«Ich arbeite als Tagesmutter. Statt ins Büro zu gehen, ziehen sich die Eltern meiner Tageskinder jetzt ins Homeoffice zurück. Mit den älteren Kindern habe ich anstelle einer Umarmung neue Begrüssungsrituale entwickelt. Aber bei den jüngeren kann ich die Distanzregel nicht einhalten – es ist schwierig, ein Kind ohne Körperkontakt zu wickeln oder zu trösten.
Wäre ich in einer Kita tätig, hätte ich mehr Angst vor einer Ansteckung. Es drängt sich die Frage auf, warum Betreuerinnen und Kinder nicht besser geschützt werden und es keine einheitlichen Vorschriften vom Bund gibt. Meine Kolleginnen fühlen sich im Stich gelassen. Diese Krise zeigt doch auf, wie unentbehrlich ein funktionierendes Kinderbetreuungswesen ist!
Hat der Coiffeur geschlossen, kriegen wir etwas unordentliche Frisuren; bleibt das Restaurant zu, fällt das feine Essen mit Freunden ins Wasser. Für die Unternehmer ist diese Situation schlimm, zumindest kurzfristig aber überleben wir diese Einschränkungen. In anderen Branchen ist Dichtmachen dagegen keine Option: Würden die Ärztinnen, Bauern oder Güselfrauen ihre Arbeit einstellen, hätten wir alle ein ernsthaftes Problem. Hier erzählen einige von ihnen, wie sie die Corona-Krise erleben. Camilla Alabor
Hat der Coiffeur geschlossen, kriegen wir etwas unordentliche Frisuren; bleibt das Restaurant zu, fällt das feine Essen mit Freunden ins Wasser. Für die Unternehmer ist diese Situation schlimm, zumindest kurzfristig aber überleben wir diese Einschränkungen. In anderen Branchen ist Dichtmachen dagegen keine Option: Würden die Ärztinnen, Bauern oder Güselfrauen ihre Arbeit einstellen, hätten wir alle ein ernsthaftes Problem. Hier erzählen einige von ihnen, wie sie die Corona-Krise erleben. Camilla Alabor
Ich erhoffe mir, dass daraus mehr Wertschätzung für unsere Arbeit resultiert. Mit der Gruppe «Trotzphase» setze ich mich unter anderem dafür ein. Immerhin: Die Krise schweisst zusammen. Und es gibt auch lustige Momente. Kürzlich war ich mit den Kindern im Wald. Im Voraus habe ich ihnen gesagt, dass wir Abstand halten müssen. Das haben sie sehr genau genommen: Sobald sie jemanden haben kommen sehen, sind sie sofort an den Wegrand gerannt. Das hat alle zum Lachen gebracht.»