Spezialeinsatz auf Mallorca
Schweizer Prediger hilft besoffenen Touristen auf die Beine

Auf Mallorca ist dieser Tage der Teufel los! Partyvolk aus aller Welt trinkt und feiert. Mittendrin im Trubel ist auch Manuel Leiser (37) aus Truttikon ZH. Er kümmert sich zusammen mit 200 anderen jungen Christen um Menschen, die es übertrieben haben mit dem Feiern.
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Junge Christen aus der Schweiz und Deutschland kümmern sich als «Street Angels» ums Partyvolk von Mallorca.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Manuel Leiser (37) aus Truttikon ZH hilft Partygästen auf Mallorca
  • 200 Christen, darunter 70 Schweizer, leisten Freiwilligendienst am Ballermann
  • Leiser seit 9 Jahren dabei, organisiert Gottesdienste, hilft Betrunkenen
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Manuel Leiser (37) aus Truttikon ZH verbringt seine Sommerferien auf Mallorca. Er ist bis in die frühen Morgenstunden am Ballermann unterwegs, flaniert durch die Schinkenstrasse, sitzt vor dem Megapark. Wie Tausende andere Schweizerinnen und Schweizer auch. Nur dreht sich bei ihm nicht alles um Party, Alkohol und schnellen Sex. Sondern um Gottes Wort und gelebte Nächstenliebe.

Leiser ist einer von 200 jungen Christen, die derzeit auf der Partyinsel einen Freiwilligen-Einsatz der speziellen Art leisten. 70 von ihnen kommen aus der Schweiz. Sie organisieren abends Gottesdienste am Strand, direkt beim Ballermann. Und kümmern sich dann als sogenannte «Street Angels» um gestrandete Touristen. Leiser ist bereits zum neunten Mal beim Projekt «Reach Mallorca» dabei. Er kennt sich aus mit den Sorgen und Nöten von feiernden Menschen.

Partytouristen auf die Beine helfen

«Die Leute sind erstaunlich offen für Spirituelles», sagt er. «Sie öffnen sich, erzählen mir ganz Privates.» Reden über Liebeskummer oder Probleme bei der Arbeit in der fernen Heimat. Die jungen Menschen hätten in den Ferien plötzlich wieder Zeit für richtige, tiefe Gespräche. «Natürlich hilft da auch der Alkohol», weiss Leiser. Je später der Abend, desto tragischer werden die Situationen, die er antrifft. «Wir bringen Betrunkene zurück ins Hotel. Oder helfen Touristen, denen das Portemonnaie geklaut wurde oder die ihr Handy verloren haben.»

Immer wieder kommts bei steigendem Alkoholpegel auch zu Schlägereien unter den Partygängern. «Wir haben auch schon komplett eingekoteten und verkotzten Partytouristen auf die Beine geholfen. Oder Nackten etwas zum Anziehen gegeben.» Die örtlichen Ambulanzen können sich nur um die schweren Fälle kümmern. «Darum haben wir immer auch Verbandsmaterial dabei, verarzten kleine Verletzungen», so Leiser weiter. Mit frommen Worten allein ist es in solchen Fällen nicht getan. «Dann lassen wir Taten sprechen.»

Leiser war früher selbst kein Kind von Traurigkeit. Er weiss, wovon er spricht. «Ich habe wild gefeiert», sagt er. «Möglichst viel Party, Alkohol und Frauen.» Im Alter von 18 Jahren hat er dann zwei enge Freunde verloren. «Da habe ich zu Gott gefunden. Und den Sinn meines Lebens gefunden.»

Zwischenfälle mit aggressiven Leuten

Leiser und seine Kollegen fallen auf. Sie tragen weisse T-Shirts oder eine leuchtgelbe Weste. «Zuweilen werden wir auch angefeindet, es gibt Zwischenfälle mit aggressiven Leuten», erzählt Leiser. Während eines Gottesdienstes habe sich kürzlich ein Betrunkener komplett entblösst und herumgepöbelt. «Davon lassen wir uns aber nicht aus der Ruhe bringen.»

Den Menschen, die sie ins Hotel bringen oder zum Arzt, stecken sie ein Kärtli zu. «Damit sie nach einem Filmriss noch wissen, wer ihnen geholfen hat», sagt Leiser und lacht. Immer wieder würden sich Betroffene danach bei ihnen melden und sich bedanken. Leiser geben die vielen Begegnungen auf Mallorca Kraft, wie er sagt. Die Einsätze in der Partyszene gehen aber auch an die Substanz. Und doch ist für Leiser jetzt schon klar: «Auch nächsten Sommer werde ich wieder hier sein.»

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