Flüchtlinge
Asylbewerber müssen im Kanton Zug neu mit Plastikgeld bezahlen

Im Kanton Zug können Asylbewerber, vorläufig Aufgenommene und Weggewiesene die staatliche Unterstützung nicht mehr bar ausgeben oder auf ein Konto überweisen. Der Regierungsrat hat entschieden, im Asylbereich ab April schrittweise die Prepaidkarte einzuführen.
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Der Zuger Regierungsrat Andreas Hostettler (FDP) geht davon aus, dass das Schweizer Asylsystem mit einer flächendeckenden Einführung der Bezahlkarte an Attraktivität verlieren wird. (Archivaufnahme)
Foto: URS FLUEELER
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die Bezahlkarte war 2025 vom Kantonsrat im Grundsatz beschlossen worden. Der Regierungsrat habe am Dienstag die entsprechende Verordnung angepasst und damit die rechtliche Grundlage für die Einführung der Prepaidkarte geschaffen, teilte die Direktion des Innern am Donnerstag mit.

Die Einführung der Bezahlkarte startet im April. Bis Ende Jahr soll sie an 300 Personen ausgegeben werden. Bis alle 1500 Personen aus dem Asylbereich ihre finanzielle Unterstützung auf die Karte ausbezahlt erhalten, dürfte es 2028 werden.

Die Einführung der Bezahlkarte war damit begründet worden, dass die Asylsozialhilfe und die Nothilfe für die Bewältigung des Alltags in der Schweiz eingesetzt werden solle. Dafür sei sie vorgesehen, wird der Zuger Regierungsrat Andreas Hostettler (FDP) in der Mitteilung zitiert.

Asylbewerber, vorläufig Aufgenommene und Weggewiesene können damit kein Geld mehr in ihre Heimat überweisen. Bis auf 150 Franken pro Monat, müssen sie alle Ausgaben mit der Karte bezahlen. Der Freibetrag für Barzahlungen soll es ermöglichen, dass Kinder ein Sackgeld erhalten oder dass auch in einem Geschäft ohne Kartenzahlung eingekauft werden kann.

Die Bezahlkarte war von der SVP mit einem Vorstoss in den Kantonsrat eingebracht worden. Die Sozial- und Nothilfe müsse für Einkäufe ausgegeben werden, Missbräuche im Drogenhandel oder Geldwäsche werde verunmöglicht, hiess es von bürgerlicher Seite.

Abgelehnt wurde die Karte von SP, ALG und GLP. Sie sei eine Schikane, welche keine Probleme löse.

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