Darum gehts
- Schweizer (†31) stirbt bei Autounfall in Muri AG, Auto brennt aus
- Feuerwehrkommandant Roman Strebel beschreibt seinen ersten Einsatz mit Brandopfer
- Unfallursache laut Kantonspolizei Aargau noch unklar
Zwei Kerzen, ein weisser Engel, eine orange Rose – und ein geschwärzter Boden. Das ist alles, was an der Unfallstelle in Muri AG an den schrecklichen Unfall vom Dienstagabend erinnert. Ein Schweizer (†31) aus der Region kam ausserorts mit seinem Renault von Aristau AG her, geriet von der Strasse ab und donnerte in einen dicken Baum. Der Wagen fing an zu brennen. Der Insasse hatte keine Chance – und starb.
Einer der ersten Helfer vor Ort war Roman Strebel (46). Er ist seit 25 Jahren Feuerwehrmann und seit diesem Jahr Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri. «Ich war zu Hause, als um etwa 17.20 Uhr der Alarm losging», sagt er am Tag nach dem tödlichen Unfall vor Ort zu Blick. Er sei sofort ins Feuerwehrmagazin und von dort ausgerückt.
«Dies war für mich der erste Einsatz dieser Art»
An der Unfallstelle habe man zuerst mit der Brandbekämpfung des auf dem Dach liegenden Autos begonnen. Dann sah Strebel die verstorbene Person im Wagen: «Es war kein schöner Anblick», sagt er. Er habe als Feuerwehrmann schon mehrere verstorbene Menschen gesehen, aber: «Dies war für mich der erste Einsatz dieser Art.» Man spreche sich dann vor Ort jeweils ab, wer von den Feuerwehrleuten die eigentliche Bergung mache. «Es ist unterschiedlich, aber meistens tun dies eher die erfahrenen Leute», sagt er.
Nach dem Einsatz sitze man dann jeweils noch im Feuerwehrmagazin zusammen – für eine Nachbesprechung. In einer ersten Phase würden die Einsatzkräfte oft noch mit dem Erlebten zurechtkommen. «In einer zweiten Phase sieht man dann die Bilder wieder», sagt Strebel. «Das können nicht alle verkraften. Deshalb frage ich nach einer gewissen Zeit nochmals bei der Truppe nach, ob jemand allenfalls psychologische Hilfe braucht.»
«Kann vorkommen, dass man verstorbene Person kennt»
Aus Erfahrung weiss der Feuerwehrkommandant: «Solche Bilder kann man zwar verarbeiten, aber man vergisst sie nie.» Vor allem, wenn Kinder unter den Schwerverletzten oder Verstorbenen seien, gingen einem die Einsätze sehr nahe, so der Familienvater.
Die Feuerwehrleute haben den verstorbenen Mann nicht gekannt. Aber: «Es kann natürlich vorkommen, dass man eine verstorbene Person kennt, weil man in der eigenen Region im Einsatz ist.» Wenn dies vorkomme, würden jene Feuerwehrleute, die die Person kennen, «sofort den Einsatz beenden», sagt Strebel.
Mehrere verbrannte Personen: «Horrorvorstellung»
Das Schlimmste, das Strebel passieren könnte, wäre, nach einem Unglück mehrere verbrannte Personen sehen zu müssen – wie etwa bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS oder beim Postauto-Drama in Kerzers FR: «Das ist eine Horrorvorstellung und ich hoffe, dass so etwas bei uns nie passiert.»
Den Angehörigen des in Muri Verstorbenen entbietet Roman Strebel sein herzliches Beileid und wünscht ihnen «für die Zukunft alles Gute». Warum der 31-Jährige von der Strasse abkam, ist laut Kantonspolizei Aargau bislang «noch unklar».