Jeden zweiten Tag verschwindet in der Schweiz ein Kind
Diese Kindesentführungen sorgten für Schlagzeilen

Kindesentführungen in der Schweiz nehmen zu: 2024 wurden 154 Fälle gemeldet, davon 90 ins Ausland. Viele von ihnen bleiben unbemerkt, einige aber sorgen für Aufsehen.
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Die meisten Kindesentführungen bleiben medial unbemerkt, einige aber sogen für Schlagzeilen.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Dijana Hirsenaj kämpft seit fünf Jahren um ihre entführten Kinder
  • 2024 registrierte das BJ 154 Kindesentführungen, 90 ausser Landes gebracht
  • Berner Mutter wurde wegen Entführung nach Tunesien zu 45 Monaten verurteilt
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Martin MeulReporter News

Dijana Hisenaj (30) hat ihre Kinder seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Der Grund: Sie wurden vom Vater nach Slowenien verschleppt. Obwohl der Mutter das Sorgerecht zugesprochen und der Vater wegen Entführung schuldig gesprochen wurde, scheiterten alle Versuche, die Kinder zur Mutter zurückzubringen.

Das Schicksal von Hisenajs Kindern ist kein Einzelfall. Im Jahr 2024 verzeichnete das Bundesamt für Justiz 154 Fälle von Kindesentführung. In 90 Fällen wurden die Kinder ausser Landes gebracht. Die Tendenz: steigend!

Viele dieser Fälle gelangen nie in die Öffentlichkeit. Einige von ihnen sorgten hingegen für Schlagzeilen. Dabei wurden sowohl Väter wie Mütter zu Tätern.

2011: Über 10 Jahre auf der Flucht

Die Französin Priscilla M. entführte 2011 ihre fünfjährige Tochter Camille und tauchte wegen eines Sorgerechtsstreits mit ihr unter. Über zehn Jahre blieb das Duo verschwunden, bis Interpol die Mutter 2022 bei einer Verkehrskontrolle im Kanton Waadt festnahm.

Frankreich verurteilte sie wegen Kindesentführung zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis. Reue zeigte sie nicht: Nach ihrer Entlassung Ende 2023 erklärte sie, sie sei stolz auf ihre Tat und würde jederzeit wieder so handeln.

2014: Happy End nach fünf Jahren

Zwei Mädchen aus dem Berner Oberland wurden 2014 von ihrem ägyptischen Vater nach Ägypten entführt.

Obwohl die Schweizer Mutter 2016 das Sorgerecht zugesprochen erhielt, dauerte es fast drei weitere Jahre, bis die Kinder in die Schweiz zurückkehren konnten.

Der Bund unterstützte die Mutter während Jahren. Im März 2019 kehrten die damals sieben- und neunjährigen Mädchen schliesslich zu ihrer Mutter ins Berner Oberland zurück. 

2018: Fast 4 Jahre Knast für Mutter

Eine Mutter aus Biel entführte 2018 ihre drei Kinder nach Tunesien und tauchte dort rund 18 Monate unter. Nach der Trennung vom Vater wollte sie laut eigener Aussage «weg von allem» und informierte ihn nicht über ihren Aufenthaltsort. Der Vater wusste monatelang nicht, ob seine Kinder überhaupt noch lebten.

Nach ihrer Ausschaffung in die Schweiz wurde die Frau zunächst zu 21 Monaten bedingt verurteilt. Das Berner Obergericht verschärfte das Urteil später wegen fehlender Reue auf 45 Monate unbedingte Freiheitsstrafe. 

2021: Sohn zu Reichsbürgern verschleppt

Die Schweizerin Sofia G. entführte im Oktober 2021 ihren fünfjährigen Sohn Noa während der Herbstferien, obwohl der Vater das alleinige Sorgerecht hatte. Statt den Buben zurückzubringen, floh sie nach Bayern zum deutschen Reichsbürger Maximilian Eder, einem führenden Mitglied der mutmasslich terroristischen «Patriotischen Union», die einen gewaltsamen Umsturz geplant haben soll.

2024 wurde Sofia G. wegen Kindesentführung zu 17 Monaten Gefängnis bedingt, sowie einer Geldstrafe verurteilt.

2023: Vater nimmt Kinder mit nach Brasilien

Ein Vater aus der Westschweiz entführte im August 2023 seine einjährige Tochter Lea und deren neunjährige Halbschwester nach Brasilien. Trotz Warnungen der Mutter durfte er mit den Kindern verreisen und setzte sich anschliessend nach Südamerika ab.

Erst nach wochenlanger Suche, einer Reise der Mutter nach Brasilien und internationaler Zusammenarbeit wurden die Mädchen gefunden und in die Schweiz zurückgebracht.


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