Betreiberpaar zeigt sich in der Öffentlichkeit
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Erstmals seit der Tragödie:Betreiberpaar zeigt sich in Öffentlichkeit

Groll von Bar-Chef Gaëtan T. (28) gegen die Morettis wächst
«Ich finde es absurd, dass sie ihre Angestellten beschuldigen»

In Crans-Montana kam es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Jessica und Jacques Moretti auf dem Weg zur Anhörung.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Verheerende Brandkatastrophe in Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti befragt, Jacques Moretti kam in Polizeigewahrsam
  • Feuer wurde durch Wunderkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
12:28 Uhr

Barchef Gaëtan T. hegt «wachsenden Groll gegen die Morettis»

Der Barchef von Le Constellation Gaëtan T. (28) wurde in der Inferno-Nacht schwer verletzt. Er erlitt Lungenschäden und schwere Brandverletzungen am ganzen Körper, von der anhaltenden psychischen Belastung ganz zu schweigen. Nach acht Tagen im Koma und einer intensiven Behandlung konnte er zu seiner Familie nach Frankreich zurückkehren.

(Credit: Screenshot RTS)

In einem Interview mit RTS erzählt T. am Sonntag, wie es ihm ein Monat nach der Brandkatastrophe geht. Dabei ist sehr deutlich zu spüren, wie wütend er auf das Betreiber-Ehepaar von Le Constellation ist. «Wenn ich sehe, wie die Morettis sich nach und nach reinwaschen wollen, ja, dann wächst mein Groll gegen sie immer mehr», erzählt der 28-Jährige. «Ich finde es absurd, dass sie ihre Angestellten beschuldigen.» T. spricht damit eine Verteidigungsstrategie der Morettis an. Das Ehepaar hatte einem Saisonarbeiter der Bar vorgeworfen, die Türe des Notausganges abgeschlossen zu haben.

T. kritisiert im Interview mit RTS auch die Brandschutz-Situation in der Bar. Dabei spricht er die Schaumstoff-Matten an der Decke von Le Constellation an, die sich in der Silvesternacht durch Wunderkerzen entzündeten. «Ich habe ihnen geholfen, den Schaum an der Decke wieder zu befestigen», erzählt T. In der Sendung wird auch eine Sprachnachricht von Jacques Moretti an seinen Barchef abgespielt. «Das sieht nicht schlecht aus», sagt Moretti darin zu Schaumstoff-Matten.

12:18 Uhr

Einzelne Brandopfer könnten bald in die Schweiz verlegt werden

Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk

Noch immer befinden sich einige der im Ausland befindlichen stationären Patienten in kritischem Zustand. Bei anderen wird in den kommenden Tagen eine Verlegung in die Schweiz möglich sein, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) am Dienstag mitteilte.

Aktuell seien 19 Schweizer und sechs verletzte Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz in spezialisierten Klinken in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien. Die Schweiz konnte diese Patienten dank des Zivilschutzmechanismus der Europäischen Union (UCPM) für Notfälle verlegen.

Die zuständigen ausländischen Fachzentren seien bereit, Patienten so lange wie nötig zu behandeln, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Dadurch sei es möglich, die Rückführung in die Schweiz zu einem therapeutisch angemessenen Zeitpunkt zu planen. So sei auch eine bestmögliche Nachsorge gewährleistet.

Schweizer Kontaktteams haben laut Medienmitteilung seit dem 21. Januar und bis zum vergangenen Samstag alle diese Patientinnen und Patienten vor Ort besucht. Vor-Ort-Interviews mit Fachärzten und Angehörigen bildeten eine wichtige Grundlage für die Vorbereitung und Koordination der weiteren Behandlung. Die Schweizer Kontaktteams trafen sich auch mit den Angehörigen der Verletzten, um deren Bedürfnisse zu berücksichtigen und Hilfe zu leisten.

Die Schweizer Kontaktteams zeigten sich mit dem Austausch mit den lokalen Pflegeteams sehr zufrieden. Sie würdigten die erheblichen Anstrengungen in den ausländischen Klinken, um Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten, sowie das starke Engagement für eine enge Zusammenarbeit mit der Schweiz.

