Hier geht Jessica Moretti zu Boden
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TF1 filmt den Moment:Hier geht Jessica Moretti zu Boden

Ex-Ständerat Lombardi
«Es geht darum, Stimmung gegen die Schweiz zu machen»

In Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Das Ehepaar Moretti steht momentan im Rampenlicht der Medien und Ermittler.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wurde befragt, Jacques Moretti kam in Polizeigewahrsam
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
08:32 Uhr

Ex-Ständerat Lombardi: «Es geht darum, Stimmung gegen die Schweiz zu machen»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana ist das Verhältnis zwischen der Schweiz und Italien angespannt. Der ehemalige Ständerat Filippo Lombardi (69) trat in mehreren italienischen Talkshows auf und versuchte, das Vorgehen der Walliser Justiz zu erklären. Im Interview mit der «NZZ», erklärt Lombardi, wie er die Stimmung wahrnimmt. 

Im Moment nehme er nicht mehr an italienischen Sendungen teil. «Das hat momentan keinen Zweck», erklärt Lombardi. Das Klima sei noch zu stark belastet. In der Brandnacht von Crans-Montana kamen auch sechs italienische Opfer ums Leben.

«Die italienische Politik instrumentalisiert das Thema Crans-Montana gleich doppelt», so Lombardi. «Einerseits geht es darum, Stimmung gegen die Schweiz zu machen. Gegen ein Land, das bisher immer als Vorbild galt. Andererseits will Giorgia Meloni in den Köpfen der Wähler verankern, dass es gut ist, wenn die Regierung die Justiz über die Staatsanwaltschaften beeinflussen kann.»

Nun setzt der Tessiner seine Hoffnungen auf das Treffen zwischen der Walliser Staatsanwaltschaft und italienischen Ermittlern, das am Donnerstag stattfinden wird. 

Durch ein gemeinsames Ermittlungsteam könnte sich die Lage beruhigen, glaubt Lombardi. Gleichzeitig stellt er klar, dass dies für die Aufklärung des Dramas wenig bringen wird. 

«Für die Walliser Staatsanwaltschaft gibt es keine Ermittlungsansätze, bei denen Italien eine Rolle spielt und helfen könnte, wie zum Beispiel bei mafiösen Hintergründen.» Im Fall von Frankreich sehe dies anders aus. «Ein gemeinsames Untersuchungsteam Schweiz-Frankreich könnte die Vergangenheit von Jacques Moretti und die Herkunft seiner Gelder beleuchten.»

18.02.2026, 21:02 Uhr

Neues Video aus der Brandnacht aufgetaucht

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Ein neues Video aus dem «Le Constellation» zeigt, wie die Gäste in der Brandnacht ausgelassen tanzen. Die Sprühkerzen brennen, das neue Jahr soll gefeiert werden – dann bricht das Feuer aus, das 41 Menschen das Leben kosten wird. Diese Szenen werden auf dem Video, das nun von dem italienischen Nachrichtenportal Tg3 gezeigt wird, klar ersichtlich. Am Schluss sieht man nur noch, wie Personen die Treppe hochstürmen.

Video zeigt die Flucht der Partygänger
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Situation bei Treppe gefilmt:Video zeigt die Flucht der Partygänger
18.02.2026, 20:37 Uhr

Beatrice Pilloud äussert sich zu Kritik an ihrer Person

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Nach dem Bar-Inferno von Crans‑Montana steht Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud weiter unter Druck – nun spricht sie erstmals ausführlich darüber. Vor einem Treffen mit dem römischen Chefermittler Francesco Lo Voi kritisiert sie Medien und öffentliche Vorverurteilung: «Es gibt auch Journalisten, die vor unserem Haus warten. Das geht doch zu weit.»

Im Interview mit dem «Walliser Boten» verteidigt sie zudem Kommunikation und Ermittlungen und reagiert auf Vorwürfe.

Warum die Kritik dennoch nicht verstummt – und was hinter der Filz-Debatte steckt, kannst du hier nachlesen.

