Darum gehts
- Messerangriffe in Menziken AG sorgen für Angst und Proteste der Eltern
- Eritreer bedrohte mehrmals Kinder und Erwachsene, Polizei greift ein
- Gemeinderat plant Sicherheitsmassnahmen, fordert bei Gefahr sofortige Polizeialarme
In Menziken AG geht die Angst um. Drei Vorfälle innert kürzester Zeit haben die Menschen im Dorf aufgeschreckt. Erst wird eine Frau belästigt, sie sucht Hilfe bei einem Kirchenangestellten. Doch dieser wird dann selbst mit einem Messer bedroht. Dann soll ein Mann einen Jogger attackiert haben. Und schliesslich berichtet ein Mädchen, ein Fremder habe es mit einem Messer verfolgt.
Besonders unter den Eltern wächst die Sorge. Sie fürchten um ihre Kinder. Nun machen sie Druck: Unter dem Namen «Sicherheit unserer Kinder» haben besorgte Mütter und Väter einen Aufruf gestartet. Sie fordern «konkrete und sichtbare Massnahmen». Unter anderem mehr Polizeipräsenz zu Schulbeginn, während der Pausen und nach Schulschluss.
Er bedroht Mann mit dem Messer
Der erste Vorfall passiert im Juli bei der reformierten Kirche. Ein Eritreer soll dort eine Frau belästigt haben. Sie flüchtet zu einem Kirchenangestellten. Dieser kennt den Mann und stellt ihn zur Rede. Da zückt der Mann ein Messer und droht ihm. Die Polizei nimmt ihn später fest.
Vergangenen Montag taucht der Eritreer wieder auf. Er soll einen Jogger «gewaltvoll» angegriffen haben, berichtet Tele M1. Jemand ruft die Polizei, die rückt erneut aus. Wieder klicken die Handschellen. Blick erhält ein Leser-Bild.
Offenbar hat der Mann auch schon Kinder bedroht. Eine Anwohnerin erzählt: «Dieser Typ hat meinem Sohn gesagt, dass er ihn umbringen werde.» Ihr Bub sei nicht der einzige. Die Mutter ist frustriert. «Nie wird etwas unternommen», sagt sie. Anzeige hat sie keine erstattet. «Was bringt das? Es werden eh nur Bussen ausgestellt.»
Mit Messer eine Schülerin verfolgt
Nur einen Tag nach der Attacke auf den Jogger schrillen erneut die Alarmglocken. Ein Mädchen berichtet, ein Mann sei ihm nachgelaufen – mit einem Messer in der Hand. Die Schülerin flüchtet zu ihrer Klassenlehrerin. Diese schaltet die Schulleitung ein. Die Polizei befragt das Mädchen und startet eine Fahndung. Ohne Erfolg.
Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, bestätigt den Vorfall gegenüber Blick. Wer dem Mädchen nachgelaufen ist, steht bis heute nicht fest. Doch Graser sagt: «Der festgenommene Eritreer scheint nichts damit zu tun zu haben.»
Ohnehin geht die Polizei bei diesem dritten Vorfall nicht von einer Straftat aus, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Der Mann habe das Messer zwar in der Hand gehalten, damit aber nicht bedrohlich auf das Mädchen eingewirkt.
«Die Polizei macht zu wenig»
Die verunsicherten Bewohner beruhigt das kaum. Sabrina J.* (31) hält sich nahe der Kirche auf und erkennt den Eritreer von den ersten beiden Vorfällen wieder. «Das ist der, der hier oft Drogen und Alkohol konsumiert, chillt und auf Leute losgeht», sagt sie. Und: «Der hat auf jeden Fall schon Schüler mit einem Messer und einem Stock bedroht.»
Sabrina J. sieht die Behörden in der Pflicht: «Leider lassen wir immer Leute in unser Land, ohne zu schauen, ob sie psychisch krank sind.» Sie selbst fühle sich nicht mehr sicher und gehe abends kaum noch raus. «Die Polizei macht viel zu wenig.»
Auch Stephan S.** (56) reicht es. «Es ist einfach ziemlich mühsam, dass die Polizei nicht mehr unternimmt. Vor allem sollten sie solche Leute mal drinnen behalten und nicht gleich wieder freilassen.» Er verstehe die Eltern «vollkommen». «Man weiss ja nie, wie unberechenbar solche Leute sind.»
Jetzt reagiert der Gemeinderat
Inzwischen hat auch der Gemeinderat reagiert. In einem Schreiben an die Eltern verspricht er «konkrete Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler». Diese sollen «zeitnah» umgesetzt werden.
Gleichzeitig appelliert der Gemeinderat an die Eltern: Bei unmittelbarer Gefahr sollen sie nicht zuerst die Schule informieren, sondern sofort die Polizei unter 117. «Der Zeitfaktor ist wichtig», schreibt die Gemeinde.
Doch welche «konkreten Massnahmen» nun tatsächlich kommen, bleibt offen. Für die besorgten Eltern zählt vor allem eines: Ihre Kinder sollen sich auf dem Schulweg wieder sicher fühlen können.
* Name geändert
** Name bekannt