11:07 Uhr

Webseite für potenzielle Beweismittel wird nicht gesperrt

Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk

Nach dem verheerenden Brand von Crans-Montana hat der Genfer Anwalt Romain Jordan eine Webseite eingerichtet, über die Zeugenaussagen und Dokumente zur Katastrophe gesammelt werden. Jordan vertritt selbst zahlreiche Opfer-Familien. Jacques und Jessica Moretti wollten mithilfe ihrer Anwälte gegen die Webseite crans.merkt.ch vorgehen. Der Antrag der Anwälte wurde nun zurückgewiesen, wie Léman Bleu berichtet.

Mitte Januar berichtete die Zeitung «Le Temps», die Verteidigung des Ehepaars Moretti habe die Walliser Staatsanwaltschaft aufgefordert, die Webseite umgehend zu sperren oder deren Schliessung anzuordnen. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist insofern eine Klatsche für die Morettis.

Foto: keystone-sda.ch

Nach Informationen von Léman Bleu erklärte die Staatsanwaltschaft, dass keine Massnahmen gegen die Plattform ergriffen würden. Man werde die Entwicklungen in dieser Angelegenheit aber weiterhin aufmerksam verfolgen.

Auf der Seite wird ausdrücklich auch darauf hingewiesen, dass Personen, die über potenzielle Beweismittel verfügen, auch die Originaldaten aufbewahren sollen – und sich an Polizei oder Staatsanwaltschaft wenden sollen.

10:24 Uhr

50 Opferfamilien sollen ab Mittwoch 10'000 Franken Soforthilfe erhalten

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die Familien der Brandopfer von Crans-Montana mussten lange auf eine finanzielle Soforthilfe warten. Mitte Januar beschloss der Walliser Staatsrat, den Angehörigen eine Entschädigung in Höhe von 10'000 Franken zur Verfügung zu stellen. Am Mittwoch, über einen Monat nach der Brandkatastrophe der Silvesternacht, sollen die ersten 50 Familien diese 10'000 Franken erhalten. Das berichtet RTS mit Berufung auf Roland Favre, den Leiter des Walliser Amtes für die Koordinierung sozialer Leistungen.

Foto: keystone-sda.ch

Die 10'000 Franken, die am Mittwoch ausgezahlt werden sollen, können von den Familien laut Favre nun frei verwendet werden, um zusätzliche Kosten zu decken. Ursprünglich sollten lediglich von 45 Familien am Mittwoch die Entschädigung erhalten. Diese Zahl scheint nun erhöht worden zu sein.

Diese zusätzlichen Kosten sind teilweise extrem hoch. Blick-Reporter Martin Meul konnte mit den Angehörigen zweier Mädchen sprechen, die in der Brandnacht schwer verletzt wurden. Die Besuche im Spital sowie zukünftige psychologische Betreuung könnten für die Eltern enorm teuer werden.


08:15 Uhr

Chefärztin Kinderspital: «Wir betreuen weiterhin Patienten, die sich in Lebensgefahr befinden»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Der tragische Tod von A. (†18) aus Lutry VD vom Samstag zeigt dramatisch, dass einige der Verletzten von Crans-Montana auch einen Monat noch der Brandkatastrophe noch nicht über den Berg sind. Die Opfer befinden laut der Chefärztin des Kinderspitals Zürich Kathrin Neuhaus «erst dann über dem Berg, wenn alle Wunden geschlossen sind». In einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen erklärt sie: «Wenn die verletzte Haut vollständig durch Eigenhaut ersetzt wurde, sinkt das Infektionsrisiko stark und der Bedarf an intensivmedizinischer Unterstützung geht deutlich zurück.»

Foto: KEYSTONE

Die Brandopfer am Kinderspital befinden sich laut Neuhaus derzeit in sehr unterschiedlichen Phasen ihres Behandlungsverlaufs. «Eine Person konnten wir vergangene Woche nach Hause entlassen. Andere befinden sich auf der Normalstation, mit dem Ziel, sie zeitnah ebenfalls entlassen zu können. Und wir betreuen weiterhin Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation, die nach wie vor im Koma liegen und sich in Lebensgefahr befinden.»

