verteidige, und bezeichnete die Situation als «ermüdend». Patrick Clivaz entziehe sich seiner Verantwortung.

Clivaz gab sich bei der Anhörung unwissend.
Foto: KEYSTONE

Auch Anwalt Alain Viscolo kritisierte die wiederkehrenden Aussagen der Gemeindeverantwortlichen. Immer wieder sei zu hören, man habe von den Mängeln nichts gewusst und habe deshalb nicht handeln können – eine aus seiner Sicht schwache Verteidigung.

Clivaz, der seit dem 1. Januar 2025 im Amt ist, erklärte laut mehreren Quellen, ihm seien die Defizite bei den gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Sicherheitsinspektionen nicht bekannt gewesen. Diese wurden in Crans-Montana nur teilweise durchgeführt, die letzte Kontrolle im betroffenen Constellation-Gebäude datiert aus dem Jahr 2019. Der Anwalt der Kläger, Gilles-Antoine Hofstetter, bemängelte zudem, Clivaz habe keine klaren Antworten gegeben und übernehme keine Verantwortung für die Vorwürfe und Versäumnisse in seiner Abteilung.

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