Darum gehts
- Stundenlange Staus vor dem Gotthard-Tunnel am Samstag, Chaos in Urner Dörfern
- Rund 60 Personen demonstrierten in Schattdorf gegen massiven Ausweichverkehr
- Über zwei Stunden Wartezeit laut TCS, Protest für Durchfahrtsverbote gefordert
Den ganzen Samstag stehen die Autos vor dem Gotthard-Tunnel. Schon in den frühen Morgenstunden staut sich die Blechlawine auf. Am Samstagabend ist laut dem TCS noch immer mit über zwei Stunden Wartezeit zu rechnen.
Das Chaos vor dem Gotthard sorgt in den umliegenden Urner Gemeinden für Ärger. «Ganz Europa ist durch unser Dorf gefahren», berichtet Blick-Leser Bruno S. aus Schattdorf UR. «Es war wirklich schlimm, mehr als schlimm.»
Besonders am Vormittag sei das Verkehrschaos im Dorf gross gewesen. Die Strassen in der Gemeinde waren laut S. vollgestopft mit Fahrzeugen. «Die Autos standen so eng aneinander, dass man die Strasse nicht mehr überqueren konnte.» Sogar ein Reisecar habe sich durch die engen Strassen gezwängt. Am Nachmittag habe sich die Lage dann wieder etwas entspannt.
«Es stinkt uns!»
Schattdorf war nicht das einzige Dorf, das sich an diesem Samstag mit vielen Touristenautos herumschlagen musste. Auch Bilder aus Amsteg UR zeigen, wie sich eine gigantische Autoschlange quer durchs Dorf zieht.
Den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde ist der ständige Ausweichverkehr schon länger ein Dorn im Auge. Den Ferienstau vor dem Gotthard nahmen deshalb rund 60 Personen zum Anlass für eine friedliche Demonstration im Dorf. Mit Uri-Flaggen und Protestschildern ausgestattet, zogen sie durchs Dorf, wodurch der Ausweichverkehr noch weiter ins Stocken geriet.
«Ihr fahrt uns direkt durch die Stube», ist auf einem Schild zu lesen. «Es stinkt uns», steht auf einem anderen. Organisiert wurde der Protest von der IG Kanton Uri und Pro Alps. Die Veranstalter fordern unter anderem temporäre Durchfahrtsverbote in den Urner Dörfern an besonders verkehrsintensiven Tagen.