Das Infektionsrisiko bei den Patienten werde durch notwendige Überbrückungsmassnahmen erhöht. Zu diesen Massnahmen gehört etwa eine künstliche Beatmung aufgrund von Rauchschaden in der Lunge. «Schwerbrandverletzte benötigen viele Katheter, welche Fremdmaterial im Körper sind», erklärt die Chefärztin. «Gleichzeitig fehlt ihnen auch die Haut als natürliche Schutzbarriere, und das Immunsystem ist herunterreguliert. All das erhöht das Risiko für schwere Infektionen» A. aus Lutry VD hatte sich vor seinem Tod beispielsweise mit dem «Krankenhaus-Keim» infiziert.

02.02.2026, 16:47 Uhr

23 Brandverletzte noch in Schweizern Spitälern behandelt

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Ein Monat und ein Tag – so viel Zeit ist seit der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana vergangen. Am Samstag forderten die Folgen des Brandes ein weiteres Opfer. Der 18-jährige A. starb im Unispital Zürich vermutlich an einem sogenannten Spitalkeim.

Auch im Spital in Sitten verbleiben Verletzte.
Foto: KEYSTONE

Von den 115 Verletzten verbleiben noch 23 in den Schweizer Spitäler. Einige der Verletzten konnten bereits in Rehabilitationskliniken überwiesen werden – sie werden nun unter anderem in Einrichtungen der Suva in Bellikon AG und in Sitten ihren Weg zurück ins Leben finden. Auch zwei Schwestern aus dem Wallis, die in St. Gallen hospitalisiert waren, konnten mittlerweile in eine Reha-Klinik in der Romandie verlegt werden.

Im Spital in Sitten befinden sich nach wie vor vier Personen. In den Genfer Unispitälern werden keine Betroffenen mehr behandelt, dafür im Unispital Lausanne weiterhin neun Verletzte.

Während über den Zustand der Patienten und Patientinnen in der Westschweiz nichts bekannt ist, befinden sich am Zürcher Unispital fünf Brandverletzte im kritischen Zustand. Auch im Kinderspital in Zürich liegen nach wie vor zwei von fünf Betroffenen auf der Intensivstation.

Viele Opfer werden derweil in spezialisierten Kliniken im Ausland behandelt. Sieben davon in Deutschland, fünf in Belgien, 17 in Frankreich und 12 in Italien. Unter diesen insgesamt 41 Patienten und Patientinnen befinden sich laut Katamed 19 Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit.

02.02.2026, 16:23 Uhr

So koordiniert sich Bundesbern in der Bewältigung der Krise

Von Anna Clara Kohler, Redaktorin Politik

Der Bundesrat verfolge die Entwicklungen zur Bewältigung der Brandkatastrophe von Crans-Montana eng, lasse sich regelmässig über den Stand der Arbeiten informieren und diskutiere offene Fragen, heisst es am Montag in einer Medienmitteilung des Bundes. Demnach koordinieren die Generalsekretäre der Bundesräte seit Anfang Januar die Arbeiten zwischen Departementen, Kantonen und der Bundeskanzlei. Sie tagten gemäss Recherchen bislang fünf Mal dazu.

Einen eigentlichen ausserordentlichen Krisenstab gibt es nicht – die Gesamtkoordination der Folgearbeiten erfolge auf Stufe des Bundes «in den ordentlichen Strukturen», so der Bund. Die Generalsekretärenkonferenz habe die Aufgabe, eine Lagebeurteilung und Koordination der laufenden und geplanten Arbeiten sicherzustellen. Auch werde sie über den neusten Stand der Verletzten im In- und Ausland informiert.

02.02.2026, 13:04 Uhr

«Sie müssen es schaffen» – Mattarella besucht Opfer

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

«Wir müssen diesen jungen Menschen ihr Leben zurückgeben, sie müssen es schaffen.» Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella (84) hat am Montag das Mailänder Niguarda-Spital besucht. Dort werden nach wie vor acht Opfer behandelt. Mattarella tauschte sich dabei mit Familienangehörigen und Ärzten aus, die sich um die Opfer kümmern. 

Sergio Mattarella (rechts) nahm an der Trauerfeier in Martigny teil.
Foto: IMAGO/Independent Photo Agency Int.

