Darum gehts
- Tierschützer Bruno Jelovic verliert Instagram-Account durch Hackerangriff Ende April
- Spenden brechen um 50 Prozent ein, Verlust: rund 35'000 Franken
- Verdacht: Hackerangaben führen in die Schweiz, Meta-Support reagiert kaum
«Es ist eine Katastrophe», sagt Tierschützer Bruno Jelovic (36) aus Buchs AG zu Blick. Mit seinem Verein «Save the Dogs BiH» kümmert er sich in Bosnien um derzeit mehr als 1300 gerettete Hunde. Die Tiere werden von der Strasse aufgenommen, medizinisch versorgt und anschliessend auf aktuell fünf Ranches verteilt. Ein Team aus 53 Mitarbeitenden betreut die Hunde täglich.
Finanziert wird die Arbeit über Spenden. Diese sammelt Jelovic primär über seinen Instagram-Account «thegodfatherofdogs», dem rund 1,3 Millionen Menschen folgen. «Die Hunde liegen mir enorm am Herzen», sagt er.
Spenden brechen massiv ein
Ende April folgt für Jelovic der Schock: Er verliert plötzlich den Zugriff auf seinen Instagram-Account. Das Profil gelangt in die Hände von Hackern. «Es fühlte sich an, als wäre jemand bei mir eingebrochen», sagt er.
Für die Organisation hatte der Vorfall direkte Folgen. Jelovic konnte keine neuen Insta-Posts mehr absetzen. Deswegen besuchten weniger Menschen das Profil, und die Einnahmen brachen massiv ein. «Die Spenden sind um die Hälfte zurückgegangen», erklärt Jelovic. Nach eigenen Schätzungen fehlen dem Verein dadurch bisher rund 35'000 Franken.
Besonders schmerzhaft sei die Situation bei neuen Notfällen wie Hunden, die in schlechtem Zustand sind. Wegen der eingebrochenen Spenden kann Jelovic weniger Hunde aufnehmen. «Wir müssen täglich 10 bis 20 Hunde ablehnen, die Hilfe brauchen», sagt er. «Das bricht mir jedes Mal das Herz.»
Noch keinen Einfluss auf bereits erhaltene Hunde
Den 1300 Hunden, die in seinen Ranches leben, geht es gut. Auf anderen Kanälen konnte Jelovic seine Community über den Hackerangriff informieren.
«Aktuell hat der Spendeneinbruch noch keinen direkten Einfluss auf die Hunde, die bereits bei uns sind, weil die Community weiterhin treu ist», erklärt er. «Langfristig mache ich mir schon Sorgen. Was, wenn das Geld nicht mehr für die medizinische Versorgung reicht?»
Meta reagiert tagelang nicht
Nach dem Hack kontaktierte Jelovic mehrfach den Support von Meta, dem Mutterkonzern von Instagram. Doch lange hat er keine Hilfe erhalten. «Ich war verzweifelt», sagt er. Besonders frustrierend: Laut Jelovic wurden einzelne Support-Tickets sogar gelöscht.
«Es kann doch nicht sein, dass ein Milliardenkonzern bei einem Hack nicht schneller reagiert», kritisiert er.
Der Fall erinnert an andere Probleme mit Meta-Konten. Blick berichtete bereits über den Fall von Lukas Beer, dessen Facebook-Profil im Februar gesperrt wurde. Dadurch verlor er die Kontrolle über Werbung für sein Start-up.
Führen Spuren in die Schweiz?
Beim Versuch, sein Profil zurückzubekommen, bemerkte der Hunde-Götti Jelovic laut eigenen Angaben, dass die hinterlegten Kontaktinformationen geändert worden waren. Die neue Telefonnummer und Mailadresse sollen einen Bezug zur Schweiz haben. Ob tatsächlich Personen aus der Schweiz hinter dem Angriff stehen, ist allerdings unklar.
Er vermutet einen Zusammenhang mit Kritikern seiner Arbeit. Bereits 2024 wurden Vorwürfe laut, sein Verein arbeite bei Spenden zu wenig transparent.
Jelovic wies die Anschuldigungen schon damals zurück. «Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Verein, der so transparent arbeitet wie wir», sagt er heute. Seine Buchhaltung werde vollständig dokumentiert und von einem Treuhänder kontrolliert.
Happy-End nach einem Monat
Immerhin kommt es bei Jelovic zu einem Happy-End. Auf eine Blick-Anfrage reagiert Meta nicht, dennoch hat sich nur einen Tag später die Situation verändert: «Ich habe mein Profil zurückgekriegt», erklärt Jelovic.
Dennoch bleibt bei Jelovic Kritik an Meta zurück. Gerade bei gehackten Accounts müsse Hilfe schneller möglich sein, findet er.