Darum gehts
- Michel Peiry, «Sadist von Romont», 1987 in Schangnau BE verhaftet
- Zwischen 1981 und 1987 mindestens 5 Morde
- 12 Entlassungsanträge abgelehnt, zuletzt im August 2026
1. Mai 1987: Michel Peiry trainiert gerade im Militärdienst auf einem Gelände in Schangnau BE, als plötzlich die Handschellen klicken. Seine Kameraden realisieren nicht, was passiert – denn sie kennen den 28-jährigen gelernten Verkäufer als unauffälligen Mann – stets höflich. Doch hinter der unscheinbaren Maske verbirgt sich einer der grausamsten und berüchtigtsten Serienmörder der Schweizer Kriminalgeschichte.
Zwischen 1981 und 1987 folterte und tötete Peiry mindestens fünf Jugendliche. Er ging dabei stets mit dem gleichen Muster vor und trieb seine Taten bis zur bestialischen Spitze. Am 31. Oktober 1989 wurde er schliesslich zu lebenslanger Haft verurteilt. Seitdem hat Peiry zwölf Mal einen Antrag auf vorzeitige Entlassung gestellt. Ohne Erfolg. Zuletzt lehnte das Bundesgericht Anfang August die Beschwerde ab – aufgrund der zu hohen Rückfallgefahr, wie aus dem Urteil hervorgeht.
Die grausame Handschrift
Landesweit wurde Peiry als «Sadist von Romont» bekannt – benannt nach seiner Heimatstadt im Kanton Freiburg. Über sechs Jahre lang hinterliess der Serienmörder eine Blutspur durch fünf verschiedene Länder. Seine Opfer: hilflose junge Tramper am Strassenrand. Die jungen Männer und Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren nahm er im Auto mit, lockte sie an entlegene Orte und überwältigte sie dort.
Der «Sadist von Romont» fesselte seine Opfer, quälte und missbrauchte sie auf brutalste Weise. Anschliessend tötete er sie – oft durch Verbrennen bei lebendigem Leibe. Insgesamt wurde Peiry mit mindestens elf Mordfällen in der Schweiz, Frankreich, Italien, Kroatien und den USA in Verbindung gebracht. Jedoch konnten ihm nur fünf Morde zweifelsfrei nachgewiesen werden. Er wurde wegen vierfachen Mordes, zweifach versuchten Mordes, Entführung, Freiheitsberaubung, Nötigung, Diebstahl und Unzucht mit Kindern verurteilt.
Das erste Opfer
Während einer Reise in den USA traf Peiry im September 1981 auf einen jungen Kanadier. Kurz darauf verschwand dieser spurlos. Später gestand Peiry, den jungen Mann im Streit mit einem Hammer erschlagen zu haben. Dann zog er das Geständnis jedoch wieder zurück, um es später erneut zu bestätigen. Ein perfides Verwirrspiel, das er immer wieder in Verhören verwendete. Zweifelsfrei nachweisen liess sich der Mordverdacht daher nie.
Der erste Mord in der Schweiz
In den Jahren 1984 und 1985 schlug er in Frankreich zu – hier wird er mit dem Tod von zwei Jugendlichen in Verbindung gebracht. Im Mai 1986 zog sich seine blutige Spur schliesslich in die Schweiz. Im Kanton Wallis ermordete er einen 14-jährigen Jugendlichen. Dessen Leiche wurde in einem abgelegenen Berggebiet bei Albinen gefunden. Für diesen Mord wurde Peiry später verurteilt.
Die Rücksichtslosigkeit überführt ihn
Anschliessend reiste Peiry durch Europa. Zwischen 1986 und 1987 werden ihm sechs Angriffe in Kroatien, der Schweiz und Italien zugeschrieben. Doch diese besonders aktive Phase seiner Serienmorde machte die Ermittler auf ihn aufmerksam. Denn je rücksichtsloser der «Sadist von Romont» wurde, desto unvorsichtiger wurde er.
Bei Angriffen in der Schweiz überlebten zwei Opfer knapp die Mordversuche. Die letzte Tat, die Peiry zugeschrieben wird, geschah im April 1987. Das 16-jährige Opfer überlebte die mehrfachen Misshandlungen und lieferte die entscheidenden Hinweise, die schliesslich zur Verhaftung des Serienmörders im Mai 1987 führten.
Das psychiatrische Gutachten
Giorgio Galusero, damals Polizeipräsident des Kantons Tessin, verhörte Peiry damals. Galusero beschrieb ihn als «einen scheinbar freundlichen Mann, der jedoch zu beispielloser Grausamkeit fähig war». Ein psychiatrisches Gutachten kam zum Schluss, dass Peirys Leben durch eine unterdrückte Homosexualität geprägt worden sei.