«Gefahr ist hoch bis sehr hoch»
Sind wir auf Waldbrände vorbereitet?

In mehreren Ländern in Europa wüten heftige Waldbrände. Auch in der Schweiz ist man sich der Gefahr bewusst. Doch sind unsere Feuerwehren bereit für die Bekämpfung von Waldbränden?
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2023 brannte ein Wald im Wallis.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In der Schweiz gilt wegen extremer Waldbrandgefahr ein Feuerverbot
  • Trockenheit und Hitze erschweren Löscharbeiten, höchste Gefahrenstufe im Wallis
  • Ein Funke genügt: Bereits kleinere Brände in einigen Kantonen registriert
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Südeuropa brennt bereits, in der Schweiz herrscht in mehreren Regionen die höchste Waldbrandgefahrenstufe und landesweit gilt ein absolutes Feuerverbot: Die Situation derzeit ist extrem. Während mehrere Kantonspolizeien über Verstösse gegen das Feuerverbot berichten, ist es bisher nicht zu einem grösseren Waldbrand gekommen.

Ob und wie sich Feuerwehren für einen möglichen Ausbruch wappnen und vorbereiten, erklären Thomas Widmer von Swissfire und Sven Bregy von der Feuerpolizei Brig-Glis VS gegenüber Blick.

«Trockenheit und die Hitze erschweren die Löschmassnahmen»

Bregy stand bereits vor drei Jahren im Einsatz, als nahe Bitsch VS ein grosser Waldbrand ausbrach. Derzeit sei man für einen drohenden Waldbrand gut gewappnet: «So gut als möglich kann ich sicherlich sagen, dass wir vorbereitet sind.»

Bei allfälligen Einsätzen würde einem fixen Schema gefolgt werden. Eine grosse Herausforderung sei jedoch die Dimension, die Flur- und Waldbrände in der aktuellen Lage annehmen können. «Die Trockenheit und die Hitze erschweren die Löschmassnahmen und erfordern allenfalls später nachrückende Feuerwehreinheiten, um die Einsatzkräfte fortwährend abzulösen», erklärt Widmer.

Aber auch er ist überzeugt: «Die Schweizer Feuerwehren sind für Flur- und Waldbrände gut gewappnet. Sie haben sich in den letzten Jahren mit Ausbildungen auf verschiedenen Stufen fortgebildet, neues Material beschafft und zusammen mit der Mannschaft trainiert.»

Grosse Fülle an Material benötigt

Es sind nicht alle Regionen gleich stark von möglichen Waldbränden betroffen. Dementsprechend ist man auch unterschiedlich ausgerüstet.

Im Wallis – derzeit von der höchsten Gefahrenstufe betroffen – wird das Feuerwehrmaterial ständig angepasst. «Der Kanton hat entsprechend mobile Materiallager angeschafft, welche bei einem Ereignis vor Ort gebracht werden», so Bregy. «Durch die Fülle an Material, welche bei einem grösseren Waldbrand benötigt wird, bringt es nichts, wenn jede Feuerwehr das ganze Material selber beschafft.»

Löschwasserbecken und Waldschneisen sind aufgrund der unterschiedlich hohen Risiken kantonal ebenfalls anders verteilt. Im Wallis, erklärt Bregy, habe man in den letzten Jahren einen grossen Effort in Bezug auf die Löschbecken geleistet, sodass grundsätzlich überall auf Wasser zurückgegriffen werden kann.

Die momentane Gefahrenlage schätzen beide als sehr hoch ein. «Allgemein ist sie hoch bis sehr hoch. Schon ein kleiner Funke kann grosse und unberechenbare Brände verursachen», meint Widmer.

Sensibilisierung der Bevölkerung wichtig

Auch Bregy schätzt die Gefahr als «sehr gross» ein. «Wir hatten in den letzten Tagen vereinzelt bereits kleinere Ereignisse im Kanton. Es reicht ein weggeworfener Zigarettenstummel oder, wie wir es mehrmals dieses Jahr schon hatten, ein Blitzeinschlag.»

Derzeit sei es wichtig, dass alle Feuerwehren das Risiko in ihrem Einsatzgebiet vorab analysieren. «Die Feuerwehren im Tessin und im Wallis haben am meisten Einsatzerfahrung. Aufgrund der veränderten Klimabedingungen müssen sich auch immer mehr Feuerwehren aus den Voralpen und dem Schweizer Mittelland mit dieser Thematik beschäftigen», so Widmer.

Zu einer möglichen Ausbreitung wie in Südeuropa erklärt Bregy: «Wir haben hier sicherlich eine andere Situation in Bezug auf die Topografie, Meteorologie und Schutzwaldfunktion.» Ähnlich seien aber die Zugänglichkeit, die Wasserversorgung, der Wind und die starke Trockenheit.

Um es gar nicht erst zu solchen Situationen kommen zu lassen, zählt man nun auf die Hilfe aus der Bevölkerung – und deren Sensibilisierung. «Am meisten hilft, wenn sich die Bevölkerung an die bestehenden Feuer- und Feuerwerksverbote hält und so dazu beiträgt, das Risiko von Flur- und Waldbränden zu mindern», betont Widmer.

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