Darum gehts
- Betrüger geben sich in Riehen als Tigermücken-Kontrolleure aus
- Ziel: Zutritt zu Häusern für Einbruch durch angebliche Kontrolle
- Polizei: Verdächtige melden unter Notruf 117 mit Personenbeschreibung
Die asiatische Tigermücke kann Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das Zika-Virus auf den Menschen übertragen. Beide können für Patienten schwerwiegende Folgen haben. Bei Schwangeren kann eine Infektion mit Zika-Viren etwa zu gravierenden neurologischen Folgeerscheinungen bei Föten führen. Das schreibt das Bundesamt für Gesundheit BAG auf seiner Webseite.
Es ist also verständlich, dass viele Menschen in der Schweiz die Ausbreitung der Tigermücke mit Sorge betrachten. In der Region Basel, wo sich das Insekt besonders wohlfühlt, nutzen Betrüger die Angst vor der Tigermücke nun für eine perfide neue Masche.
Betrüger als Tigermücken-Kontrolleure
Immer wieder klingeln in letzter Zeit Personen mit gefälschten Westen an Haustüren im Dorf Riehen BS. Sie geben sich als Tigermücken-Kontrolleure der Gemeinde aus, um Zutritt zu privaten Haushalten zu bekommen. So wollen die Betrüger etwa Schwachstellen am Gebäude ausfindig machen, um diese später für einen Einbruch zu nutzen. Das berichtet die «Basler Zeitung».
Die Gemeinde Riehen selber führe keine offiziellen Tigermücken-Kontrollen an der Haustür durch. Die Behörden rufen die Bewohnerinnen und Bewohner deshalb zur Wachsamkeit auf. «Sollte eine verdächtige Person bei Ihnen klingeln und um Einlass bitten, verständigen Sie umgehend die Polizei via Notruf 117. Die Polizei bittet dabei um eine möglichst genaue Personenbeschreibung», heisst es auf der Webseite der Gemeinde.
Serafe-Betrugsmasche
Die Tigermücken-Masche ist dabei lediglich die neueste Idee von Betrügern, um ihre Opfer übers Ohr zu hauen. Die Hochstapler werden bei ihren kriminellen Methoden immer kreativer.
Erst im Juni meldete ein Blick-Leser die Serafe-Betrugsmasche. In seinem Postfach entdeckte der Mann ein angebliches Mail der Serafe AG mit dem Betreff «Tarifanpassung 2026». Darin wurde ihm die Rückerstattung von fast 1000 Franken versprochen. Damit der Betrag ausbezahlt werden könne, müsse der Empfänger lediglich seine Bank- oder Kreditkartendaten in einem angeblich sicheren Kundenportal hinterlegen.
Auf Anfrage von Blick bestätigte die Serafe, dass ihr solche Betrugsversuche bekannt sind. Sie rät Betroffenen zur Vorsicht. Wer eine verdächtige Nachricht erhält, sollte keine Links anklicken und keine Zahlungsdaten eingeben.
Zu billige Preise auf der SBB-Seite
Auch der öffentliche Verkehr ist nicht vor Betrugsmaschen sicher. Am Donnerstag warnte das Portal Cybercrimepolice.ch vor einer Fake-SBB-Webseite. Kriminelle kopieren die Website der Bundesbahnen bis ins Detail und locken ahnungslose Nutzer so in eine Falle, um an ihre Daten zu kommen. Nur die URL weicht minimal vom Original ab.
Die SBB erklärten auf Anfrage, dass sie die Situation intensiv beobachten und das Vorkommen neuer Phishing-Seiten umgehend dem Bundesamt für Cybersicherheit melden. «Dieses Vorgehen empfehlen wir auch potenziell betroffenen Kundinnen und Kunden.»
Abgezockt bei der Klimaanlage
Sogar die diesjährige Hitzewelle nutzen Betrüger in jüngster Zeit aus, um Profit zu schlagen. Blick-Leser Thomas K.* (60) stolperte im Juli über ein Angebot für ein günstiges Klimagerät, das ganz ohne teure und mühselige Installation läuft und mehrere Räume gleichzeitig abkühlen kann.
Der Thurgauer bestellt das Gerät. Es kommt aber nie an. «Sie schrieben, sie hätten meine Bestellnummer verloren – und bräuchten meine Angaben nochmals», sagt K. Er ist Betrügern aus Hongkong auf den Leim gegangen.