Beatrice Pilloud kritisiert den Blick. Es geht um die Frisur der Walliser Staatsanwältin.
Foto: keystone-sda.ch
18.02.2026, 18:53 Uhr

Begehren eingereicht: Staatsanwältinnen sollen in Ausstand treten

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Das Kantonsgericht Wallis prüft ein Ausstandsbegehren im Fall des Brandes von Crans-Montana. Laut Béatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin, fordert ein Anwalt den Rückzug von fünf Staatsanwältinnen, darunter Pilloud selbst. Das schreibt Pilloud in einer Medienmitteilung am Mittwochabend.

Sie soll zurücktreten: Béatrice Pilloud.
Foto: Getty Images

Die Vorwürfe basieren auf bekannter Kritik an dem Vorgehen der Justiz mit der Brandkatastrophe in Crans-Montana. Die Unschuldsvermutung bleibt bestehen. Das Begehren wurde bereits am 6. Februar eingereicht. Am Mittwoch wurde nun das Ausstandsbegehren - zusammen mit der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft und dem vollständigen Dossier - dem Kantonsgericht übermittelt. Dieses wird darüber entscheiden.

Weiter habe die Staatsanwaltschaft am Mittwoch die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts erhalten, in der die Kaution für die Geschäftsführerin der Bar "Le Constellation" endgültig auf 200'000 Franken festgelegt werde. Dieser Betrag wurde nach einer entsprechenden Untersuchung durch das Gericht festgesetzt, wie bereits im Entscheid vom 12. Januar angekündigt worden war. Der Betrag wurde auf das Konto der Staatsanwaltschaft einbezahlt, wie es weiter hiess.

18.02.2026, 14:21 Uhr

Sicherheitsmann belastet Morettis: «Sie sagte, die Tür muss geschlossen bleiben»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Türsteher ​Stefan I.* (†31)​ hätte fliehen können – doch der 31-Jährige stürzte sich in die Flammen, um in der Brandnacht Gäste der brennenden Bar Le Constellation zu retten. Seinen Mut bezahlte der Serbe mit seinem Leben. Der Sicherheitsmann ist eines der 41 Opfer von Crans-Montana. 

Nun kommt heraus: In der Brandnacht arbeitete noch ein zweiter Sicherheitsmann in der Bar. Er überlebte wurde aber schwer verletzt, wie die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtet. Der Mann sagte laut der Zeitung am Mittwochmorgen vor der Sittener Staatsanwaltschaft aus. Zunächst war unklar, wie viele Sicherheitsleute in der Bar anwesend waren, da nur ein Vertrag ausgestellt worden sei. 

Foto: keystone-sda.ch

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete nach dem Verhör, dass der Befragte vor allem Jessica Moretti belastete: «Ich habe Jessica mit den Mitarbeitern sprechen hören.» Die Anweisung an das Personal des Constellation habe offenbar gelautet, die beiden Sicherheitstüren geschlossen zu halten. «Sie sagten, die Türen müssen geschlossen bleiben.» Laut dem Security-Mitarbeiter sollte dadurch vermieden werden, dass die Gäste das Lokal einfach verlassen. «Sie hatte Angst, dass die Kunden gehen würden, ohne zu bezahlen.»

* Name bekannt

18.02.2026, 07:47 Uhr

Pilloud und Féraud sind Mitglieder in derselben Walliser Weinzunft

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Ein Weinanlass sorgt im Wallis für politische Diskussionen. Am 28. März wollte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud als Schirmherrin beim Frühlingsanlass der Weinzunft «Ordre de la Channe» in Siders auftreten. Die «NZZ» berichtete zuerst. Der Traditionsorden zählt rund 600 Mitglieder aus Politik, Wirtschaft und Kultur – darunter auch Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana. Beide gehören zudem der FDP an.

Gegen Pilloud ist im Zusammenhang mit dem Verfahren zu Crans-Montana ein Ausstandsbegehren hängig.
Foto: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Angesichts der Ermittlungen um die Brandkatastrophe von Crans-Montana spricht der Opferanwalt Christophe de Galembert von einer «problematischen Nähe», sollte zwischen Mitgliedern der Staatsanwaltschaft und potenziell betroffenen Behördenvertretern eine engere Beziehung bestehen als bekannt.

Pilloud sagt, sie habe «keinerlei Kenntnis» von Férauds Mitgliedschaft gehabt. Ordenspräsident Patrick Bérod weist Filz-Vorwürfe zurück: Im Zentrum stünden Weinkultur und Tradition – nicht Geschäfte.

Gegnüber der «NZZ» gab die Staatsanwältin bekannt, dass sie nicht an der Veranstaltung teilnehmen werde. Sie wolle so ihre Familie schützen.

Féraud hat sich dazu bisher nicht gegenüber den Medien geäussert.

17.02.2026, 14:25 Uhr

Feuerwehrchef: «Ich bin nicht für die Materialprüfung zuständig»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

«Wir wollten ihnen wirklich helfen – es tut mir leid»: Kurz nach der Brandkatastrophe gab David Vocat, Feuerwehrchef von Crans-Montana, Blick ein bewegendes Interview. Am Montag wurde Vocat nun als Zeuge polizeilich befragt. Grund für seine Vernehmung war insbesondere seine Rolle bei der Inspektion der Inferno-Bar Le Constellation im Jahr 2018. Laut RTS habe der Feuerwehrchef damals an der Inspektion teilgenommen, aber nichts über den berüchtigten Schaumstoff gesagt, der in der Silvesternacht durch Wunderkerzen Feuer fing und die Brandkatastrophe auslöste.

Foto: Philippe Rossier

«Ich bin nicht für die Materialprüfung zuständig», rechtfertigt sich Vocat nach seiner Vernehmung gegenüber RTS. Seine Hauptaufgabe sei die Überprüfung der Zugänge für die Feuerwehr, nicht die Gewährleistung der Sicherheit der von ihm besuchten Gebäude. «Ich bilde mich in allen neuen Technologien weiter, aber wir sprechen über Elektroautos, Solaranlagen und all die anderen Dinge, die für Einsatzkräfte gefährlich sind, aber nicht über brennbare Materialien in Gebäuden.»

Vocat sprach nach seiner Vernehmung ausserdem darüber, wie stark ihn die Brandkatastrophe persönlich belastet. «Die letzten vierzig Tage wusste ich nicht, ob ich träume oder einen Albtraum habe. Und jetzt bin ich in einem Albtraum, und ich hoffe wirklich, dass wir da eines Tages wieder rauskommen.»

17.02.2026, 14:18 Uhr

Das passiert mit den Verletzten nach ihrer Rückkehr in die Schweiz

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana haben die verletzten Opfer noch einen langen Weg vor sich. Dank verbessertem Gesundheitszustand können immer mehr Verletzte aus dem Ausland zurück in die Schweiz verlegt werden. 

Bund, Kantone und beteiligte Institutionen bereiten die weiteren Rückführungen eng abgestimmt vor, um eine lückenlose Anschlussbehandlung sowie die Betreuung der Angehörigen sicherzustellen, heisst es am Dienstag in einer Medienmitteilung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. 

Foto: AFP

Bis Ende Januar besuchten zwei Swiss Contact Teams alle Betroffenen mit Schweizer Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz in der Schweiz in Spezialkliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien. Dabei wurden Rückverlegungszeiträume und Nachsorgebedarf erfasst. «Während einige Patientinnen und Patienten weiterhin in kritischem Zustand sind, können andere bereits in den kommenden Tagen zurückgeführt oder nach Hause entlassen werden», heisst es in dem Communiqué. 

Diese Rückführungen und die Weiterbehandlung erfolgen nach einen konkreten Ablauf. Die operative Koordination erfolgt durch ein Medical Board bei der Nationalen Alarmzentrale des Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Dieses stellt den Kontakt zu europäischen Verbrennungszentren sicher und organisiert Transport sowie Aufnahme in Schweizer Einrichtungen, meist zunächst in ein Verbrennungszentrum und danach in eine Rehaklinik. 

«Ziel ist, dass alle Betroffenen mit Bezug zur Schweiz hierzulande rehabilitiert werden können, inklusive psychosozialer Begleitung.» Derzeit werden 36 Patientinnen und Patienten, darunter 16 Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit und 5 Patientinnen und Patienten ausländischer Nationalität, aber mit Wohnsitz der Schweiz im Ausland behandelt. 

Von den 36 Patientinnen und Patienten werden 16 in Frankreich, 5 in Deutschland, 12 in Italien und 3 in Belgien behandelt. In der Schweiz werden derzeit 31 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. 22 Patientinnen und Patienten befinden sich in Spitälern, 9 in Rehabilitationskliniken

17.02.2026, 14:02 Uhr

Rätsel um Kaution für Jessica Moretti

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Dank 200'000 Franken wurde Jacques Moretti (49) Ende Januar aus der Untersuchungshaft entlassen. Zunächst war unklar, woher das Geld kam. Gemäss Medienberichten wurden die 200'000 Franken von einem «anonymen Freund» bezahlt. 

Auch für Jessica Moretti (40) soll das Gericht eine Kaution verlangt haben. Zunächst verdichteten sich die Hinweise, dass ein Westschweizer Uhren-Unternehmer sich bereit erklärt hatte, die Kaution für beide – also 400'000 Franken – zu zahlen. Die ganze Geschichte kannst du ​​hier​​ nachlesen. 

Foto: keystone-sda.ch

Nun berichtet die italienische Zeitung «Il Messaggero», dass unklar sei, inwiefern Geld für Jessica Moretti hinterlegt worden sei. Entsprechende Hinweise auf eine Zahlung beziehungsweise Berechnung seien in den Unterlagen nicht dokumentiert. Bisher seien nur die 200'000 Franken für Jacques Moretti klar vermerkt worden, heisst es in dem Bericht. 

In den Tausenden von Seiten, die die Staatsanwaltschaft den Anwälten der Zivilkläger vorgelegt hat, wird ausdrücklich auf die Kaution für die Freilassung von Jacques Moretti Bezug genommen, aber der Nachweis für Jessica Morettis fehle und vom Gericht gebe es keine Informationen mehr dazu. 

Fast alle Anwälte der Nebenkläger verlangen nun Aufklärung und Transparenz vom Gericht.

17.02.2026, 10:47 Uhr

Selfie zeigt Liebespaar in der Inferno-Bar

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Ihre Geschichte ging nach der Brandkatastrophe in der Silvesternacht um die Welt. Der Fussballer Tahirys Dos Santos (19) riskierte sein Leben, um seine Freundin Coline (22) aus den Flammen zu retten. Der Sportler erlitt schwere Verbrennungen an Rücken, Gesicht, Händen und Armen.

Die Nacht hat bei ihnen deutliche Spuren hinterlassen. «Ich habe mich sterben sehen», erklärt der junge Mann der Sportzeitung L'Équipe. Die ganze Geschichte des jungen Fussballers hat meine Kollegin Janine Enderli hier zusammengefasst.

Jetzt wurde ein neues Selfie des Liebespaares publiziert, das die beiden kurz vor der Brandkatastrophe in der Inferno-Bar Le Constellation zeigt. Tahirys und Coline haben sich laut eigener Aussage etwa 30 Minuten lang in der Bar aufgehalten.

(Credit: Privat)

In einem Gespräch mit der französischen Zeitschrift «Paris Match» erzählen sie, wie es ihnen heute geht. Die beiden waren wegen ihrer Behandlungen fast einen ganzen Monat voneinander getrennt – so lange wie noch nie in ihrer Beziehung. Coline lag wegen ihrer schweren Verbrennungen fast drei Wochen lang im Koma.

«Als ich sie sah, war es, als wäre eine Last von mir abgefallen», erzählt Tahirys. Die beiden werden aktuell in derselben Klinik im französischen Metz behandelt und konzentrieren sich auf ihre Rehabilitation.

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