Darum gehts
- Trauerminute im Stadion Aarau für verstorbenen Fan Salko Kulosman (†40)
- Kulosman brach während FCA-Spiel am 15. Mai plötzlich zusammen
- Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Söhne
Der Montagabend im Stadion Brügglifeld in Aarau wird für viele Fans in trauriger Erinnerung bleiben. Nicht nur weil der FC Aarau in der Barrage gegen GC kein einziges Tor schoss, unentschieden spielte und jetzt für einen Aufstieg in die höchste Spielklasse auswärts aufs Rückspiel hoffen muss. Sondern weil es vor dem Spiel eine Trauerminute für den FCA-Fan gab, der letzten Freitag beim Heimspiel gegen Yverdon Sport FC zusammenbrach und später im Spital starb.
In den sozialen Medien ist es inzwischen ein offenes Geheimnis, um wen es sich beim Verstorbenen handelt: Salko Kulosman (†40) aus Buchs AG. Der Metallbauer war nicht nur ein treuer Fan des FC Aarau, sondern auch ein beliebter Juniorentrainer beim FC Buchs. Aber nicht nur beide Vereine zeigen im Internet öffentlich ihre Anteilnahme. Daheim trauern vor allem auch seine Frau (38) und seine beiden Söhne (12 und 14) um ihn. Und: Sie sind bereit, über ihren Ehemann und Vater zu erzählen, als Blick sie am Dienstagvormittag besucht.
Witwe ist traurig, aber gefasst
«Es ist ein Drama für uns», sagt die Witwe von Salko Kulosman traurig, aber gefasst. «Er war ja erst 40 Jahre alt und gesund.» Nichts habe darauf hingedeutet, dass etwas nicht in Ordnung gewesen wäre. Salko, wie ihn alle nannten, war letzten Freitag mit seinen beiden Söhnen am Heimspiel. «Wir standen im Gästesektor, der von Yverdon netterweise für die Fans des FCA freigegeben wurde», erinnert sich der ältere Sohn im Beisein seiner Mutter.
Es sei dann in der Nachspielzeit passiert. Der FCA hatte zu diesem Zeitpunkt einen 2:0-Vorsprung verspielt und holte beim 2:2 nur noch einen Punkt. Hätte der FCA gewonnen, wäre er bereits da aufgestiegen. «Mein Vater hat sich nicht speziell aufgeregt oder so. Es gab auch keine Szene auf dem Spielfeld, die ihn geärgert hätte. Er brach plötzlich zusammen», erzählt sein älterer Sohn weiter. «Er hat davor auch nichts gesagt.» Für die beiden Buben ist der Zusammenbruch ein Schock.
Noch nicht sicher, ob Herzinfarkt
Sofort wird Erste Hilfe geleistet. Eine Ambulanz bringt Salko Kulosman ins Spital. «Ich ging auch sofort hin», sagt seine Frau, die von ihren Söhnen alarmiert wird. Ob ihr Mann tatsächlich einen Herzinfarkt gehabt habe, wie im Internet vermutet wird, sei noch nicht klar und werde noch untersucht.
Sicher sei, dass ihr Mann im Spital nicht mehr ansprechbar gewesen und im Beisein von ihr und ihren Söhnen gestorben sei. «Es ist schrecklich für uns», sagt sie. Doch sie gibt sich tapfer: «Irgendwie muss es weitergehen.»
Salko Kulosman ist schon als Kind aus Bosnien in die Schweiz gekommen, hat später den Schweizer Pass erhalten sowie den Fussball über alles geliebt und auch selber Fussball gespielt. «Er war nun seit sechs Jahren Trainer bei den Junioren des FC Buchs», so die Witwe. «Er war so ein lieber Ehemann und Vater. Und bei den Jungen sehr beliebt. Dass er nicht mehr da ist und so jung sterben musste – das bricht uns das Herz.»
«Wir werden seine fröhliche Art vermissen»
Dass die Anteilnahme der beiden Vereine so gross ist, sei beeindruckend, sagt die Witwe weiter. «Auch die Schweigeminute hat uns sehr berührt. Wir wurden vom FC Aarau auf die Tribüne eingeladen. Das hat uns sehr gutgetan.»
Salko Kulosman soll demnächst in seinem Heimatland beerdigt werden. Die Witwe und die beiden Halbwaisen wissen schon jetzt: «Wir werden vor allem seine liebe und fröhliche Art vermissen.»