Darum gehts
- Regen und Kaltfront senken Temperaturen tagsüber auf 22 bis 24 Grad
- 2026 erlebte Schweiz Rekord an Tropennächten laut Meteorologe Roger Perret
- Vevey VD verzeichnete 15 Tropennächte, Tessin keine unter 20 Grad
Wochenlang ersehnt, brachte eine Kaltfront am Montag endlich wieder Regen in die Schweiz. Das liess auch das Thermometer auf erfrischendere 22 bis 24 Grad sinken. Doch auch wenn der Regen die Hitze tagsüber abgelöst hat, wird es in der Nacht noch nicht kühler.
Denn der Regen hat eine Kehrseite. Besonders die erhöhte Feuchtigkeit in der Luft sorgt dafür, dass die Temperaturen in der Nacht kaum sinken, sagt Meteorologe Roger Perret von Meteo News zu Blick. Bis Donnerstag verharren die Temperaturen daher weiterhin zwischen 16 und 19 Grad.
«So viele Tropennächte wie noch nie»
Der Effekt ist ähnlich wie bei den Tropennächten, also Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Denn weitere Faktoren, neben der Luftfeuchtigkeit, wie die Lage eines Ortes oder auch Wind- und Bewölkungsverhältnisse sorgen dafür, dass sich die Abkühlung verringert.
«In diesem Jahr hat es so viele Tropennächte wie noch nie gegeben», betont Meteorologe Perret. Besonders anfällig für solche warmen Nächte seien Gebiete rund um grosse Seen wie den Bodensee, den Vierwaldstättersee, den Neuenburgersee und den Genfersee. Denn hier ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch.
Auch in erhöhten Lagen, wie etwa Zürich, seien Tropennächte häufiger als etwa in tieferen Lagen, wo sich Kaltluftseen in den Senken bilden könnten, erklärt der Wetterexperte. Einen Unterschied gebe es auch zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. In Strassenschluchten und versiegelten Flächen staut sich die gespeicherte Tageshitze an, während Grünflächen auf dem Land dem Hitzestau entgegenwirken.
Keine Nacht unter 20 Grad im Tessin
Besonders viele Tropennächte gab es in diesem Jahr im Tessin. In der ersten Augusthälfte sanken die Temperaturen in Lugano und Locarno-Monti an keinem Tag unter 20 Grad, weiss Perret. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel zwischen 1991 und 2020 gab es in Lugano im gesamten August rund vier Hitzetage, in Locarno-Monti waren es rund fünf.
Spitzenreiter im Norden für Tropennächte waren Vevey VD mit 15 und Lausanne/Pully mit 14 Nächten in der ersten Augusthälfte.
Für die zweite Augusthälfte zeigt sich jedoch bereits ein Lichtblick. Denn ab Freitag sinken die Temperaturen auch in der Nacht auf 12 bis 14 Grad, so Perret. «Der Wettercharakter wird ein ganz anderer. Wir bewegen uns dann zum Herbst hin.» Auch auf erhebliche Niederschläge dürfen wir uns in dieser Woche freuen – die neben Abkühlung vor allem auch das langersehnte Wasser für die vertrockneten Böden, Pflanzen und Tiere bringen.