Neue Zahlen beunruhigen
Krebs trifft immer mehr Junge – auch in der Schweiz

Das Bundesamt für Statistik hat eine neue nationale Krebsstatistik veröffentlicht. Diese zeigt einen deutlichen Anstieg bestimmter Krebserkrankungen bei den jüngeren Generationen. Blick erklärt, was du zu Risikofaktoren und Prävention wissen musst.
Kommentieren
1/6
Die neuen Zahlen aus der Schweiz alarmieren: Die Anzahl an Krebserkrankungen ist in einigen Altersgruppen besonders stark gestiegen.
Foto: Imago

Darum gehts

  • Krebserkrankungen bei jungen Menschen nehmen weltweit und in der Schweiz zu
  • Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und Umweltfaktoren begünstigen das Krebsrisiko
  • Dickdarmkrebs stieg bei jungen Frauen um 137 Prozent, bei Männern um 142 Prozent
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Sandra_Marschner_Praktikantin News_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Warum immer mehr junge Menschen an bestimmten Krebsarten erkranken, ist nach wie vor ein Rätsel. Doch weltweit zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Auch in der Schweiz – wie die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. 

Die nationale Krebsstatistik verdeutlicht: Besonders betroffen sind die Altersgruppen der 25- bis 39-Jährigen und damit vor allem die Generation der Millennials. Seit Mitte der 90er-Jahre nahm die Krebsrate in dieser Altersgruppe bis 2022 um etwa 14 Prozent zu.

Dickdarmkrebs und Schilddrüsenkrebs deutlich angestiegen

Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, stieg in diesen Altersgruppen um etwa 60 Prozent. Bei Dickdarmkrebs (Plus von 137 Prozent) und Schilddrüsenkrebs (Plus von 94 Prozent) war der Anstieg bei jungen Frauen sogar noch deutlicher. 

Bei den Männern überwog der Hodenkrebs als häufigste Krebserkrankung. Im Vergleich stiegen die Zahlen bei den Jungen hier um 14 Prozent. Doch auch bei den Männern zeigte sich bei Dickdarmkrebs (Plus von 142 Prozent) und Schilddrüsenkrebs (Plus von 101 Prozent) der deutlichste Anstieg. 

Verschiedene Faktoren begünstigen Risiko

Die Schweiz ist mit dieser Entwicklung nicht allein. Weltweit steigen etwa die Schilddrüsenkrebsraten alarmierend an. Laut der Krebs-Datenbank SEER in den USA hat sich die Häufigkeit zwischen 1980 und 2016 mehr als verdreifacht. 

Dafür kann es verschiedene Gründe und Faktoren geben. Verbesserte Diagnosemethoden machen mehr Erkrankungsfälle sichtbar. Doch es gibt weitere Faktoren, die einen Anstieg spezifischer Krebserkrankungen begünstigen.

Fettleibigkeit und Umweltfaktoren

So trägt etwa Fettleibigkeit zu einem höheren Risiko für eine Krebserkrankung bei. Vor allem die jüngeren Generationen sitzen im Alltag viel – sei es bei der Arbeit im Büro, vor dem PC oder abends auf dem Sofa beim Streamen. Das führt zu Bewegungsmangel. Kombiniert mit einer unausgewogenen Ernährung mit Fertigprodukten und Fast Food kann das auch zu Fettleibigkeit führen. 

Doch auch Umweltfaktoren und hormonelle Einflüsse können in Verbindung mit dem Anstieg bestimmter Krebserkrankungen gesetzt werden. So gibt es immer wieder Diskussionen über die Auswirkungen von Pestiziden, Hormonen in Fleisch- und Milchprodukten oder von winzigen Plastikpartikeln, die über Wasser oder Nahrung aufgenommen werden. 

Das kannst du für einen krebsvorbeugenden Lebensstil tun

Die Faktoren, die das Risiko einer Krebserkrankung begünstigen, sind vielfältig und miteinander verstrickt. Doch man kann mit dem eigenen Lebensstil positiv dagegen angehen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, der Verzicht aufs Rauchen und ein moderater Umgang mit Alkohol können das Krebsrisiko erheblich senken. 

So stellten Forschende etwa kürzlich einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Tomaten und einem geringeren Krebsrisiko fest. Der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin, der in hoher Konzentration in Tomaten vorkommt, hilft als starkes Antioxidans beim Schutz der Zellen. Generell unterstützt eine ballaststoffreiche, auf viel Gemüse und Obst basierende Ernährung mit möglichst wenig verarbeitetem Fleisch bei der Krebsvorbeugung. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen