Darum gehts
- Zwei Kinder warfen Steine auf Oberleitung und kreuzten Gleise in Neyruz FR
- Polizei sensibilisierte Kinder und übergab sie den Eltern, keine Anzeige
- Züge fahren in ländlichen Gebieten oft mit hoher Geschwindigkeit an Bahnhöfen vorbei
Das hätte richtig schlimm ausgehen können! Was ein Trainspotter diese Woche aufgenommen hat, ist mehr als nur riskant. In dem Video, das auf Tiktok kursiert, ist zu sehen, wie zwei Buben an einem Perron bei Neyruz FR erst Steine in Richtung der Oberleitung werfen. Dann fährt ein Zug ein. Das hält den kleineren der beiden Jungs aber nicht davon ab, nur wenige Meter vor dem Zug über die Gleise zu laufen. Der Lokführer betätigt die Hupe. Mit grosser Geschwindigkeit rauscht der Zug weiter, ohne an dem Bahnsteig zu halten.
Die Kantonspolizei Freiburg hat Kenntnis von dem Vorfall, wie sie auf Blick-Anfrage erklärt. «Die betroffenen Personen konnten angehalten und auf die Gefahren ihres Verhaltens sensibilisiert werden. Anschliessend wurden sie ihren Eltern übergeben», teilt Mediensprecherin Lisa Lenz mit. Grundsätzlich könne ein solches Verhalten eine Anzeige wegen Behinderung des Verkehrs nach sich ziehen, ergänzt sie.
Lokführer hat «nur sehr wenig Zeit» für Reaktion
Bei den SBB reagiert man fassungslos auf die gefährliche Aktion. «Wir sind schockiert über das Video. Die gezeigten Szenen sind lebensgefährlich», so Mediensprecherin Sabrina Schellenberg. Wer sich im Gleisbereich aufhalten würde oder Gegenstände gegen Bahnanlagen werfe, bringe sich selbst und andere Menschen in Lebensgefahr. «Wir verurteilen diese Handlungen scharf und appellieren eindringlich an alle Personen, sich von den Gleisen und Bahnanlagen fernzuhalten und an Eltern und Erziehungsberechtigte, Kinder und Jugendliche für die Gefahren von Gleisüberschreitungen und Aufenthalten im Gleisbereich zu sensibilisieren. Das Überschreiten von Bahngleisen ist verboten, lebensgefährlich und strafbar», fügt sie hinzu.
Die Situation dürfte auch am Lokführer des Zugs nicht spurlos vorbeigegangen sein. «Züge haben einen langen Bremsweg und können nicht sofort anhalten. Tauchen Personen unerwartet im Gefahrenbereich auf, bleibt oft nur sehr wenig Zeit zu reagieren», macht Schellenberg deutlich.
Video zu Gefahren auf dem Perron im Netz
Seit Jahren engagiert sich das Unternehmen in der Prävention. Im Netz und auch mit dem Schul- und Erlebniszug. Kinder und Jugendliche werden laufend vor den Gefahren von Gleisüberschreitungen oder Aufenthalten in Gleisnähe gewarnt.
Erst vor zwei Tagen veröffentlichten die SBB auf ihrem Youtube-Kanal ein Video zu Gefahren auf dem Perron, ein Video zu den Gefahren von Gleisüberschreitungen soll schon bald folgen. Die wichtigsten Lektionen lassen sich so zusammenfassen: Züge fahren an ländlichen Bahnhöfen wie in Neyruz oft mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde vorbei. Allein deshalb sollte man den Gleisbereich meiden.
Selbst ohne herannahenden Zug besteht im Gleisbett eine hohe Stolper- und Verletzungsgefahr durch den Schotter. Zudem sollte die weisse Sicherheitslinie stets respektiert und Gegenstände niemals aus dem Gleisbett geholt werden.