Darum gehts
- Basel kämpft 2026 mit massiver Tigermücken-Plage wegen warmem Klima und Hitzesommer
- Hunderte Beschwerden eingegangen, viele Einwohner können Gärten nicht mehr nutzen
- Tigermücke breitet sich aus: Besonders betroffen sind Basel, Genf und Tessin
Baslerinnen und Basler sind genervt! Die Stadt am Rheinknie leidet unter einer massiven Tigermückenplage. Die lästigen Viecher versauen den Einheimischen den wunderbaren Spätsommer. Sie stechen sie in Arme, Beine und sogar ins Gesicht. Beim Kantonslabor gingen diesen Sommer Hunderte Mails und Anrufe von genervten Einwohnerinnen und Einwohnern ein, wie «20 Minuten» berichtet.
Manche könnten ihre Gärten kaum noch benutzen. «Sobald wir die Wohnung verlassen, werden wir von den Tigermücken attackiert», berichtet eine Basler Mutter gegenüber dem Onlineportal. Ihre Kinder hätten ständig zerstochene Gesichter, Arme und Beine. Ohne Mückenspray gehe kaum noch etwas.
Basler Klima passt den Mücken
Dass Basel besonders betroffen ist, überrascht die Behörden nicht. Die Lage im Oberrheingraben, das warme Klima und die hohe Bevölkerungsdichte machen den Stadtkanton zum Tigermücken-Hotspot. Der Hitzesommer hat die Situation zusätzlich verschärft: Im stehenden Wasser konnten sich die Tiere laufend vermehren. Die wenigen Regenfälle sorgten dafür, dass viele Mücken gleichzeitig schlüpften. Wegen der hohen Temperaturen entwickelten sie sich zudem besonders schnell.
Der Kanton appelliert deshalb an die Bevölkerung. Entscheidend sei, Brutstätten auf Balkonen und in Gärten zu beseitigen. Das Problem: Der Grossteil der Brutstätten befindet sich auf Privatgrund. Dort kann der Kanton nicht einfach eingreifen.
Woher kommt die Tigermücke?
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine invasive Art, also eigentlich nicht in der Schweiz heimisch. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien. Von dort wurde sie durch den weltweiten Warenverkehr rund um den Globus verschleppt – vor allem in gebrauchten Pneus, in denen sich Wasser sammelt und die widerstandsfähigen Mückeneier überleben können. Aber auch in Töpfen mit Glücksbambus.
Wo kommt die Tigermücke in der Schweiz vor?
Die Asiatische Tigermücke breitet sich in der Schweiz aus. Dauerhaft heimisch geworden ist sie vor allem im Tessin, im südlichen Graubünden, in der Region Basel, in Genf und im Wallis. Im Raum Basel und im Kanton Genf kommt sie inzwischen flächendeckend vor, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt. Aber: Auch in weiteren Teilen der Schweiz werden zunehmend Tigermücken gefunden, häufig entlang wichtiger Verkehrsachsen. Der Bund rechnet damit, dass wärmere Temperaturen ihre weitere Ausbreitung begünstigen.
Ist der Stich einer Tigermücke gefährlich?
Der Stich einer Tigermücke ist deutlich spürbar – und verursacht meist eine juckende, gerötete Schwellung, ähnlich wie bei heimischen Stechmücken. Gefährlich ist der Stich an sich normalerweise nicht. Problematisch ist vielmehr, dass Tigermücken Tropenkrankheiten wie Dengue, Chikungunya oder Zika übertragen können. In der Schweiz ist dieses Risiko laut BAG derzeit sehr gering. Übertragungen dieser drei Krankheiten wurden bislang nicht gemeldet.
Was kann ich gegen die Ausbreitung machen?
Das wirksamste Mittel gegen die Ausbreitung der Tigermücke ist, Brutstätten zu beseitigen. Sie legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen ab. Deshalb Untersetzer, Giesskannen, Eimer oder Spielzeug regelmässig leeren und Regenfässer dicht abdecken. Gefässe sollten zudem gründlich gereinigt werden, da die Eier an den Wänden haften und Trockenheit überstehen können. Gartenteiche sind aber meist kein Problem.
Wichtig: Tigermücken nicht selbst mit Insektiziden bekämpfen, sondern Funde den zuständigen kantonalen Stellen melden. Siehst du eine verdächtige, schwarz-weiss gestreifte Mücke, mach ein Foto und melde sie auf der Onlineplattform beim Schweizerischen Mückennetzwerk oder unter muecken-schweiz.ch
Wie erkenne ich die Tigermücke?
Die Tigermücke ist mit rund 5 bis 10 Millimetern eher klein. Typisch sind ihr tiefschwarzer Körper und die weissen Streifen an Beinen und Körper. Besonders charakteristisch ist eine einzelne weisse Linie, die vom Kopf über den Rücken verläuft. Heimische Stechmücken sind dagegen meist braun oder grau und weniger kontrastreich gezeichnet. Ein weiterer Unterschied: Die Tigermücke ist vor allem tagsüber aktiv, während viele einheimische Mücken bevorzugt in der Dämmerung oder nachts unterwegs sind.