Darum gehts
- Fast-Crash in Mollis GL am 21. September 2024 zwischen Flugzeug und Helikopter
- Nur 70 Meter horizontal und 40 Meter vertikal trennten die Maschinen
- Sust fordert Bazl und Flugplatz Mollis zur Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen auf
Im September 2024 wäre es in Mollis GL beinahe zu einem katastrophalen Unfall gekommen. Das enthüllt ein neuer Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust. Laut dem Bericht befand sich am 21. September ein Schulungsflugzeug mit zwei Fluglehrern an Bord im Landeanflug auf den Flugplatz Mollis. Gleichzeitig steuerte ein Rega-Helikopter ebenfalls den Flugplatz ein.
Der Helikopter mit dreiköpfiger Besatzung war auf dem Heimflug von einem Einsatz. Die Piloten beider Maschinen gaben laut Sust-Bericht an, ihre Position über Funk durchgegeben zu haben. Beide hätten die Meldung des jeweils anderen Piloten jedoch nicht wahrgenommen. Die Rega-Crew sei ausserdem durch eine Warnung vor einem Gleitschirm abgelenkt gewesen.
Crash haarscharf verfehlt
Zu diesen kommunikativen Missverständnissen kam laut dem Sust-Bericht noch technisches Versagen hinzu. Die Untersuchung ergab, dass die unterschiedlichen Kollisionswarngeräte der Maschinen nicht kompatibel waren. Das Gerät innerhalb des Flugzeugs sei inzwischen nachgerüstet worden.
Alle diese Probleme führten dazu, dass sich das Schulungsflugzeug und der Rega-Helikopter bei ihrem Landeanflug auf Mollis nur haarscharf verfehlten. Horizontal fehlten nur 70 Meter für einen Crash. Vertikal lagen sogar nur 40 Meter zwischen Leben und Tod.
Der Sust-Bericht hält fest, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl in Zusammenarbeit mit den Betreibern des Flugplatzes Mollis die Sicherheitsvorkehrungen überarbeiten sollte. Die aktuellen Massnahmen für die Anflugverfahren sollten überprüft und bei Bedarf angepasst werden.