Bei seiner rund 40-minütigen Visite rief Mattarella dazu auf, alles was möglich ist zu tun, damit die Opfer eine geregelte Zukunft haben. Man müsse ihnen ein erfülltes Leben zurückgeben, sagte der italienische Staatspräsident den Berichten zufolge. 

Zudem habe Mattarella einen kurzen Rundgang durch die Station für Opfer von Verbrennungen gemacht, hiess es. Laut einem lokalen Amtsträger wollte er dabei auch einige der Betroffenen selbst sehen. Dies tat er unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 

Die Heilung der Jugendlichen «verläuft gut» und «wie erhofft», sagte Guido Bertolaso, der Verwaltungsbeamte für Soziales der Region Lombardei. Drei Brandopfer werden noch auf der Intensivstation behandelt. Die Jugendlichen würden sich bald «ausser Gefahr» befinden, sagte Bertolaso.

Die Brandkatastrophe von Crans-Montana löste in Italien grosse Betroffenheit aus und führte zu einer diplomatischen Belastungsprobe zwischen der Schweiz und Italien. Sechs der 41 Todesopfer und elf Verletzte sind italienische Staatsangehörige. Immer wieder wurde im südlichen Nachbarland Kritik an der von der Walliser Staatsanwaltschaft geführten Strafuntersuchung laut. Mittlerweile dürfen italienische Ermittler Einsicht in die Akten haben. Mehr dazu liest du im Wochenkommentar von Chefredaktor Rolf Cavalli. 

Auf Unverständnis stiess in Italien insbesondere der Entscheid, den Betreiber der Unglücksbar, Jacques Moretti, gegen Kaution aus der U-Haft zu entlassen. Die italienische Justiz hat unterdessen ein eigenes Verfahren eröffnet. Die Walliser Justizbehörden haben inzwischen ein Rechtshilfeersuchen aus Rom gutgeheissen.

02.02.2026, 12:21 Uhr

Brandopfer Rose (18): «Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder ein normales Leben führen kann»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die 18-jährige Schweizerin Rose gehört zu den 115 Opfern, die bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana verletzt wurden. Einen Monat lang wurde sie in einer Klinik im belgischen Lüttich behandelt. «Sie haben Haut von meinem rechten Oberschenkel genommen und sie auf meine Hände transplantiert», erzählt Rose dem französischen Fernsehsender TF1. 

(Credit: Screenshot TF1)

Neben den körperlichen Verletzungen leidet die 18-Jährige auch unter einem enormen psychischen Trauma. «Die Bilder kommen wieder. Wir hören wieder Menschen schreien, wir sehen wieder die Verbrannten. Menschen waren bewusstlos, Menschen wurden reanimiert. Diese Bilder lassen mich nicht los», erzählt sie. «Ich glaube nicht, dass ich danach jemals wieder ein normales Leben führen kann.»

Rose soll laut TF1 am Montag aus dem Spital entlassen werden. Ihre Brandverletzungen werden sie aber wahrscheinlich noch lange begleiten. «Ich denke, ich muss meine Verbände trotzdem alle zwei Tage wechseln.»

02.02.2026, 11:39 Uhr

Der Feuerwehrchef von Crans-Montana wurde von der Polizei vorgeladen

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

David Vocat, der Feuerwehrchef von Crans-Montana, wird am 16. Februar im Rahmen der Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe von Crans-Montana von der Polizei befragt. Die Vorladung erfolgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft, wie RTS berichtet.

Foto: Philippe Rossier

Der Feuerwehrmann werde aber nicht als Verdächtiger befragt, sondern als «Person, die um Auskunft gebeten wird». Im Laufe der Ermittlungen könnte sich der Status von Vocat allerdings noch ändern. Das bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft beschliessen könnte, gegen ihn zu ermitteln, berichtet RTS weiter. Die Betreiber der Inferno-Bar, das Ehepaar Moretti, wurden zu erst auch als Zeugen zu einer Befragung vorgeladen. Schon bald leitete die Staatsanwaltschaft aber ein Strafverfahren gegen sie ein.

Die Anhörung von Vocat war seit Beginn der Ermittlungen erwartet worden. Wie RTS vermutet, könnte seine Befragung mit der letzten wirklichen Inspektion der Bar Le Constellation im Jahr 2018 zusammenhängen. Vocat soll damals dabei gewesen sein. 

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