ÖV-Panne in Glarus
Neue E-Busse kommen den Berg nicht hoch

Mit grossem Pomp wurden die neuen Elektrobusse im Glarnerland als Meilenstein gefeiert. Doch nun häufen sich Berichte, wonach die Fahrzeuge auf einer steilen Strecke schlappmachen. Aus der Hoffnung wird plötzlich Ernüchterung.
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Der neue E-Bus verfügt über insgesamt 28 Plätze, davon 12 Stehplätze sowie einen Rollstuhlplatz – offensichtlich zu viel für die steile Bergstrasse.
Foto: Martin Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neue Elektrobusse im Glarnerland scheitern an steilen Strecken zwischen Schwanden und Schwändi
  • Busse überhitzen, Fahrt stoppt bei starker Belastung
  • Strecke nur 1,5 km lang, Lösung wird noch gesucht
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Daniel MacherRedaktor News

Mit viel Prominenz, Applaus und grossen Hoffnungen wurden sie Anfang des Jahres vorgestellt: Die beiden neuen Elektrobusse der Autobetriebe Sernftal AG sollten ein Meilenstein für den öffentlichen Verkehr im Glarnerland werden. Nun sorgt ausgerechnet die Strecke, für die sie angeschafft wurden, für Ärger.

Denn die neuen Fahrzeuge schaffen offenbar nicht immer den Weg von Schwanden nach Schwändi. Fahrgäste berichten, dass die Busse auf der steilen Bergstrecke teilweise den Dienst verweigern, wie die «Südostschweiz» berichtet.

«Absoluter Meilenstein» fürs Glarnerland

Bei der feierlichen Einweihung wurde das Projekt noch als Vorzeige-Beispiel für die Zukunft der Mobilität gefeiert. «Eine Einweihung in diesem Rahmen hat es bei der Autobetrieb Sernftal noch nie gegeben», sagte Verwaltungsratspräsident Mathias Zopfi damals stolz, wie «Glarus 24» berichtete. Die AS habe eine grosse Herausforderung angenommen, die Erfahrungen würden zeigen, wie es mit der Elektromobilität im öffentlichen Verkehr weitergehe. 

Der Elektro-Kleinbus des deutschen Herstellers Tremonia ist 8,5 Meter lang und verfügt über insgesamt 28 Plätze, davon 12 Stehplätze sowie einen Rollstuhlplatz. Angetrieben wird der Bus von einem Elektromotor mit einer Leistung von 140 kW. Die vom Hersteller angegebene Reichweite beträgt unter optimalen Bedingungen bis zu 300 Kilometer. 

Auch Regierungsrat Thomas Tschudi sprach von einem «absoluten Meilenstein» für das Glarnerland. Die neuen Fahrzeuge sollten den ÖV moderner und umweltfreundlicher machen. Nur wenige Monate später ist die Euphorie einer gewissen Ernüchterung gewichen.

Nach anderthalb Kilometern war Schluss

«Einmal musste ich schon nach anderthalb Kilometern aussteigen, weil der Bus nicht mehr weiterfahren konnte», erzählt ein Fahrgast der «Südostschweiz». Die Ursache: Für die 180 Höhenmeter zwischen Schwanden und Schwändi scheinen die neuen Elektrobusse unter gewissen Bedingungen an ihre Grenzen zu stossen.

Beim Autobetrieb Sernftal ist das Problem bekannt. Betriebsleiter Patrick Borter erklärt, man suche gemeinsam mit dem Hersteller nach Lösungen. Die Vermutung: Die Fahrzeuge könnten bei starker Belastung zu schnell überhitzen. In diesem Fall schaltet das System offenbar vorübergehend ab. Nach einer kurzen Abkühlphase könne die Fahrt jedoch fortgesetzt werden. 

Das ist nicht bei allen E-Autos ein grundsätzliches Problem, sondern vor allem eine Frage der Last, der Kühlung und des Einsatzes. Moderne Elektrofahrzeuge begrenzen bei hoher Dauerbelastung oft bewusst die Leistung, um Batterie, Motor und Elektronik zu schützen. Bei Bussen, schweren Lasten und langen Steigungen kann das schneller sichtbar werden, als im Alltagsbetrieb.

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