Darum gehts
- Arbeiter fand am 11. Juli Torso auf Rapsfeld in Büren
- Vermisste Frau (71) aus Basel-Landschaft könnte die Tote sein
- Staatsanwaltschaft: Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, Untersuchungen laufen
Im kleinen Dörfchen Büren SO gibt es derzeit nur eine Frage: Wer ist die tote Person, die ein Mitarbeiter eines Bauernbetriebes letzten Samstag auf einem Rapsfeld aufgefunden hat? Fakt ist: Die Solothurner Staatsanwaltschaft geht nicht von einem Verbrechen aus.
Das Feld, auf dem die Überreste gefunden wurden, liegt etwas ausserhalb von Büren. Der Bauer, dem das Feld gehört und dessen Arbeiter die Leiche fand, gibt sich zurückhaltend: «Der Anblick war für meinen Angestellten nicht leicht.» Eine Theorie, die im Dorf kursiert: Haben Tiere dem Leichnam zugesetzt?
Hinweise sprechen gegen ein Verbrechen
Im Dorf wird eine Frau seit über zwei Monaten vermisst. Sie war bei ihrem Verschwinden 71 Jahre alt, lebte mal in Büren, wohnte zuletzt im Kanton Basel-Landschaft und ist alleinstehend – ihre Wohnung wird derzeit geräumt, wie ein Blick vor Ort zeigt.
Ihr einziger Angehöriger ist ihr Onkel (91), der in Büren wohnt. Auch er befürchtet: Der Torso könnte seiner vermissten Nichte gehören. Er habe auf den Polizeiposten angerufen, doch dort habe man ihm nichts gesagt. «Es ist für uns alle ein Rätsel. Ich weiss leider auch nicht mehr», sagt der Rentner sichtlich mitgenommen. Aber bei etwas ist sich der Onkel, der auch Götti der Vermissten ist, fast sicher: «Sie hätte sich nie selber etwas angetan.»
Ex-Kriminalkommissar erklärt
Der ehemalige Kriminalkommissar Markus Melzl (74) schätzt den Fall für Blick ein. Wie kann die Polizei ein Verbrechen ausschliessen, wenn nur ein Torso gefunden wurde? «Es gibt vermutlich so viele Hinweise, die nicht für ein Verbrechen sprechen. Die Solothurner Staatsanwaltschaft muss sich sicher sein, wenn sie nicht von Fremdeinwirkung spricht.» Melzl nennt es eine sogenannte «Plausibilitätsermittlung». Heisst: Hinweise auf ihrem Handy, auf ihr Bewegungsprofil, auf ihre Gesundheitsakte oder aus ihrem Umfeld würden dann «plausibel erklären, dass es vermutlich eben kein Verbrechen ist».
Die Solothurner Staatsanwaltschaft sagt auf Anfrage von Blick, dass die entsprechenden Untersuchungen zum Fall im Gange seien. Weitere Details gibt es nicht.
Auch wenn die Vermisste nicht mehr in Büren, sondern im Kanton Basel-Landschaft gewohnt hat, gab es immer noch eine Verbindung zu Büren. «Sie kam regelmässig hier zur Kirche oder bei mir vorbei», sagt ihr Onkel. Er hofft nun, dass er von der Polizei irgendwann Bescheid bekommt, ob seine Nichte die Tote vom Feld ist – oder doch eine andere Person ihr Leben lassen musste.