Meteorologe erklärt Phänomen
Gefühlte Temperatur ist eben doch mehr als nur ein Gefühl

Es ist heiss und Abkühlung ist gerade nicht in Sicht – ausser vielleicht, man sitzt am See. Manchmal fühlt sich Temperatur ganz anders an, als es uns das Thermometer weismachen will. Dass dem so ist, hat mit mehreren Faktoren zu tun.
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Der Sommer ist da und will gar nicht mehr weg. Dass Temperaturen gefühlt anders als auf dem Thermometer sein können, hat mehrere Gründe.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz leidet unter Sommerhitze, gefühlte Temperatur oft höher als gemessene
  • Hohe Luftfeuchtigkeit erschwert das Schwitzen
  • Hitzewelle: Temperatur-Höhepunkt im Juni dauert länger
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Angela RosserJournalistin News

Die Sommerhitze hat die Schweiz fest im Griff und scheint sie in nächster Zeit auch nicht wieder loszulassen. Während viele das warme Wetter geniessen und es sich am See gemütlich machen, leiden andere unter der aktuellen Wetterlage.

Menschen erleben Temperaturen ganz unterschiedlich. Anders als zum Beispiel bei Wasser sind 32 Grad an der Luft gefühlt nicht immer gleich 32 Grad. Bei der Luft spricht man deshalb auch oft von der gefühlten Temperatur.

Feuchte Luft behindert kühlendes Schwitzen

Nur ein Gefühl ist diese aber nicht. Die gefühlte Temperatur hängt von spezifischen Einflüssen ab. Klaus Marquardt, Meteorologe bei Meteo News, erklärt, dass insbesondere die Luftfeuchtigkeit ein wichtiger Faktor ist. «Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, desto wärmer scheint es. Je trockener die Luft, desto besser kann der Schweiss verdunsten, was einen Kühleffekt mit sich bringt.»

Auch der Wind, Strahlungsbedingungen sowie nicht-meteorologische Faktoren wie Kleidung, Aktivität, Körpergrösse, Gewicht, Alter und individuelle Wärmeproduktion haben einen Einfluss. «Ein junger Mensch verträgt Hitze besser als ein älterer.»

Natürlich kommt es auch darauf an, was man bei der Hitze macht und wo man sich befindet. «Unter einem Baum in der Badi empfindet man es als weniger heiss, als mitten in einer Stadt oder auf einer Baustelle an der prallen Sonne», sagt Marquardt. Ein Baum zum Beispiel sei sowieso immer die bessere Schattenvariante als ein Sonnenschirm. «Durch die Verdunstung über die Blattoberflächen wird die Luft gekühlt», so Marquardt.

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Bei den Temperaturen komme es auch darauf an, wann es so heiss wird. «Im Juni ist der Hitze-Höhepunkt relativ lang. Also ist es dann von Mittag bis in den Abend hinein 35 Grad zum Beispiel», sagt er. Das sei im August anders. Da ist der Höhepunkt der Temperatur, die 35 Grad als Beispiel, kürzer und gegen Abend sinkt die Temperatur wieder, weil die Tage wieder kürzer werden. Die aktuelle Hitzewelle sei aber auch alles andere als normal, betont er.

Direkte Sonneneinstrahlung heizt zusätzlich

Ein weiterer Punkt ist die Sonneneinstrahlung. 35 Grad wären am Schatten wie auch an der Sonne gleich warm. Die Sonneneinstrahlung erhöht die gefühlte Temperatur aber, weil der Körper zusätzlich zur Lufttemperatur auch Strahlungswärme aufnimmt.

Die Sonne erwärmt Haut, Kleidung und auch umgebende Oberflächen direkt. Im Schatten fehlt diese zusätzliche Strahlung, darum wirkt die gleiche Lufttemperatur oft angenehmer.

Es gibt auch einen Weg, um den Wert der gefühlten Temperatur zu ermitteln. Beim Hitze-Index des amerikanischen Wetterdienstes wird die gefühlte Temperatur in Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit angegeben. Allerdings werden Faktoren wie Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung nicht berücksichtigt. Aber je nach Luftfeuchtigkeit hat man hier also einen Richtwert.

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